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9. April 2010, 20:58 Uhr

Kampf gegen die Panikattacke

Der Druck der Märkte auf Griechenland nimmt zu. Experten fordern von dem südeuropäischen Land, endlich internationale Nothilfen anzunehmen. Finanzpolitiker der Eurozone reden die Gefahren zwar klein, haben sich nun aber dennoch darauf geeinigt, wie hoch die Zinsen für Hilfskredite sein müssten.

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Die Akropolis von Athen unter dem EU-Banner: Analysten rätseln, wie Griechenland aus eigener Kraft seine Schulden begleichen will© Orestis Panagiotou/EPA

Wie schlimm steht es um den Patienten Griechenland wirklich? Darüber herrscht seit Wochen Rätselraten auf den internationalen Finanzmärkten. Über viele Jahre hinweg hat das südeuropäische Land einen gewaltigen Schuldenberg aufgetürmt, unter dem es nun begraben zu werden droht. Während Politiker der Euro-Zone fortwährend wiederholen, Europas Sorgenkind Nummer eins sei gesund genug, aus eigener Kraft wieder zu genesen, haben die Analysten diese Hoffnung nun anscheinend verloren.

Die Ratingagentur Fitch senkte die Kreditwürdigkeit Griechenlands am Freitagabend erneut. Die Bonitätsnote für griechische Staatsanleihen wurde von bisher "BBB+" auf "BBB-" reduziert. Der Ausblick für dieses Rating bleibt negativ. Zudem forderte Fitch Griechenland auf, den in Aussicht gestellten EU-Notfallplan sofort zu nutzen. "Es ist an der Zeit, dass die Euro-Zone und die griechische Regierung das wahre Ausmaß ihrer Probleme anerkennen", sagte am Donnerstag der für das Mittelmeerland zuständige Analyst Chris Pryce. Die rasant steigenden Risikoprämien für griechische Anleihen und Unklarheiten über den Notfallplan der EU ließen keine lange Verzögerung zu. Pryce bemängelte, trotz des im vergangenen Monat beschlossenen Notfallplans sei unklar, was die EU genau tun wolle, wann sie es tun wolle und wie viel Hilfe sie bereitstellen würde.

Zumindest was die Zinshöhe für mögliche Hilfskredite an Griechenland angeht, haben die Finanzpolitiker am Freitag offenbar jedoch eine Einigung erzielt. Noch gibt es allerdings widersprüchliche Informationen über die genauen Konditionen. Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge müsste Griechenland für Kredite mit Laufzeiten bis zu drei Jahren deutlich mehr als sechs Prozent Zinsen zahlen. Griechenland käme damit kaum billiger weg als bei einer Finanzierung über den Kapitalmarkt. Demgegenüber melden griechische Medien am Freitagabend, bei dem Hilfspaket handele es sich um 20 bis 25 Milliarden Euro kombinierte Gelder der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit längerer Laufzeit - zu einem Zinssatz von 5,1 Prozent.

20 Milliarden Euro im April und Mai fällig

Wie auch immer die genauen Zahlen aussehen werden, fest steht, dass Griechenland schon lange vor sich her kränkelte: Statt das Haushaltsdefizit durch Reformen und durch Sparen wieder zurückzufahren, wurden immer mehr Schulden aufgenommen - so als würde ein Schwerkranker aus Angst vor der Therapie immer mehr Schmerzmittel zu sich nehmen. Doch nun ist die Stunde der Wahrheit nahe, denn nun werden auch diese Sedativa knapp: Schätzungen zufolge braucht Athen im April und im Mai über 20 Milliarden Euro, um seine Schulden umzuschichten und auslaufende Kredite zurückzuzahlen.

Spekulationen, dass dieses Umschichten dem Land misslingen könnte und möglicherweise eine Zahlungsunfähigkeit droht, hat die griechische Regierung erst am Donnerstag wieder brüsk von sich gewiesen. "Es gibt keinerlei Aussicht, absolut keinerlei Aussicht darauf, dass Griechenland seine Schulden nicht wird bezahlen können", sagte Wirtschaftsministerin Louka Katseli im staatlichen Fernsehen. An den Finanzmärkten würden derzeit gleichwohl die Möglichkeiten des Landes zur Finanzierung und Refinanzierung seiner Schulden getestet.

Chancen für günstiges Schuldenmachen stehen schlecht

Konkret bedeutet das, dass die Regierung trotz derzeit hoher Zinsen und Risikoaufschläge neue Staatsanleihen platzieren will, sich also vom Finanzmarkt frisches Geld borgen will. Sollte es dem Land gelingen, dieses Geld zu einem moderaten Zinssatz zu erhalten, wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass das Land auf internationale Nothilfen angewiesen sein wird. Doch die Chancen für günstiges Schuldenmachen stehen schlecht für Athen: Der Risikoaufschlag für griechische Staatsanleihen kletterte am Donnerstag den dritten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch. Investoren verlangten für zehnjährige Staatsanleihen eine Rendite von rund 7,5 Prozent - gut 4,5 Prozentpunkte mehr als für entsprechende Papieren aus Deutschland.

Bliebe man bei dem Bild des Kranken, müsste man sagen: Seinen Schmerz zu betäuben, kann sich Patient Griechenland nicht mehr lange leisten.

Damit wächst die Sorge auch in Griechenland: "Schwarzer Donnerstag" titelte am Freitag die konservative Athener Zeitung "Kathimerini". Auch wenn es "noch so schmerzlich" sein werde, sollte Athen die gemeinsame Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) beantragen, hieß es. Auch Hedgefondsmanager Eric Fine von der Investmentgesellschaft Van Eck Global glaubt, dass der Markt sich nur entspannen werde, wenn Griechenland formal die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe bitte.

Seite 1: Kampf gegen die Panikattacke
Seite 2: "Man kann aus der Euro-Zone nicht aussteigen wie aus einem Bus"
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
omaha (12.04.2010, 09:23 Uhr)
Wie kann es sin
Wie kann es sein, das drei Weiber unser Land für die Zukunft ruinieren.
Friede Springer (Bild) Lizz Mohn (Bertelsmann) bauen unsere Hausfrau aus der Ockermark zu einer Superpolitikerin aus.
Sie ist dabei unser Land für Generationen zu verschulden, oder glaubt jemand, Griechenland wird je seine Schulden zurückzahlen.
Sie hat uns an der Nase herumgeführt, von wegen, Deutsche Steuergelder fließen nicht nach Griechenland. Merkel schadet unserem Land nachaltig, und niemand stoppt diese unfähige Hausfrau, nicht mal der Doofe wähler, Sie wird noch immer von 56% als gute Kanzlerin empfunden.
Deppendiktatur
jetrabbit (10.04.2010, 18:06 Uhr)
erstaunlich
was stern.de hier berichtet. hier wird in keinster weise der ursacher des problems benannt, und auch wird nicht auf den IWF eingegangen. nicht ein wort über die kriminellen machenschaften der banken goldman-sachs und jp morgan in diesem zusammenhang... warum stern.de hier schweigt ist rätselhaft.
whismerh2 (10.04.2010, 13:34 Uhr)
@Obstmann
Hat doch auch was Gutes, wenn man nur zu solchen Schwachsinn wie Bohlen und ähnliches kommentieren darf, sieht man doch ganz klar, in wie weit die Presse kontrolliert und zensiert wird, sprich die Meinung des Volkes grußlos übergangen wird, ein eindeutiges Indiz dafür, das der Verblödungsmechanismus in Anbetracht der immer mehr schwierigen Probleme unter den Teppich gekehrt werden wollen.
Wenn man mittler weile sieht in welchen Händen sich ehemalige freihe Presseorgane befinden, wundert mich gar nichts mehr.
Spätestenst wenn Newsgroups und freie Blogs kontrolliert und abgeschaltet werden, wissen wo wir und befinden.
Bei allem Respekt lieber stern, das ist arm.
Wird Zeit das Ihr mal wieder einen post
für die Spinatwachtel ins Netz setzt, oder vielleicht Wetten das, oder was sinnloses wird Euch doch gewiss wieder einfallen.
Obstmann (10.04.2010, 13:07 Uhr)
HALLO!....STERN?????
Wieso kann man eigtl zu keinem Thema mehr kommentieren? Nur noch Bilderstrecken oder Agenturnachrichten grad!
Und zu den Nazis aus Südafrika darf man auch nichts schreiben...geschweige denn zu den katholischen Pädos...sorry für offtopic bzw politisch unkorrekte Begrifflichkeiten...
Wesemann (10.04.2010, 12:34 Uhr)
Sorry
Natürlich nennt man nicht Personen Vereinigungen. Ich meinte selbstverständlich "Zusammenschlüsse von".
Nichts für ungut.
Wesemann (10.04.2010, 12:30 Uhr)
"Experten"
Bei solchen Ratings frage ich mich "cui bono"? Das Gesindel um Fitch herum ist vermutlich geil auf frisches Geld, daher der Druck.
Ein Gedanke: Personen, die aktiv gegen einenStaat, sogar gegen eine Staatengemeinschaft handeln, nennt man, so weit ich mich erinnere, terroristische Vereinigungen. Es wird vielleicht Zeit für ein paar internationale Haftbefehle . . .
denkmal45 (10.04.2010, 11:43 Uhr)
Leider ist auch beim stern
das Kommentieren bestimmter Artikel z.B. Mixa, Merkel u. Guttenberg nicht erwünscht.
Dagegen bei solchen Typen wie Bohlen oder anderem "hochintersanten" Geschreibsel sind Kommentare erlaubt.
Man nähert sich hier schon BILD- und RTL Niveau. Motto: BILD dir unsere Meinung.
mike24121953 (10.04.2010, 11:30 Uhr)
Griechenland muss die EU verlassen
und wir brauchen eine neue Finanzwirtschaftsordnung
Das jetzige Bankensystem dreht ins Zerstörerische, es nimmt nur und gibt nichts zurück.
Milliarden unserer Steuergelder werden von Frau Merkel und Co nicht einmal auf lange Sicht zurückgefordert, sondern einfach verschenkt und das an die, die uns mit diesem, unserem Geld heute erneut Zinsen abpressen.
Es gibt kein Verursacherprinzip mehr in der Finanzwirtschaft, das Fundament, auf dem unsere Wirtschaft mal gestanden hat, ist von unseren Volksvertretern weggebrochen worden.
Wir erleben die Kapitulation der G 20-Staaten vor den privaten Banken.
Ging es vor ein paar Tagen noch um die Rettung von Banken, geht es heute um die finanzielle Rettung von Staaten, der eigentliche Wahnsinn beginnt erst jetzt, heute.
Es wird schlimmer gespielt und gewettet als je zuvor- mit Devisen, mit Aktien, mit Kreditversicherungen, mit Derivaten, mit Rohstoffen, mit Staatsanleihen. Finanziert durch Steuer-, Zentralbank- und Kundengeld.
Die alte Leiche Zinzeszins-Finanzsystem wird mit frischem Blut (Geld) versorgt, notbeatmet und wird jetzt , beschenkt mit dem Geld der Steuerzahler , erneut auf die Menschheit losgelassen.
?Die Berechtigung zur Herausgabe von Geld soll den Banken weggenommen und auf den Kongreß und das Volk übertragen werden.
Ich glaube ernsthaft, dass Banken mit dem Recht, Geld herauszugeben, gefährlicher für die Freiheit sind als stehende Armeen.? Thomas Jefferson (1743-1826), Dritter Präsident der USA
Jetzt ist die Zeit reif dafür, dass sich die Demokratie über ein privates Bankenkartell erhebt und die Macht der Geldschöpfung wieder übernimmt.
leboz (10.04.2010, 10:10 Uhr)
Salzsteuer,
Sie haben völlig Recht. Mehr go slow a la Griechenland würde uns in Deutschland gut tun. Die Lebensgüte hängt ja gar nicht von unserer Wirtschaft ab, nur das was man Lebensstandard nennt, hängt davon ab. Die Aktienkurse, die Gewinne der Banken und der Industrie und das ganze Zeug haben keinen Einfluß auf mein tägliches Leben.
Salzsteuer (10.04.2010, 09:53 Uhr)
Haben die Griechen nicht irgendwie...
Recht?? Es läuft doch alles prima mit den Fakelaki und den Schulden! Und wenn diese Banken wirklich mal das Geld zurück wollen??
Ist doch nur das Problem der Banken und die sind doch selber pleite ( gewesen ), Leben geht weiter...
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