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Der Brexit kommt – und was passiert jetzt?

Die Briten haben sich für den Austritt aus der EU entschieden, nun wird es kompliziert. Zwei Jahre könnten die Ausstiegsverhandlungen dauern – und danach fängt die Arbeit für Großbritannien erst an.

Brexit Nigel Farage mit guter Laune

Seine fixe Brexit-Idee hat sich durchgesetzt: Nigel Farage, Chef der EU-kritischen UKIP

Großbritannien ist raus. Und, glaubt man den Äußerungen der EU-Führung, wird es auch kein Zurück geben. Zumindest in groben Zügen ist geregelt, was passiert, wenn ein Land aus der EU austritt. Der entscheidende Artikel 50 sieht folgende Schritte vor, sollten die Briten für einen Austritt aus der votieren:

  • Großbritannien informiert die Vertretung der EU-Staaten über seine Absicht, aus der Union auszutreten.
  • Die Staats- und Regierungschefs legen unter Ausschluss Großbritanniens Leitlinien für die Austrittsverhandlungen fest.
  • Die EU-Kommission oder ein anderes, von den Staaten ernanntes Gremium (vermutlich die EU-Kommission) handelt mit Großbritannien ein Abkommen über die Einzelheiten des Austritts aus. Dabei wird auch der Rahmen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Union festgelegt. An diesem Punkt müssten sich die Briten allerdings auf äußert schwierige Verhandlungen einstellen.
  • Die EU-Staaten beschließen das Abkommen mit qualifizierter Mehrheit nach Zustimmung des Europäischen Parlaments.
  • Wenn kein Abkommen zustande kommt und keine Fristverlängerung gewährt wird, scheidet Großbritannien zwei Jahre nach dem Einreichen des Austrittsgesuchs ungeregelt aus der EU aus. Ein solches Szenario wird allerdings wegen der für beide Seiten großen Risiken für äußert unwahrscheinlich gehalten. So könnte zum Beispiel Handel und Wirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen werden. 
  • Wenn die Trennung dann vollzogen ist, wird Großbritannien in zahllosen bilateralen Verträgen seine Beziehungen zu den EU-Staaten neu regeln müssen.

nik/DPA

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