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3. Mai 2009, 13:00 Uhr

Obama hält an umstrittenen Militärtribunalen fest

US-Präsident Barack Obama will das Lager Guantànamo schließen, aber die dortigen Militärtribunale sollen laut einem Zeitungsbericht vorerst weiter arbeiten. Der Grund: Würden die Gefangenen vor normale US-Gerichte gestellt, wäre eine Verurteilung kaum möglich - weil sie in Guantànamo misshandelt wurden.

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© Mandel Ngan/DPA

US-Präsident Barack Obama hält der "New York Times" an den umstrittenen Militärtribunalen in Guantànamo fest. Schon kommende Woche sollen die Tribunale ihre Verfahren gegen die Gefangenen fortsetzen, schrieb die Zeitung am Samstag. Obama hatte kurz nach seinem Amtsantritt am 20. Januar die Schließung Guantànamos binnen eines Jahres angeordnet, weil es dort an rechtsstaatlichen Prinzipien mangele.

Die Obama-Regierung plane zwar, den Rechtsschutz der Angeklagten noch zu verbessern. Allerdings wolle das Weiße Haus zahlreiche mutmaßliche Terroristen nicht vor ordentliche Gerichten in den USA stellen - wegen der Sorge, dass viele Verfahren eingestellt werden müssten, weil die Gefangenen in Guantànamo misshandelt wurden. Andererseits gebe es auch Guantànamo-Gefangene, die von US-Gerichten abgeurteilt werden könnten.

Wer nimmt Verdächtige auf?

US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte dem Blatt zufolge am Donnerstag bei einer Anhörung vor dem Kongress in Washington betont, dass die Militärtribunale "noch immer eine Option" seien. Je länger sich die Obama-Regierung die Sache angeschaut habe, "desto weniger sahen die Militärtribunale so schlecht aus wie am 20. Januar", zitierte die Zeitung eine ungenannte Regierungsquelle. Am 20. Januar hatte Obama sein Amt angetreten.

Während der Amtszeit seines Vorgängers George W. Bush hatte der US-Kongress 2006 beschlossen, die Gefangene in Guantànamo vor Militärtribunale zu stellen. Hier sind die Rechte der Angeklagten im Vergleich zu US-Zivilgerichten deutlich eingeschränkt. Derzeit befinden sich in Guantànamo noch etwa 240 Häftlinge. Viele von ihnen sollen mangels ausreichender Beweise entlassen werden. Allerdings findet sich bisher kaum ein Land, das Terrorverdächtige aufnehmen will. Washington wolle sie nicht in ihre Heimatländer abschieben, weil ihnen dort die Folter drohe, heißt es.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Georges13437 (04.05.2009, 23:55 Uhr)
Obama der Wortbrecher.
Obama outet sich immer mehr als Blender. Nun frage ich mich wo die ganzen Verehrer bleiben werden, wenn er auch noch die Schließung von Guantanamo rückgängig machen wird, denn nach der jetzigen Verfügung zu den Tribunalen wird ihm gar nichts anderes übrigbleiben. Etwa 180 Häftlinge sollen abgeurteilt werden.
Da haben die Tribunale eine Menge Arbeit wenn sie das bis zur Schließung schaffen wollen. Was wird mit den Gefangenen nach deren Verurteilung, da sie ihre Strafe nicht auf amerikanischem Boden absitzen werden, bleibt doch nur Guantanamo, oder Deutschland öffnet seine Haftanstalten für die Strafverbüßung dieser Häftlinge.
Unseren regierungen traue ich mittlerweile jede schwachsinnige Entscheidung zu. Es fehlt nur noch dass wir die Haftentschädigungen zahlen.
Guantanamo gehört den USA . Die Gefangenen wurden von deren Soldaten eingefangen und nun soll Amerika auch mit seiner Schmach leben.
Georges
terrax (04.05.2009, 08:54 Uhr)
An alle die Obama lieben
Ich habs doch immer gesagt.... der kann auch nicht anders als Bush und Co! Es lebe die Hochfinanz! Jetzt bekommen die Amis Panik, daß dort einige vor Gericht mal auspacken sprich die Wahrheit ans Tageslicht bringen - deshalb doch keine ordentliche Gerichte? Das ist alles eine Saubande genauso wie Bush & CO. D.h. auch die damalige Agenda-Regierung Steinmeier, Schröder und Konsorten waren ja auch in vielen Dingen eingeweiht und sehen sich als SOZIALdemokraten. Ob das sozial ist ist fraglich. Ich nenne es PACK!
gmathol (04.05.2009, 02:31 Uhr)
Camp Justice?
Schon merkwuerdig was fuer Bezeichnungen die Neo-US-Faschisten fuer ihre Verbrechen finden.
Auch ueber den Nazi-Todes-Camps war ja haeufig der herzige Spruch zu lesen "Arbeit macht frei".
Schade das die Deutschen sich nicht erheben und ihre Politiker die eine unsaegliche Komplizenschaft mir der faschistischen US Junta pflegen einfach davon jagen.
Angel_of_Mercy (04.05.2009, 01:15 Uhr)
@ Angel_of_Mercy
Sie haben leider vergessen zu erwähnen, dass niemend von uns hier weiß wieviele tatsächliche Verbrecher in Guantanamo einsitzen. Außerdem weiß niemand hier ob es neben den Folteraussagen nicht auch andere Beweise gibt.
Sollten diese Beweise existieren, hätten sich die Amerikaner ins eigene Bein geschossen, denn nun können die gefolterten Insassen von Guantanamo von einem ordentlichen Gericht nicht mehr rechtskräftig verurteilt werden wegen Verfahrensfehlern. In dem Fall müssen sie frei gesprochen werden, obwohl es außer Folteraussagen noch menschenrechtlich unbedenkliche Beweise gibt.
n8g8 (03.05.2009, 19:26 Uhr)
Mister Obama als Miss Liberty
Ist ja kein Wunder, dass ein Präsident SO entscheidet, nachdem er entschieden hat, dass die Folterer ungeschoren davon kommen.
Naja, in punkto Folter befindet sich Obama offensichtlich ganz auf einem Level mit unserem Kurnaz-El-Masri-Folterhandlanger Steinmeier.
Die Rolle Kohls und seines Merkel-Mädchens bei Honnecker lassen wir besser ebenfalls außerhalb der politischen Betrachtungsweise was Verstöße gegen die Menschenrechtskonventionen anbelangt. Aber die sind ja eh nicht das Papier wert, auf dem sie stehen - siehe Lissabonvertrag.-
Die Nürnberger Prozesse waren zwar ebenfalls (leider nur) ein Kompromiss - aber in Anbetracht dessen, was HEUTE bei "zivilisierten" Gesellschaften herauskommt, doch historisch, weil wenigstens ansatzweise konsequent.
Schande, Pfuiiii!!!!
SirExekutive (03.05.2009, 17:01 Uhr)
@Angel_of_Mercy
sie wollen die "vorwurf der oberflächlichkeit" durch oberflächliche argumentation entkräften.
.
dies ist ziemlich naiv. mittlerweile gibt es unzählige bücher mit hintergrundthematiken bezüglich des amerkanisches systems, dem "terrorismus", den geheimdiensten usw. und so fort.
.
würde sie solche bücher lesen, würden sie den vorwurf der oberflächlichkeit nicht nur verstehen, sondern auch zustimmen.
.
für leute die sich aber nur aus den oberflächlichen medien informieren und diese 10 zentimeter tiefe artikel für hintergründig halten, hat noch irgendeinen 100 meter tiefe artikel bzw. buch gelesen.
albundy69 (03.05.2009, 16:59 Uhr)
wo sind die 200.000 apostel aus berlin, .....
....die an seinen lippen gehangen haben, die der welt erklärt aben, jetzt werde alles anders ? Wo seid´s denn ihr jetzt, ihr allesgläubigen ?
undueberhaupt (03.05.2009, 16:58 Uhr)
Solange...
...Obama den Internationalen Gerichtshof in Den Haag nicht anerkennt, ist dieser Präsident der USA genau so ein Idiot wie sein Vorgänger GWB.
W.S. (03.05.2009, 16:46 Uhr)
Oberflächlicher Kommentar
@angel_of_mercy - Zitat: "Was ist euch lieber, ein eindeutig überführter Überltäter, der nicht verurteilt werden kann und in die Freiheit entlassen werden muss und weiter Übeltaten begehen kann?" Ach so, die Leute, die die Amerikaner in Guantanamo inhaftiert und zumindest in Auswahl gefoltert haben, sind also eindeutig überführte Übeltäter? Jürgen Becker würde jetzt sagen: "Da wissen Sie mehr als ich." Naja, dann waren die "Hexen" der vergangenen Jahrhunderte, die auf dem Streckbett usw. z. B. den Geschlechtsverkehr mit dem Teufel zugaben, sicher auch diverser Ungehörigkeiten überführt und wurden rechtskräftig verbrannt, oder ertränkt (apropos water boarding). Und die Erde ist eine Scheibe ...
Angel_of_Mercy (03.05.2009, 16:16 Uhr)
Oberflächliche Kommentare
Bitte nicht über oberflächlichen Journalismus beschweren, wenn es in der eigenen Denke auch nicht tiefer reicht.
Was ist euch lieber, ein eindeutig überführter Überltäter, der nicht verurteilt werden kann und in die Freiheit entlassen werden muss und weiter Übeltaten begehen kann?
Oder einer der rechtskräftig verurteilt wird, denn Urteile durch Militärtribunale sind rechtskräftig.
Es gibt aber auch noch eine dritte Möglichkeit, wir holen sie nach Deutschland und stellen sie hier vor Gericht und stellen die Schuld anhand der Beweise fest, die nicht durch Folter erpresst wurden. Unsere Gerichte brauchen auf die Folter keine Rücksicht nehmen, ist ja in einem anderen Land außerhalb der EU passiert.
Ach nein, wir moralisch so überlegenen Deutschen wollen die Ju..., ähem, ich meine die Terroristen nicht hier haben.
Keine Sorge, es gibt auch eine letzte Möglichkeit. Das Kriegsverbrechertribunal in DenHaag. Sind ja Kriegsgefangene im Krieg gegen den Terror, also selbst auch Krieger.
Übrigens sind wir alle Terrorverdächtige, denn auch bei uns reicht die Beweislast nicht aus, uns vor Gericht zu stellen, aber noch vier Jahre Merkel und ich gestehe Rom angezündet zu haben als ich noch Nero hieß.
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