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15. Juli 2008, 15:00 Uhr

Erstes Verhörvideo aufgetaucht

Sieben Stunden ist es lang, einige Minuten waren jetzt zu sehen: Erstmals ist ein Verhörvideo aus Guantanamo gesendet worden. Im Ausschnitt ist der damals 16-jährige Omar Khadr zu sehen, der verzweifelt versucht, den kanadischen Ermittlern seine Schusswunden zu zeigen.

Als das Video entstand, war Omar Khadr gerade einmal 16 Jahre alt© Screenshot stern.de

Zum ersten Mal ist im Fernsehen ein Video von einem Verhör im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba ausgestrahlt worden. Der Sender CNN zeigte eine Szene, in der der als mutmaßlicher Terrorist festgehaltene junge Kanadier Omar Khadr sich voller Verzweiflung sein Hemd vom Körper reißt, um vernarbte Schusswunden zu zeigen. Khadr, der erst 15 Jahre alt war, als er gefangen genommen wurde, weint außerdem "unkontrolliert", wie ein CNN-Moderator es beschrieb. Die Khadrs Anwälte hatten die Bilder herausgegeben.

Das insgesamt sieben Stunden lange Video wurde über vier Tage hinweg aufgenommen und ursprünglich als geheim eingestuft. Es stammt aus dem Jahr 2003 und zeigt Khadr im Alter von 16 Jahren bei einem Verhör, das von einem kanadischen Experten vorgenommen wurde. Khadr wird vorgeworfen, 2002 in Afghanistan einen US-Soldaten getötet zu haben. Er hat angegeben, während seiner Gefangenschaft in Guantanamo Bay misshandelt und dadurch zu falschen Geständnissen gezwungen worden zu sein.

Verteidiger William Kuebler zufolge wurde Khadr 2003 unter anderem drei Wochen lang mit systematischem Schlafentzug gequält, um ihn "gefügiger und williger" zu einer Aussage zu machen. Kuebler bezog sich dabei auf geheime kanadische Regierungsberichte. Sie sollen zudem belegen, dass Khadr während seiner Verhöre weinte und Geständnisse widerrief, weil er sie nur als Folge von "Folter" gemacht habe. Das entspricht CNN zufolge den Video-Szenen.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
auwei (15.07.2008, 18:28 Uhr)
@russlanddeutscher
Ein wahres Wort. Leider zu selten ausgesprochen. Wir setzen Gewalt (oft ziel- und sinnlos, oft kalt berechnend instrumentalisiert) ein und kommen letzten Endes doch nicht damit klar. Krieg und Gewalt ächten zu wollen ist ein edles, aber sinnloses Unterfangen. Dass wir aber nach ein paar tausend Jahren immer noch derartig naiv und mit dümmlichen Heldenmythen gedopt mit dem Thema umgehen (die üblichen machtgeilen Zyniker mal außen vor gelassen), ist schon ein extra-trauriges Kapitel der Menschheitsgeschichte.
Russlanddeutscher (15.07.2008, 17:26 Uhr)
Und wer hilft ,
den ameikanischen Soldaten, die aus Not und mangels anderer Aufstiegsmöglichkeiten zu Armee gehen und sich damit trösten, dass es sich um Terroristen handlet, wenn sie eine Hochzeitgesellschaft in die Luft jagen.
Ich glaube an die Menschlichkeit und mein Glaube wird bestättigt durch die Berichte von tragischen Selbstmorden unter den heimkehrenden US-Soldaten.
Das zeigt, dass kein Mensch so etwas verkraften kann und das die gewollte und gepriesene Spirale - endweder sie uns oder wir sie ein Ende im Nichts findet.
Und das ist nicht nur in den USA so. Mein Vater erzählte mir, als die Sowjetsoldaten aus dem Afghanistan zurückkammen, haben nur sehr weinge von ihnen ein zivlies Leben führen können.
Hat sich außerdem irgendjemand mit den Gefühlen der Iraker und Afghaner auseinander gesetzt. Man gibt doch sonst so viel Geld für den Wahlkampf aus. Bin mir sicher, dass dort das selbe herrscht.
Man kann doch keinen Krieg gewinnen, wenn man von Anfang an auf Vernichtung eingestellt ist. Da wird jeder bis zum Ende kämpfen - er habe ja nichts zu verlieren.
auwei (15.07.2008, 17:07 Uhr)
Angst macht krank...
...und die tapferen "Kämpfer gegen den Terrorismus" sind sehr krank. Mit einem Wort: Die blöden Terroristen haben gewonnen. Sie haben eine vermeintliche Zivilgesellschaft dazu gebracht, Freiheit gegen (vermeintliche) Sicherheit zu tauschen, Persönlichkeitsrechte zu missachten, Kinder zu quälen und auch sonst ein Verhalten an den Tag zu legen, das zwischen neurotisch und barbarisch oszilliert. Die Wunde Ground zero wird heilen, wir werden länger brauchen, um uns von unseren eigenen Fehlern und deren Folgen zu erholen. Und die Terroristen haben immer noch gewonnen - vor allem, wenn sich auf längere Sicht die Schäubles und Schweden dieser Welt durchsetzen sollten (was hoffentlich nicht passiert). Warum nur sind es immer die Dummbatze, die in Krisenzeiten den Takt vorgeben?
chrgue (15.07.2008, 17:05 Uhr)
Dieses Video...
...beweist aber rein gar nichts!
SirExekutive (15.07.2008, 16:34 Uhr)
"folter"
"weil er sie nur als Folge von "Folter" gemacht habe"
wieso in aller welt wird hier folter in anführungszeichen gesetzt?
auch wenn es hier um eine standart propaganda dpa nachricht handelt, sollte man doch genau abwägen, ob man in solch zusammenhang auf der art menschenverachtenden " " zeichen setzt..
ne, der angeklagte wurde nicht gefoltert, das hat er sich nur alles eingebildet
riesen sauerrei sonders gleichen!
Russlanddeutscher (15.07.2008, 16:16 Uhr)
Das kommt mir bekannt vor,
in der UdSSR in den 30ern haben diejenige Menschen, die gewusst haben, dass es "bald so weit ist" nicht mal ihre Schuhe ausgezogen als sie sich schlafen gelegt haben, denn sie haben genau gewusst, dass die "Lederjacken" der NKWD ganz gern nachts vorbeischauen und nicht viel Zeit zur Vorbereitung lassen.
So was passiert eben um Ideologie aufrecht zu erhalten.
Bin kein USA/Kanada-Hasser, sehe nur eine Lawine der Emotionen und Angsthandlungen auf dieses Land zukommen.
"Wenn zu viel einem Antibiotikum geschluckt wird ist das auch nicht gut für den Organismus, wenn nicht sogar tödlich."
guenti2477 (15.07.2008, 16:12 Uhr)
Na toll,
die gleiche Qualität wie die Osama Videobotschaften. Man kann rein gar nichts erkennen und es beweist auch nichts, da alles gestellt sein kann.
Mensch.Student (15.07.2008, 16:06 Uhr)
Reich wird der Bursche trotzdem ...
Man darf nicht ausser acht lassen der er nicht der einzige da drin gewesen ist. Allerdings wird er einer der wenigen sein der von seiner Regierung was auf sein Konto überwiesen bekommt ...
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