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31. Januar 2012, 17:11 Uhr

Deutscher UN-Mitarbeiter im Jemen entführt

Eine bewaffnete Gruppe hat im Jemen sechs Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation entführt. Unter den Geiseln befindet sich auch ein Deutscher. Offenbar wollen die Entführer die Freilassung von Häftlingen erzwingen.

Im Jemen sind nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Saba vier ausländische Helfer entführt worden, darunter auch ein Deutscher. Die vier UN-Mitarbeiter sowie ihre zwei jemenitischen Chauffeure seien von einer bewaffneten Gruppe aus Wadi Ahdschar etwa 120 Kilometer nordwestlich der Hautstadt Sanaa verschleppt worden, meldete Saba am Dienstag. Neben dem Deutschen seien auch ein Kolumbianer, ein Iraker und ein Palästinenser in der Gewalt der Entführer. Diese wollten die Freilassung von Häftlingen erzwingen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, der Sachverhalt sei bekannt. Das Krisenreaktionszentrum des AA und die deutsche Botschaft im Jemen arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung und stünden in Kontakt mit allen relevanten Stellen.

Erst Mitte des Monats hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen einen Norweger entführt, um einen Gefangenen aus der Haft freizupressen. Im Jemen sind Entführungen von Ausländern keine Seltenheit. Die Stämme sind schwer bewaffnet und legen in ihren Gebieten selbst die Gesetze fest. Mit Entführungen wollen sie gewöhnlich Druck auf die örtlichen Behörden ausüben. In den vergangenen 15 Jahren wurden mehr als 200 Menschen verschleppt, die meisten von ihnen kamen jedoch unversehrt wieder frei.

mlr/AFP/Reuters/DPA
 
 
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