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25. März 2003, 12:33 Uhr

Der Albtraum der US-Militärs

«Bebautes Gebiet sollte nur angegriffen werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt», heißt es im Handbuch des US-Heeres. Denn beim Kampf um Häuser und Straßen haben Angreifer meist einen hohen Blutzoll zahlen müssen.

Häuserkampf um die Halbinsel Fao: Albtraum der US-Militärs© dpa

Ein Häuserkampf in Basra oder gar in der irakische Fünf-Millionen-Stadt Bagdad gilt als Albtraum der US-Militärs. «Bebautes Gebiet sollte nur angegriffen werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt», heißt es im Handbuch des US-Heeres. Denn beim Kampf um Häuser und Straßen («urban warfare») haben Angreifer meist einen hohen Blutzoll zahlen müssen.

Das Risiko, in einen Hinterhalt zu geraten, ist sehr hoch. Soldaten brauchen zudem starke Bewaffnung und viel Munition, können aber nur bis zu 25 Kilo Gepäck mitnehmen. Panzer oder Kampfhubschrauber können ihnen in Gassen kaum Schutz bieten. Angreifer müssen sich auf Sprengfallen und Heckenschützen gefasst machen.

Traurige Berühmtheit haben die Häuserkämpfe 1943 in Stalingrad mit vielen zehntausend Toten erlangt. Der letzte große «urban warfare» der USA war im Vietnam-Krieg: 1968 besetzten die Vietcong die Stadt Hué und begannen ihre Tet-Offensive. Bei der Rückeroberung starben neben tausenden Vietnamesen offiziell 119 US-Soldaten. Die Schlacht wurde oft als Wendepunkt des Krieges bezeichnet.

Halbinsel Fao - Iraks einziger Zugang zum Meer

Die zwischen Kuwait und Iran in den Persischen Golf ragende Halbinsel Fao ist von großer strategischer Bedeutung. Das schmale Landstück am Schatt el Arab, dem Mündungsfluss von Euphrat und Tigris, ist für den Irak der einzige Zugang zum Meer. Der seit 1951 ausgebaute Hafen von Fao ist zugleich einziger Ölhafen des Iraks und Endpunkt der südirakischen Ölpipeline.

Schon im irakisch-iranischen Krieg (1980-1988) war die Halbinsel heftig umkämpft. Im Februar 1986 eroberten iranische Truppen in einer Großoffensive die Küstenregion und bedrohten von dort aus das seinerzeit als Nachschubbasis für den Irak dienende Öl-Scheichtum Kuwait, die Ölfelder von Kirkut und die strategisch ebenfalls wichtige Stadt Basra.

In der Schlacht von Fao sollen damals auf beiden Seiten bis zu 170 000 Soldaten gefallen sein. Im April 1988 eroberten die Iraker die Halbinsel zurück. Bei den Kämpfen um Fao setzte der Irak nach späteren UN-Ermittlungen auch Giftgas ein.

Umm Kasr - der einzige Tiefwasserhafen Iraks

Die von den Alliierten eroberte Stadt Umm Kasr hat den einzigen Tiefwasserhafen Iraks. 1967 wurde die Hafenanlage am nordwestlichen Persischen Golf eröffnet, im Golfkrieg 1991 stark zerstört, danach aber wieder aufgebaut.

Zu Beginn der Krieges zwischen dem Irak und Iran (1980-88) gewann Umm Kasr an Bedeutung, weil der nach Basra führende Wasserweg des Schatt el Arab stark umkämpft und zudem durch gesunkene Schiffe blockiert war.

Der Verlauf der Grenze im Hafenbereich ist zwischen dem Irak und Kuwait umstritten. 1993 stellten die Vereinten Nationen große Teile des Hafenbereiches unter kuwaitische Hoheit.

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