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28. Oktober 2008, 13:49 Uhr

Wirbel um erhängte Palin-Puppe

Ein Einwohner von West Hollywood hat sich eine erhängte Sarah-Palin-Puppe an sein Haus gehängt - als Scherz zu Halloween. Und einen flammenden John McCain dazu. Was Chad Michael Morrisette als "Kunst" bezeichnet, ärgert den Bürgermeister.

Ein Einwohner von West Hollywood erlaubte sich Sarah Palin als Halloween-Scherz© Mario Anzuoni/Reuters

Ein erhängte Sarah Palin als Halloween-Dekoration an einem Wohnhaus hat in Kalifornien Aufsehen erregt. Chad Michael Morrisette ließ die mit rotem Kostüm, Brille, Pumps und einer braunen Perücke ausstaffierte Puppe an einer Schlaufe vom Dach seines Hauses im als besonders liberal geltenden West Hollywood herabhängen. Eine Puppe von Präsidentschaftskandidat John McCain platzierte er im Schornstein, aus dessen Rändern scheinbar Flammen züngelten.

Die Stadtverwaltung reagierte trotz einiger Beschwerden gelassen. "Wenn der Hausbesitzer nicht gegen kommunale Vorschriften verstößt, haben wir keinen Grund, gegen ihn vorzugehen", sagte Sprecherin Helen Goss am Montag und verwies auf die im ersten Zusatz zur US-Verfassung garantierte Meinungsfreiheit. "Ich schätze mal, wenn das zu einer Halloween-Dekoration gehört, ist es politische Satire." Speziell bei Politikern wird das Recht auf freie Meinungsäußerung in den USA so ausgelegt, dass gegen Beleidigungen kaum vorgegangen wird.

Der Bürgermeister von West Hollywood, Jeffrey Pang, sagte, jeder Bewohner habe das Recht, Nachbildungen von McCain oder Palin auszustellen. Allerdings lehne er "politische Stellungnahmen, die auf Gewalt verweisen, schärfstens ab". "Ich fordere diese Bewohner auf, diese Bilder abzunehmen", sagte der Bürgermeister.

Hausbesitzer Chad Michael Morisette sagte dem Fernsehsender KCAL-TV, der umstrittene Halloween-Schmuck sei als Kunst zu betrachten. Die Wahl des Motivs verteidigte er als das kleinere von mehreren denkbaren Übeln: "Mir ist klar, dass die Leute uns wahrscheinlich die Fenster eingeschmissen hätten, wenn wir Barack Obama genommen hätten. Die Darstellung eines erhängten Schwarzen wirkt vor dem Hintergrund unserer Geschichte viel stärker als das einer erhängten Weißen."

Auch der demokratische McCain-Konkurrent ist vor dem Halloween-Fest am Freitag indes nicht vor wenig zimperlichen Darstellungen sicher. An einer Universität in Oregon wurde ein Pappbild des Senators an einem Baum „erhängt“, und in Ohio henkte ein erklärter Gegner eines Schwarzen im Präsidentenamt ebenfalls eine Puppe mit einem Obama-Plakat an einem Baum in seinem Vorgarten.

Reuters/AFP
 
 
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