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4. Juni 2008, 09:39 Uhr

USA wollen Schiffe vor Myanmar abziehen

15 Mal in den vergangenen drei Wochen haben die USA dem Militär-Regime in Myanmar vergeblich Hilfe bei der Versorgung der Zyklon-Opfer angeboten. Jetzt reicht es der US-Marine. Sie zieht ihre Schiffe vor der Küste Myanmars ab. Auch für UN-Hubschrauber fehlen zugesagte Landegenehmigungen.

Der Verband um die "USS Essex" zieht unverrichteter Dinge wieder ab© U.S. Navy/AP

Die USA haben den Abzug ihrer Militärschiffe vor der Küste Myanmars angekündigt. Die Junta habe in drei Wochen 15 Anträge verweigert, den Menschen im vom Zyklon "Nargis" verwüsteten Irrawaddy-Delta zu helfen, erklärte Admiral Timothy Keating, Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Pazifik. Hilfsorganisationen bedauerten die Haltung der Generäle. Das Welternährungsprogramm (WFP) bezeichnete die Weigerung der Generäle, nicht wenigstens die dringend benötigten US-Transporthubschrauber zu nutzen, am Mittwoch als "wirklich bedauernswert". Sie seien für die Lieferung in schwer erreichbare Gebiete unersetzlich, sagte WFP-Sprecher Paul Risley in Bangkok.

Auch Militärhelikopter befreundeter Nationen wie Thailand lassen die Generäle nicht ins Land. Anstatt kostenlos Hilfe zu bekommen, ist das WFP nun gezwungen, für rund 50 Millionen Dollar (32 Millionen Euro) zivile Hubschrauber anzumieten. Für die Lebensmittelhilfe sind 70 Millionen Dollar (45 Millionen Euro) eingeplant.

Die "USS Essex" und mehrere Begleitschiffe würden die Küste am Donnerstag verlassen, erklärte Keating in Honolulu. Staatliche Medien in Myanmar hatten berichtet, es drohe eine Invasion der USA, die die Ölvorräte des Landes in ihren Besitz bekommen wollten. Die herrschenden Generäle gelten als fremdenfeindlich und paranoid.

Ärzte ohne Grenzen befürchten noch mehr Hilfsbedürftige

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte, dass ihre Helfer vor Ort immer noch in abgelegene Gebiete vordrängen, die bislang noch gar keine Hilfe erreicht habe. Daher werden mehr als die von den UN geschätzten 2,4 Millionen Menschen dringend Hilfe brauchen, glaubt MSF. In der Region lebten zahlreiche Flüchtlinge, die nicht bei den Behörden registriert seien, hieß es.

Über ein Monat nach dem Zyklon gehen die UN davon aus, die Hälfte der Menschen im Delta mit Hilfslieferungen erreicht zu haben. UN-Sprecher in Bangkok forderten erneut besseren Zugang für internationale Helfer. Dies betreffe Visa und einen ununterbrochenen Zugang zum Katastrophengebiet im Delta, sagte Amanda Pitt. Der Zyklon am 2. und 3. Mai hatte Flutwellen mit einer Höhe von dreieinhalb Metern bis zu 40 Kilometer tief ins Land hineingetrieben. Dabei kamen nach Regierungsangaben 78.000 Menschen ums Leben, 56.000 werden noch immer vermisst.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Known (06.06.2008, 11:32 Uhr)
@rajabi & hamburg123 & Loki-Asgard
Ihr seid nichts weiter als paranoid; und Rajabi: ihren kulturellen Hintergrund kann sich hier jeder denken.
rajabi (05.06.2008, 14:46 Uhr)
also war nichts mit scheinheiligkeit....
die Amies schleusen mit den Helfern auch viele Agenten...
daher haben viele Länder probleme mit den sogenannte amerikanische Nächstenliebe...
Selbst während des Erdbeben im Iran waren ausser diese augenscheinliche US-Helfer, auch einige Agenten ins Land gekommen, die allerdings recht schnell gestopt worden...
Amerika will nicht helfen, sie wollen nur EINFLUSS...!
Loki-Asgard (04.06.2008, 17:43 Uhr)
@Evil-King
Amiland macht nichts für umme.Die Rechnung folgt später.
hamburg123 (04.06.2008, 14:04 Uhr)
@Evil-King
Man sie haben überhaupt keine Ahnung. Hungerleidende Menschen sind den Amerikanern völlig egal. Es ging darum, den burmesischen Diktator zu stürzen, was die USA schon lange vorhaben, was auch eigentlich jeder informierte Mensch weiß.
Evil-King (04.06.2008, 13:36 Uhr)
Wirksamkeit der Medien...
@ecomoc4u: "Die staatlichen Medien in Myanmar hatten zudem berichtet, es drohe eine Invasion der USA, die die Ölvorräte des Landes in ihren Besitz bekommen wollten."
Schön, dass es sogar in Dtl Menschen gibt, die den Paranoiawahn der burmesischen Medien teilt... OMG!!!
Die Amis wollten bestimmt mit umgebauten Trinkwasseranlagen das Öl klauen, oder?
Man, die waren mit Hilfslieferungen an Bord da und nicht um Öl zu holen!!! Die wollten Hilfsgüter bringen und zwar ohne dafür Öl zu kassieren... Mag ja sein, dass Amiland auf das Öl schielt, aber in diesem Moment gings um was ganz anderes. Nämlich darum, dass sogar die Amis Hilfe für umme leisten...
ecomoc4u (04.06.2008, 11:55 Uhr)
warum wurden
fast alle asiaten und auch einige europäer ins land gelassen, um hilfe zu leisten.
.
die junta hat nichts anderes gemacht, als sich zu weigern die usa reinzulassen. die wirtschaft bestimmt nun mal wer zum zuge kommt. china war eben schneller in diesem fall, und haben burma das bessere angebot gemacht um das öl fördern zu können.
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eigentlich eine schande der usa, ein land so zu erpressen, "essen für öl".
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für die nichtblicker, auch ich bin gegen die junta, aber hier hat die usa anscheinend den bogen arg überspannt.
Wurschtie (04.06.2008, 11:14 Uhr)
unglaublich
So schlimm die Katastrophe auch ist, und so leid mir die Menschen tun, die dringend Hilfe benötigen. Es wäre an der Zeit, sämtliche Hilfe einzustellen und stattdessen die Verantwortlichen in der Militärregierung vor ein Gericht zu stellen.
Es kann doch nicht sein, dass diese Uniformtragenden Spacken die wenige Hilfe auch noch als ihre eigene ausgeben? Ich würde an der Stelle der organisationen deutlicher klarmachen, wer nun hilft und wer nicht. Mit Hilfe von Keksen in UN-Schriftzug-Form. Manche lernens nie.
Warum aber die Amis einen Rückzieher machen weiß ich nicht. Es wurden schon Länder für weniger schlimme umstände 'Pseudobefreit'. Nicht dass ich das gutheiße, aber eine konsequente Linie im Handeln kann ich nicht erkennen.
Alexander0815 (04.06.2008, 10:39 Uhr)
Gut so!
Endlich macht es mal einer. Das ist das einzig richtige Vorgehen. Hilfsbereits ist eine schöne Sache, aber wenn ein Land sich so verhält, dann sollte man Ihnen nicht noch in den Hintern krichen um helfen zu "dürfen"! So schlimm das auch für die Bevölkerung ist, aber wenn man schon betteln muss um etwas gutes zu tun, dann sollte man solche Länder komplett sich selbst überlassen! Aber D zahlt wahrscheinlich noch dafür um was gutes tun zu dürfen.
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