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20. Dezember 2005, 16:41 Uhr

Terminator gegen Tookie

Er wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt und im Gefängnis zum Kinderbuchautor: Stanley "Tookie" Williams. Auf Gnade konnte er nur durch "Terminator"-Darsteller Arnold Schwarzenegger hoffen - vergebens.

Stanley "Tookie" Williams saß 24 Jahre in der Todeszelle, bevor er hingerichtet wurde© Barbara Becnel/DPA

Nie zuvor hat die bevorstehende Hinrichtung eines in den USA zum Tode Verurteilten weltweit so große Anteilnahme hervorgebracht. Doch die Geschichte von Leben und Sterben des früheren Bandengründers und späteren Nobelpreiskandidaten Stanley "Tookie" Williams hätte kaum dramatischer verlaufen können.

Stanley "Tookie" Williams hatte 1971 als Siebzehnjähriger mit einem Schulfreund in Los Angeles die Jugendgang "Crips" gegründet. Nach zehn gewalttätigen Jahren als Chef der Bande war Williams 1981 wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Obwohl Williams bis zuletzt seine Unschuld bezüglich der Mordtaten beteuerte, wurden seine Revisionsanträge abgelehnt. Im Gefängnis hatte er lesen und schreiben gelernt und sich einen Namen als Autor gemacht. Er veröffentlichte mehrere Kinderbücher, in denen er vor Gewalt warnte und Jugendliche vor seinem eigenen Lebensweg bewahren wollte. Mehrfach gewann er Literaturpreise, wurde fünf Mal für den Friedensnobelpreis und vier Mal für den Literaturnobelpreis nominiert.

Prominente Fürsprecher gegen die Hinrichtung

Gerade wegen dieses Gesinnungswandels setzten sich viele Menschen in den USA gegen die Hinrichtung ein. Prominente wie der Rapper Snoop Dogg - selbst früher "Crips"-Mitglied - aber auch hunderte Demonstranten setzten sich für Williams' Leben ein. Ausgerechnet der frühere "Terminator"-Darsteller und heutige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger musste über das letzte Gnadengesuch entscheiden und lehnte es fünf Stunden vor dem Hinrichtungstermin ab. Auch mehrere Gerichte hatten Hinrichtungsaufschub und Gnadengesuche abgelehnt.

Williams habe "Frieden mit sich geschlossen", sagte der Bürgerrechtler Jesse Jackson nach einem letzten Zusammentreffen am Montag. Am 13. Dezember starb Stanley "Tookie" Williams durch eine Giftinjektion im Gefängnis St. Quentin in San Francisco. Der 51-Jährige war der zwölfte Verurteilte, der seit Wiedereinführung der Todesstrafe Ende der 70er Jahre in Kalifornien hingerichtet wurde.

tk
 
 
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