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Auch Bahrain bricht diplomatische Beziehungen zum Iran ab

Nach Saudi-Arabien hat auch Bahrain die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. Die Regierung gab den iranischen Diplomaten 48 Stunden Zeit, das Land zu verlassen.

  Eine Frau im arabischen Königreich Bahrain hält ein Bild des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in die Kamera, der in Saudi-Arabien zusammen mit 46 weiteren Menschen hingerichtet wurde

Eine Frau im arabischen Königreich Bahrain hält ein Bild des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in die Kamera, der in Saudi-Arabien zusammen mit 46 weiteren Menschen hingerichtet wurde

Nach Saudi-Arabien hat auch die Golfmonarchie Bahrain ihre diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Iran abgebrochen. Die Regierung habe den iranischen Diplomaten 48 Stunden Zeit gegeben, das Land zu verlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur BNA am Montag. Bahrain schließe zudem seine diplomatische Vertretung in Teheran und ziehe sein Personal von dort ab.

Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die zunehmende "offene und gefährliche Einmischung" des Irans nicht nur in die Angelegenheiten Bahrains, sondern auch die der anderen arabischen Staaten, hieß es weiter. Bahrain warf Teheran zudem vor, Terroristen zu unterstützen sowie Zerstörung und Unruhe zu verbreiten.

Das arabische Königreich Bahrain wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jedoch schiitisch. Während der arabischen Aufstände ließ die Regierung Proteste von Schiiten mit Gewalt niederschlagen. Unterstützt wurde sie dabei von Saudi-Arabien, einem engen Verbündeten. 

Hingerichtet wegen Terrorvorwürfen

Der schiitische Geistliche Nimr Baker Al-Nimr war am Samstag in Saudi-Arabien zusammen mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorvorwürfen hingerichtet worden. Der 56-Jährige war ein entschiedener Gegner des sunnitischen saudiarabischen Königshauses.

Al-Nimr hatte im Arabischen Frühling im Jahr 2011 die Abspaltung der ölreichen östlichen Regionen Katif und Al-Ihsaa befürwortet, in denen die meisten der rund zwei Millionen Schiiten Saudi-Arabiens leben. Im Oktober 2014 wurde er wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes zum Tode verurteilt.

Nachdem Demonstranten am Samstagabend in Teheran die saudiarabische Botschaft angegriffen hatten, brach Riad die diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Iran ab.

jen/AFP/DPA
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