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14. Juli 2006, 15:06 Uhr

Hamas - Friedensinitiativen sind sinnlos

Die militante Bewegung Hamas hat die Regierungswahlen 2006 in Palästina für sich entschieden. Um einen Staat Palästina auf dem Gebiet des heutigen Israel zu errichten, schreckt sie vor Gewalt nicht zurück.

Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Haniyah ist als das wohl bekannteste Hamas-Mitglied© Mahmud Hams/AFP

Die palästinensische Bewegung wurde 1987 als militanter Ableger der Muslimbruderschaft gegründet. Aufgrund ihrer Ideologie und gewalttätigen Aktionen wird sie von den USA, der EU und anderen Staaten als terroristische Vereinigung eingestuft.

Ziel der Hamas ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaates auf dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästinas - das heutige Israel, die West-Bank und der Gaza-Streifen. Zudem basiert die Charta der Hamas auf zahlreichen Verschwörungstheorien, die sich gegen die Juden richten. Aus diesen Gründen leistet die Hamas unerbittlichen Widerstand gegen Israel, das nach ihrer Ansicht Palästinas besetzt hält. Mittel des Widerstandes ist Gewalt - vor allem gegen israelische Zivilisten. Friedensinitiativen bezeichnet die Bewegung als sinnlos, da sie ein Mittel seien um ausländische Schlichter in islamische Länder zu holen.

Aufgrund dieses absoluten Anspruchs auf das ehemalige Gebiet Palästinas lehnt die Hamas jegliche Zweistaatenlösungen ab. Die Einigung mit der Fatah über die Gründung eines Palästinenserstaats ist aus ihrer Hamas nicht mit einer Anerkennung Israels gleichzusetzen. Sie beabsichtigt vielmehr den Widerstand im Gaza-Streifen und in der West-Bank zu verstärken und auch auf diesen Gebieten den palästinensischen Staat zu errichten.

Politisch und militärisch organisiert

Die Hamas ist lose in Organisationen strukturiert, die Propaganda betreiben, aber auch politische Mittel und Gewalt anwenden. Der militärische Arm der Hamas besteht aus unterschiedlichen Gruppierungen wie Studentenbewegungen und militanten Truppen. Ursprünglich fingen sie mit der Bestrafung von "Verrätern" an und unternahmen Angriffe gegen das israelische Militär. Heute sind israelische Zivilisten das Ziel ihrer terroristischen Anschläge. Zu diesem Zweck werden auch Anhänger zu Selbstmordattentaten angestiftet

In jüngster Zeit betätigt sich die Hamas auch auf partei-politischem Gebiet und nahm an den Wahlen am 25. Januar 2006 teil. Sie erlangte auf Anhieb die absolute Mehrheit der Mandate und stellt die neue Regierung des Palästinenser-Staates. Der heutige palästinensische Ministerpräsident ist Ismail Haniya, der auch Hamas-Mitglied ist. Nach dem Wahlsieg der Hamas-Extremisten ist das wesentliche Problem der neuen Regierung die fehlende Finanzierung der Politiker. Zuvor hatten die USA wie auch die EU die palästinensische Regierung finanziell gefördert. Diese Unterstützung ist inzwischen komplett eingestellt worden.

Populärität in der Bevölkerung

Die Hamas ist berüchtigt aufgrund zahlreicher Attentate und Anschläge auf Zivilisten. Vor allem an öffentlichen Orten wie Restaurants, Einkaufszentren und Wohnhäusern sprengen sich Selbstmordattentäter in die Luft oder es werden Sprengsätze platziert. Israelische Militäreinrichtungen stehen selten im Visier der Hamas.

Trotz dieser Terrorakte findet die Hamas Unterstützung in der West-Bank und im Gaza-Streifen, aber auch in anderen Staaten des Nahen Ostens. Sehr populär ist sie vor allem unter jenen Palästinensern, die im Gaza-Streifen leben. Dies geht einerseits auf die militanten Aktionen zurück, die große internationale Aufmerksamkeit erregen, andererseits aber auch auf wohltätige Aktionen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung.

Svenja Friedrich
 
 
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