26. August 2012, 10:09 Uhr

Opposition berichtet von über 300 Leichen

Syrische Rebellen melden, dass sie in der Stadt Daraja nahe Damaskus 320 Leichen entdeckt haben. Es handele sich um Opfer der Assad-Armee der vergangenen Tage, behaupten sie.

In der südwestlich von Damaskus gelegenen syrischen Stadt Daraja sind Menschenrechtsaktivisten zufolge am Wochenende etwa 320 Leichen gefunden worden. Die meisten Opfer seien vermutlich in den vergangenen Tagen bei einer Offensive der syrischen Armee getötet worden, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Am Samstag seien landesweit rund 180 Menschen getötet worden, davon 34 in Daraja. Der Beobachtungsstelle zufolge hatten die Regierungstruppen vor fünf Tagen einen Großeinsatz gegen Daraja gestartet, um die Aufständischen aus der Stadt mit rund 200.000 Einwohnern zu vertreiben. Seit Samstag seien in dem Ort 320 Leichen gefunden worden. Am Samstag hatte die Beobachtungsstelle bereits berichtet, dass in Daraja "40 bis 50" Leichen entdeckt worden seien. Weitere Tote sollen nach Razzien von Soldaten in den Tagen davor gefunden worden sein.

Berichte über Massenhinrichtungen

Die Beobachtungsstelle stützt sich bei der Bekanntgabe ihrer Opferzahlen auf die Aussagen von Aufständischen und Augenzeugen. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen.

Die Aktivistengruppe teilte am Sonntag mit, dass allein am Samstag landesweit mindestens 183 Menschen getötet worden seien, darunter 124 Zivilisten. Auch in Daraja seien 34 Menschen getötet worden, darunter Frauen und Kinder, erklärte die Beobachtungsstelle. Zuvor war von 370 am Samstag Getöteten die Rede gewesen, vermutlich weil zunächst Leichenfunde in Daraja hinzugerechnet wurden. Der genaue Todeszeitpunkt vieler dieser Opfer sei jedoch unklar, präzisierte die Beobachtungsstelle später. Die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad lässt seit Mitte März 2011 eine Revolte blutig niederschlagen. Seither wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle rund 25.000 Menschen getötet. Mit mehr als 4000 Toten ist der August schon jetzt der blutigste Monat seit dem Beginn des Aufstands. In den vergangenen Wochen hatte es vermehrt Berichte über mutmaßliche Massenhinrichtungen in Syrien gegeben.

AFP/fgüs
 
 
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