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"Tragt die Erinnerung weiter, reicht sie weiteren Generationen"

Gedenken an den Holocaust: Vor 70 Jahren befreiten russische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. In vielen Ländern wurde der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Holocaust-Überlebende gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Holocaust-Überlebende gedenken auf dem Gelände des früheren deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau der Opfer des Nationalsozialismus

Mehr als 80 ehemalige Auschwitz-Häftlinge haben auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau der Opfer der nationalsozialistischen Massenmorde gedacht. "Auschwitz ist und bleibt eine große Warnung, was geschehen kann, wenn internationales Recht gebrochen wird und die internationale Gemeinschaft nicht reagiert", sagte der polnische Präsident Andrzej Duda. Die Verluste, die etwa das jüdische und das polnische Volk erlitten hätten, seien "unvorstellbar".

Am Vormittag hatten Häftlinge Blumen an der sogenannten Todeswand von Auschwitz niedergelegt, an der tausende Häftlinge erschossen wurden. "Die junge Generation muss sich erinnern, was damals geschah", sagte der ehemalige Auschwitz-Häftling Eugeniusz Dabrowski.

Auschwitz-Überlebender mahnt zur Erinnerung

"Tragt die Erinnerung weiter, reicht sie weiteren Generationen", forderte auch der 86-jährige Asher Aud aus Israel, der das Lodzer Ghetto und Auschwitz-Birkenau überlebt hatte.

Asher Aud hat das Lodzer Ghetto und Auschwitz-Birkenau überlebt

Asher Aud hat das Lodzer Ghetto und Auschwitz-Birkenau überlebt

"Ich wünschte mir, dass unsere Geschichte und die Lehre daraus als Echo durch Jahrhunderte klingt. Das wäre unser großer gemeinsamer Sieg, der Sieg der Menschlichkeit und der Überlebenden der Schoah."

Die Vereinten Nationen haben den 27. Januar zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ausgerufen. Am 27. Januar 1941 hatten Soldaten der Roten Armee rund 7500 überlebende Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit.

Holocaust-Gedenken auch im Bundestag

Auch im Bundestag im Berlin gab es eine Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger hielt eine bewegende Rede und sprach auch über Kanzlerin Merkels Flüchtlingspolitik - in positiven Tönen.

"Dieses Land, das vor 80 Jahren für die schlimmsten Verbrechen des Jahrhunderts verantwortlich war, hat heute den Beifall der Welt gewonnen", sagte die in den USA lebende Literaturwissenschaftlerin.

Ruth Klüger lobt Angela Merkel

Im Hinblick auf rund eine Million von Deutschland aufgenommene Flüchtlinge im vergangenen Jahr sagte die 84-Jährige, "ich bin eine von den vielen Außenstehenden, die von Verwunderung zu Bewunderung übergegangen sind".

Dabei hob sie besonders die Bedeutung von Angela Merkel hervor, die mit ihrem "Wir schaffen das" einen "schlichten und dabei heroischen Slogan" ausgegeben habe. 

Klüger ist eine der jüngsten Überlebenden des Holocaust. Sie war als Kind zunächst in das NS-Vernichtungslager Auschwitz deportiert worden und von dort dann in das Lager Christianstadt gekommen, wo sie Zwangsarbeit verrichten musste. 

kis/DPA/AFP
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