. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Februar 2009, 08:23 Uhr

Bischof Williamson entschuldigt sich

Der umstrittene Bischof und Pius-Bruder Richard Williamson hat um Vergebung für seine Thesen gebeten, mit denen er den Holocaust geleugnet hatte. Er habe sich bei seinen Aussagen auf einen "Nicht-Historiker" verlassen, sagte Williamson. Seinen Kritikern reicht das aber nicht, sie üben weiter scharfe Kritik.

Williamson, Pius, Holocaust, Richard Williamson, Nachrichten

Bittet um Vergebung: Bischof Richard Williamson© AP

Der umstrittene katholische Bischof Richard Williamson hat sich für seine Leugnung des Holocausts entschuldigt. Er stellte aber nicht klar, ob er seine Ansichten geändert hat. "Ich kann aufrichtig sagen, dass es mir leidtut, solche Bemerkungen gemacht zu haben", zitierte die katholische Nachrichtenagentur Zenit Williamson am Donnerstag auf ihrer Website.

Der Bischof sagte demnach, er hätte seine Äußerungen nicht gemacht, wenn ihm vorher bewusst gewesen wäre, welch Leid und Schmerz er damit "besonders bei der Kirche, aber auch bei den Überlebenden und Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich" verursachen werde.

Williamson betonte, seine Ansichten zum Holocaust seien nicht die eines Historikers. Er habe sich seine Meinung vor 20 Jahren gebildet, "basierend auf den damals verfügbaren Beweisen".

Scharfe Kritik

Der Zentralrat der Juden in Deutschland regierte mit scharfer Kritik. Williamson ziehe "seine verlogenen Thesen zum Holocaust und dessen Leugnung" keineswegs zurück, kritisierte Vizepräsident Dieter Graumann. "Diese durch und durch verkorkste Erklärung von Williamson nimmt leider überhaupt nichts zurück, sie lässt vielmehr den Schluss zu, er halte die Holocaust-Leugnung, die er ja schon seit Jahrzehnten pathologisch auslebt, weiter aufrecht." Das Thema sei "keineswegs vom Tisch, sondern aktueller als je zuvor".

Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, bezeichnete Williamsons Erklärung als "in keiner Weise befriedigend". Selbst wenn der Geistliche seine Aussagen über den Holocaust eindeutig widerrufen hätte, müsste man sich fragen, wie ein erwachsener Mensch sich so leichtfertig in einer so fundamentalen Frage wie der Existenz von Gaskammern in Auschwitz äußern könne, sagte Meyer dem Berliner "Tagesspiegel". Er fügte hinzu: "So jemand darf keine Verantwortung tragen."

Zenit zufolge wurde Williamsons Stellungnahme von der päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei" veröffentlicht. Papst Johannes Paul II. hatte diese 1988 ins Leben gerufen, um ultra-traditionalistische Katholiken wie Williamson, der zur Pius-Bruderschaft gehört, zu versöhnen.

Williamsons Äußerungen zum millionenfachen Mord der Nationalsozialisten an den Juden hatten weltweit Empörung ausgelöst und auch zu massiver Kritik an dem aus Deutschland stammenden Papst Benedikt XVI. geführt. Dieser hatte im Januar die Exkommunikation von mehreren Pius-Bischöfen aufgehoben, darunter Williamson.

Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Holocaust-Leugner Richard Williamson in London gelandet

Der erzkonservative britische Bischof Richard Williamson ist in London gelandet. Argentinien hatte den Pius-Bruder zuvor wegen seiner Äußerungen zum Holocaust ausgewiesen. Williamson hatte geleugnet, dass in Konzentrationslagern Millionen Juden umgekommen waren. mehr...

Holocaust-Leugner Argentinien weist Williamson aus

Der umstrittene Pius-Bruder Richard Williamson ist von Argentinen aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Sollte der Holocaust-Leugner nicht binnen zehn Tagen abreisen, werde der südamerikanische Staat ihn ausweisen, heißt es. Mit seinen Äußerungen in einem Interview hat Williamson auch Papst Benedikt XVI. in Bedrängnis gebracht. mehr...

Holocaust-Affäre Pius-Brüder entmachten Williamson

Die ultra-konservative Pius-Bruderschaft hat dem Holocaust-Leugner Richard Williamson die Leitung des Priesterseminars entzogen. Der umstrittene Bischof ist abgetaucht und lehnt es weiterhin ab, seine Aussagen zurückzunehmen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe