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30. November 2009, 11:35 Uhr

Lobo gewinnt Präsidentenwahl

Der konservative Oppositionskandidat Porfirio "Pepe" Lobo ist der Sieger der Präsidentenwahl in Honduras. Beobachter hoffen, dass damit nach dem Sturz von Präsident Manuel Zelaya vor fünf Monaten wieder Ruhe in das Land einkehrt. Einige Regierungen wollen die Wahl allerdings nicht anerkennen.

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Reicher Landbesitzer mit elf Kindern: Porfirio "Pepe" Lobo, der neue Präsident von Honduras© Edgard Garrido/Reuters

Fünf Monate nach dem Staatsstreich in Honduras hat der konservative Oppositionskandidat Porfirio "Pepe" Lobo am Sonntag die Präsidentenwahl gewonnen. Laut ersten Teilergebnissen, die nach der Auszählung von rund 60 Prozent der Stimmzettel veröffentlicht wurden, kam der 61-jährige Kandidat der Nationalpartei auf fast 56 Prozent. Lobo erklärte sich zum Sieger der Wahl und kündigte "eine Regierung der nationalen Einheit" an. Er wolle eine Regierung der "Versöhnung" bilden, um die durch den Staatsstreich entstandene Krise in dem mittelamerikanischen Land zu überwinden, sagte der reiche Unternehmer und Landbesitzer vor Anhängern in der Hauptstadt Tegucigalpa. "Heute hat Honduras über seine Zukunft entschieden, um die politische Krise ein für alle Mal zu beenden." Es sei nun Zeit, die Spaltung des Landes zu beenden.

Beteiligung trotz Boykottaufrufs angeblich über 60 Prozent

Lobos Rivale Elvin Santos von der liberal-konservativen Liberalen Partei (PL) gestand seine Niederlage ein. Santos, der dem rechten Flügel der gespaltenen Regierungspartei angehört, landete nach den ersten offiziellen Ergebnissen mit knapp 39 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. Seiner Partei gehören auch der gestürzte Präsident Manuel Zelaya und Putschpräsident Roberto Micheletti an, die beide nicht zur Wahl standen. Die Wahlbeteiligung lag trotz eines Boykottaufrufs Zelayas, der die Abstimmung als undemokratisch kritisierte, nach offiziellen Angaben bei rund 61 Prozent.

Beobachter hoffen, dass mit der Wahl wieder Ruhe in das mittelamerikanische Land einkehrt, das wegen des Militärputsches in der Krise steckt. Allerdings kündigten einige Regierungen Lateinamerikas wie Brasilien und Venezuela bereits Widerstand gegen die Anerkennung des neuen Präsidenten an. Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chávez bezeichnete die Wahl als "Farce". Die Vereinten Nationen (UN) und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatten aus Protest gegen den Putsch keine Wahlbeobachter entsandt. Die USA erklärten lediglich, die Wahl sei für die Honduraner "ein nötiger und wichtiger Schritt nach vorn". Um die demokratische und verfassungsmäßige Ordnung wieder herzustellen, müsse aber noch viel getan werden.

30.000 Soldaten und Polizisten im Einsatz

In Honduras waren rund 4,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, in dem international umstrittenen Urnengang einen neuen Präsidenten und dessen drei Stellvertreter zu wählen. Ausgerichtet wurde die Wahl von der Putschregierung, die im Sommer den gewählten Präsidenten Zelaya abgesetzt hatte. Gleichzeitig wurden Wahlen für die 128 Sitze im Parlament und die Bürgermeisterposten in 298 Gemeinden abgehalten. Im ganzen Land waren rund 30.000 Soldaten und Polizisten im Einsatz, die Abstimmung verlief jedoch weitgehend friedlich. In der zweitgrößten Stadt von Honduras, San Pedro Sula, wurde eine Demonstration von rund 2000 Anhängern des gestürzten Präsidenten Zelaya aufgelöst. Die Polizei setzte Tränengasgranaten und Wasserkanonen gegen die Menge ein. Mehrere Demonstranten wurden verletzt oder festgenommen. Sie hatten die Wiedereinsetzung Zelayas und "Freiheit" gefordert.

Erfahrener Politiker mit elf Kinder

Lobo ist kein politischer Neuling. Er zählt zur traditionellen Regierungselite des Landes und hatte die Wahl vor vier Jahren nur knapp verloren. Seine Partei hatte sich im Parlament für den Putsch gegen Zelaya ausgesprochen. Der 61-Jährige nahm selbst nicht an der Abstimmung teil und vermied es, zu dem Thema Position zu beziehen. Lobo, zu deutsch "Wolf", war drei Mal verheiratet und hat elf Kinder.

Zelaya war Ende Juni gestürzt und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von der Armee außer Landes gebracht worden. Hintergrund für den ersten Putsch in Lateinamerika seit 16 Jahren war ein Linksschwenk des Staatschefs gewesen. Ende September gelang Zelaya die heimliche Rückkehr in sein Land, seitdem sitzt er in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa fest. Die Botschaft ist von Polizei und Armee umstellt, bereit den Politiker festzunehmen.

AFP/Reuters
 
 
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