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29. Juni 2009, 08:07 Uhr

Wütende Proteste nach Militärputsch

In Honduras haben Anhänger des entmachteten Präsidenten Manuel Zelaya gegen den Putsch des Militärs protestiert. Sie errichteten Straßensperren und blockierten den Zugang zum Präsidentenpalast. Auch Schüsse fielen. Der neu eingesetzte Staatschef Roberto Micheletti begann unterdessen mit der Bildung einer neuen Regierung.

Honduras, Putsch, Militär,

Anhänger des abgesetzten Präsidenten Manuel Zelaya protestieren in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, gegen den Staatsstreich© Gustavo Amador/EPA/DPA

Nach dem Militärputsch in Honduras ist es zu Protesten von Anhängern des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya gekommen. In der Hauptstadt Tegucigalpa errichteten Hunderte Regierungsanhänger - einige von ihnen mit Schaufeln und Metallstangen bewaffnet - Straßensperren und blockierten die Zufahrt zum Präsidentenpalast, der von Soldaten in Kampfausrüstung beschützt wurde.

Die Demonstranten zündeten Reifen an und bewarfen Autos mit Steinen. Augenzeugen zufolge fielen auch Schüsse. Unklar blieb, von wem diese abgefeuert wurden. Die USA, die EU und die Regionalmächte verurteilten den ersten Putsch in Zentralamerika seit dem Ende des Kalten Krieges.

Nach einem erbitterten Machtkampf hatte das Militär Zelaya am frühen Sonntagmorgen verhaftet und nach Costa Rica ausgeflogen. Das oberste Gericht des Landes erklärte, die Richter hätten die Armee zum Sturz Zelayas angewiesen, da dieser rechtswidrig eine zweite Amtszeit angestrebt habe. Der Kongress benannte den Parlamentsvorsitzenden Roberto Micheletti, Mitglied von Zelayas eigener Liberalen Partei, zum Übergangspräsidenten.

Der begann bereits am Sonntagabend mit der Bildung einer neuen Regierung. Er ernannte den Juristen Enrique Ortiz Colíndes zum neuen Außenminister. Parlamentschef wurde der bisherige Sekretär des Kongresses Alfredo Saavedra. Um den Ausbruch von Unruhen zu verhindern, verhängte Micheletti eine zweitägige Ausgangssperre in der Hauptstadt Tegucigalpa.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon protestiert

Unterdessen verurteilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Festnahme Zelayas und setzte sich für eine Unterstützung der demokratischen Institutionen in Honduras ein. Zuvor hatte auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Absetzung des honduranischen Präsidenten scharf kritisiert.

Inzwischen setzten sich die Präsidenten der Staaten Mittelamerikas nach Nicaragua in Bewegung. In Managua wollten sie an diesem Montag gemeinsam mit Zelaya über die Lage in Honduras berate. Micheletti wies die internationale Kritik an der Absetzung Zelayas zurück. "In Honduras hat es keinen Staatsstreich gegeben, sondern eine Nachfolge in der Präsidentschaft", sagte er bei seiner ersten Pressekonferenz. Er werde bald mit der internationalen Staatengemeinschaft Kontakt aufnehmen, um eine Isolation seines Landes zu vermeiden. Er werde darum bitten, dass die Souveränität von Honduras respektiert werde.

Reuters/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Oetker333 (30.06.2009, 11:02 Uhr)
Unser Ultrakonservativer
@UR63
Wie schön dass sie Staatsstreiche gegen demokratisch gewählte Präsidenten unterstützen. Sie sollten lieber etwas tun damit sie nicht dumm sterben. Wie wärs wenn sie sich mit Pinochet, Fujimori oder den Contra-Rebellen beschäftigen. Alles rechte Putschisten die demokratisch gewählte Präsidenten ins Exil geschickt haben. Die meisten noch großzügig von der CIA mitfinanziert. Sie vergessen wohl dass das Militär eine Volksabstimmung verhindern wollte, die der Präsident ansetzen wollte. Und so etwas soll rechtens sein? Neokonservative wie Sie haben der Welt genug Unglück gebracht siehe Irak.
horst.pachulke (29.06.2009, 21:54 Uhr)
Wer hier dumm stirbt dürfte klar sein:
Ein Mensch, der einen Militärputsch nicht als solchen erkennt.
UR63 (29.06.2009, 18:25 Uhr)
Auwei
So ein Bullshit-Kommentar!
lol
Damit du nicht dumm stirbst!
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,632499,00.html
auwei (29.06.2009, 12:59 Uhr)
Ja wenn den Rechten
sonst nix mehr einfällt, setzen sie Soldaten in Marsch. So kennen wir sie, so lieben wir sie. Ob sich die honduranischen Rechten auch "bürgerlich" nennen?
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