Syrien-Konflikt weitet sich in den Libanon aus

24. Juni 2013, 13:46 Uhr

Bei Gefechten mit Salafisten sind im Libanon 15 Soldaten ums Leben gekommen. Die EU zeigt sich besorgt über die Stabilität der Region und will humanitäre Hilfsmittel auf 400 Millionen Euro erhöhen.

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Nach heftigen Gefechten zwischen libanesischen Soldaten und Salafisten sind die Straßen von Sidon, im Süden des Libanons, mit Patronenhülsen übersät©

Bei Gefechten mit Anhängern eines Salafisten-Scheichs sind in der libanesischen Stadt Sidon 15 Soldaten ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Armeesprecher am Montag. Nach Informationen des Roten Kreuzes wurden etwa 100 Menschen verletzt, darunter mehr als 50 Zivilisten. Hunderte Menschen konnten ihre Häuser in den Vororten Abra und Hilalija wegen der Gefechte nicht verlassen.

Die Kämpfe dauern bereits seit Sonntag an. Nach Angaben der Armee verschanzten sich am Montag rund 250 Anhänger des Scheichs Ahmed al-Asir in der Bilal-Bin-Rabbah-Moschee und einem angrenzenden Gebäude. Die Kämpfe, die mit einem Streit zwischen Salafisten und Soldaten an einer Straßensperre in der südlichen Stadt begonnen hatten, sorgten auch in anderen Landesteilen für Unruhe. In Beirut, in Tripoli und in der Bekaa-Ebene errichteten radikale Sunniten Straßensperren. Auch ein Armeeposten am Eingang eines palästinensischen Flüchtlingslagers in Sidon geriet unter Beschuss.

"Dramatischste humanitäre Lage in der Welt"

Al-Asir hat einige hundert Gefolgsleute. Die Gruppe befindet sich im Dauerstreit mit der Schiitenbewegung Hisbollah. Der Scheich hat sunnitische Soldaten aufgefordert, den Befehl zu verweigern.

Die Europäische Union hat unterdessen vor einer drohenden "humanitären Katastrophe" in Syrien gewarnt. "Dies ist die dramatischste humanitäre Lage in der Welt heute", heißt es in einem Bericht der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton für die am Montag in Luxemburg tagenden EU-Außenminister. Die EU werde deshalb die humanitäre Hilfe für die rund 1,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien um 400 Millionen Euro erhöhen. Ashton zeigte sich besorgt, dass die Lage in Syrien auch ernsthaft die Stabilität der Nachbarländer Libanon und Jordanien gefährden könne. In ihrem Bericht unterstreicht Ashton, einzig eine politische Lösung könne die Lage in Syrien verbessern. Die EU werde alles tun, damit die in Genf geplante Syrien-Konferenz zustande komme.

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