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8. November 2011, 13:35 Uhr

Baut der Iran die Bombe?

Mit Spannung wird der IAEA-Bericht zum Atomprogramm im Iran erwartet. Nach Medienberichten mehren sich darin die Hinweise auf die Entwicklung von Atomwaffen in dem Land. Wasserfeste Beweise dürften aber ausbleiben.

Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA hat Zeitungsberichten zufolge zahlreiche Belege für die systematische Entwicklung von Atomwaffen im Iran. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geht aus einem erwarteten Bericht der Behörde hervor, dass Teheran in sämtlichen für den Bau von Kernwaffen wesentlichen Bereichen tätig ist oder war. Dazu zählten die Urananreicherung, die Konstruktion eines atomaren Sprengkopfes für iranische Raketen und eines Zündmechanismus für eine nukleare Kettenreaktion.

Die britischen Zeitung "The Guardian" berichtet über mögliche Beweise für Atomwaffentests im Iran. So werde ein Ort identifiziert, an dem möglicherweise Teile von Atomsprengköpfen getestet worden seien. Den Experten liege ein Papier vor, das zeige, dass iranische Wissenschaftler für Atomwaffen genutzten Sprengstoff getestet hätten. In dem an diesem Mittwoch erwarteten IAEA-Bericht zu Atom-Aktivitäten im Iran gebe es mehrere Hinweise auf solche Tests.

Es gibt keinen wasserdichten Beweis

Laut FAZ ist bei der IAEA in Wien von einer neuen Etappe im Atomstreit mit dem Iran die Rede. Noch nie habe die IAEA derart detailliert ihren Wissensstand dargelegt. Allerdings verwiesen Experten darauf, dass es keine "smoking gun", also keinen wasserdichten Beweis gegen Teheran gebe. Ein Diplomat spricht laut Zeitung mit Blick auf den Bericht von einem unfertigen Mosaik. Als unwahrscheinlich gelte, dass die IAEA ausdrücklich feststellen werde, Iran arbeite an Atomwaffen, schreibt das Blatt weiter.

Der IAEA-Bericht werde sich auf von westlichen Geheimdiensten gesammelte Informationen stützen, hieß es im "Guardian" weiter. Unter anderem werde die Organisation zu dem Schluss kommen, dass der Iran seit 2004 vor allem Modelle von Atomwaffen-Komponenten am Computer entwickle und prüfe, statt sie zu bauen und dann zu testen. Die iranische Führung bestreitet, an einer Computersimulation für Atomsprengköpfe zu arbeiten.

In Israel wird intensiv über die Möglichkeit diskutiert, den möglichen Atomwaffenbau im Iran mit einem Militärschlag zu verhindern. Dem "Guardian" zufolge haben die USA Israel in diesem Jahr 55 Bunkerknackerbomben geliefert; Israels Luftwaffe habe eine Nato-Basis auf Sardinien für das Üben von Langstreckeneinsätzen genutzt.

mlr/DPA
 
 
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