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17. Oktober 2006, 10:39 Uhr

30 Staaten könnten Atombombe bauen

Nordkorea testet Nuklearwaffen, weitere 30 Staaten sind "virtuelle Atommächte", die aufgrund ihres Know-Hows Atombomben entwickeln könnten. Davor warnte der Chef der Atomenergie-Organisation in Wien.

Mohamed Elbaradei, Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation© Behrouz Mehri/AFP

"Wir haben es mit einer Art virtuellen Atommächten zu tun", sagte der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed Elbaradei, am Montag auf einer Konferenz zur nuklearen Sicherheit in Wien. Diese Staaten verfügten über eine Technologie, mit der sie in kurzer Zeit Atomwaffen bauen könnten. Um das zu verhindern, seien bessere Kontrollsysteme nötig, fügte er hinzu.

Zuletzt hätten immer mehr Staaten nach Atomwaffen gestrebt, erklärte ElBaradei. "Es hat mit dem Irak begonnen, dann war es Libyen - beim Iran untersuchen wir noch ein Programm, das fast zwei Jahrzehnte geheim gehalten wurde und jetzt haben wir den Atomtest von Nordkorea erlebt", sagte er.

Nachsicht gegenüber Indien und Israel

Bei der Kontrolle von nuklearen Aktivitäten werde zudem mit zweierlei Maß gemessen, sagte Elbaradei. Während manche Staaten Atomwaffen hätten oder entwickeln dürften, gelte das für andere Staaten nicht, sagte er ohne Namen zu nennen. "Das entbehrt jeder Logik", fügte er hinzu. Die USA werden häufig dafür kritisiert, dass sie gegenüber Israel und Indien nachsichtig seien, obwohl diese Länder den Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen nicht unterzeichneten.

Elbaradei sagte, seine Behörde benötige mehr Haushaltsmittel als die zur Verfügung stehenden 120 Millionen Dollar für die weltweite Kontrolle. "Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte er.

 
 
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