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Der Betrug war zu offensichtlich: Afghanistans Präsident Hamid Karsai muss sich nun doch einer Stichwahl stellen. Zuvor hatte eine Wahlkommission ein Drittel der Stimmen für ihn für ungültig erklärt.
Für Amtsinhaber Hamid Karsai könnten die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan doch noch in eine Verlängerung gehen. Eine von den Vereinten Nationen unterstützte Beschwerdekommission hat nachträglich hunderttausende seiner Stimmen gestrichen. Damit kommt es nun wohl doch zu einer Stichwahl mit Herausforderer Abdullah Abdullah.
Afghanistans Präsident Hamid Karsai kommt kaum noch um eine Stichwahl herum. Nachdem die Beschwerdekommission Hunderttausende seiner Stimmen gestrichen hat, haben US-Außenministerin Hillary Clinton und UN-Generalssekretär Ban Ki Moon Karsai ins Gebet genommen. Der Präsident kündigte daraufhin eine Erklärung an.
Vor einem Monat wurde in Afghanistan gewählt. Jetzt sind die 5,6 Millionen Stimmen ausgezählt, doch die Ergebnisse sind noch immer nicht endgültig. Zudem hat die Wahlkommission ein Viertel der Stimmen für ungültig erklärt - wegen Betrugs.
Im Norden Afghanistans sind am Sonntag drei Wahlhelfer tot aufgefunden worden, die während der Parlamentswahl verschleppt worden waren.
Mit Bomben und Raketen wollen die Taliban die Afghanen von der Parlamentswahl fernhalten. Präsident Karsai ruft dazu auf, der Gewalt zu trotzen. Inzwischen werden erste Unregelmäßigkeiten gemeldet. Massiver Wahlbetrug wird befürchtet.
Nach dem Rückzug von Ex-Außenminister Abdullah Abdullah wird die umstrittene Stichwahl in Afghanistan nach Angaben aus der Wahlkommission abgesagt. Entsprechend äußerte sich ein Mitglied der Wahlkommission (IEC), das ungenannt bleiben wollte, am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa in Kabul.
Mit Präsident Hamid Karsai als einzigem Kandidaten wäre die Stichwahl in Afghanistan zur Farce geworden. Jetzt wurde sie abgesagt - und Karsai zum Wahlsieger erklärt. Der Westen gratuliert, als sei nichts gewesen.
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon schaltet sich in den Streit um die Stichwahl in Afghanistan ein: Ban ist zu einem Überraschungsbesuch in Kabul und will dort Präsident Hamid Karsai und dessen aus der Wahl ausgestiegenen Kontrahenten Abdullah Abdullah treffen. Die Wahlkommission berät derweil das weitere Vorgehen.
Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat Amtsinhaber Hamid Karsai auch nach Abzug gefälschter Stimmen einen Vorsprung von fast 20 Prozentpunkten vor seinem Herausforderer Abdullah Abdullah.
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