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18-Jähriger soll Assange ausspioniert haben

Drei Monate lang hat Sigurdur Thordarson offenbar zwei Herren gedient: Julian Assange und dem FBI. Der Junge genoss das Vertrauen des Wikileaks-Gründers - und verriet ihn aus Abenteuerlust.

  Soll von einem Schuljungen aus Island ausspioniert worden sein: Wikileaks-Gründer Julian Assange

Soll von einem Schuljungen aus Island ausspioniert worden sein: Wikileaks-Gründer Julian Assange

Einem unscheinbaren 18-jährigen Schuljungen aus Island gelang das, wovon viele Spione träumen: Er gelangte bis ins Herz der Enthüllungsplattform Wikileaks und stand unter dem persönlichen Schutz von Julian Assange. Doch Sigurdur Thordarson verriet ihn und arbeitete monatelang für das FBI - so zumindest berichtet es das #link; http://www.wired.com/threatlevel/2013/06/wikileaks-mole/;US-Magazin "Wired"#. Demnach hat der Geheimdienst Thordarson insgesamt 5000 Dollar und mehrere internationale Flüge bezahlt, damit er Daten wie Chat-Verläufe, Videos und E-Mails weitergab.

Assange nahm ihn unter seine Fittiche

Laut "Wired" schloss sich Thordarson im Februar 2010 als Freiwilliger Wikileaks an, nachdem die Plattform interne Dokumente von isländischen Banken veröffentlicht hatte, die in der Finanzkrise zusammengebrochen waren. Als während einer Mitarbeiterrevolte bei Wikileaks das Personal knapp war, beorderte Assange den Jungen in den zentralen Chat-Room und machte ihn so zum ersten Ansprechpartner für neue Freiwillige, Journalisten und potenzielle Quellen. Assange nahm ihn "Wired" zufolge unter seine Fittiche und schützte ihn vom ersten Treffen an vor dem Misstrauen von Kollegen. "Ich werde dich gegen alle Anschuldigungen verteidigen", soll Assange einmal gesagt haben. "Aber ich erwarte totale Loyalität von dir."

Ein folgenschwerer Vertrauensvorschuss: Thordarson nahm Kontakt mit einer Gruppe von Hackern auf, und überredete sie, die Systeme der isländischen Regierung für Wikileaks zu hacken. Doch das FBI, so "Wired" weiter, bekam von der Sache Wind und warb den Anführer der Gruppe als Informanten ab. Thordarson wurde die Sache zu heiß und lief ebenfalls über. Er habe keine Gesetze brechen wolle, wird er von "Wired" zitiert. "Der zweite Grund war Abenteuer."

FBI erhielt Tausende Seiten Dokumente

Drei Monate soll er dem FBI Tausende Seiten Dokumente zugespielt haben, bis er im November 2011 aufflog. Er bat das FBI um Geld, bis der Geheimdienst ihm widerwillig 5000 Dollar Aufwandsentschädigung zugestand. Heute muss sich Thordarson laut "Wired" wegen Steuerverbrechen gegenüber der isländischen Justiz verantworten. Das FBI lehnt jeglichen Kommentar zu seinen Diensten ab. Wikileaks dementierte den Bericht auf Twitter: Zu keiner Zeit habe Thordarson für Wikileaks gearbeitet.

AS

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