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30. Oktober 2008, 10:45 Uhr

Viele Tote durch Bombenanschläge

Bei einer Serie von schweren Bombenanschlägen im Nordosten Indiens sind mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte erlitten Verletzungen. Die Sprengsätze waren auf Märkten und in Gerichtsgebäuden explodiert.

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Mehrere Sprengsätze sind in Assams Hauptstadt Guwahati explodiert© AFP

Bei der schweren Bombenserie im nordostindischen Bundesstaat Assam ist die Zahl der Toten am Donnerstag auf mehr als 50 gestiegen. "Nach unseren Informationen starben 54 Menschen bei den Explosionen und 224 wurden verletzt", sagte ein Polizeisprecher in Assams Hauptstadt Guwahati. Zahlreiche Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Die Nachrichtenagentur Ians meldete unter Berufung auf die Behörden, von 11.20 Uhr Ortszeit an seien binnen 20 Minuten elf Sprengsätze detoniert, mindestens vier davon in Guwahati, die restlichen im Westen Assams. In Guwahati seien die Bomben auf belebten Märkten und im Gerichtskomplex explodiert.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Assams Ministerpräsident sagte: "Im ganzen Bundesstaat wurde Großalarm ausgerufen." Es habe sich um geplante Terroranschläge gehandelt.

Menschenmassen liefen Amok

Nach der Bombenserie kam es zu Unruhen. Aufgebrachte Menschen griffen Polizisten in Guwahati an, denen sie vorwarfen, die Anschläge nicht verhindert zu haben. "Menschenmassen liefen Amok, warfen Steine auf Polizisten und versuchten, Streifenwagen und sogar Feuerwehrfahrzeuge in Brand zu stecken", sagte ein Augenzeuge namens Saurabh Chowdhary. "Es herrscht völlige Gesetzlosigkeit."

Neben der militanten separatistischen Vereinten Befreiungsfront Assams (Ulfa) verdächtigte die Polizei auch muslimische Extremistengruppen. Zu Monatsbeginn hatte die Polizei muslimische Extremisten aus dem benachbarten Bangladesch für eine Bombenserie in Assam mit zwei Toten verantwortlich gemacht. In Assam kämpfen neben der Ulfa noch zahlreiche andere militante Gruppen für Autonomie oder Unabhängigkeit. Die Gewalt der Separatisten kostete in den vergangenen knapp 30 Jahren mehr als 20.000 Menschen das Leben.

Ein Augenzeuge einer der Anschläge am Donnerstag in Guwahati, Arindam Das, sagte Ians: "In der Gegend wimmelte es von Leuten, Büroarbeitern, Ladenbesuchern und Verkäufern, als es zu einer sehr großen Explosion kam." Der indische Premierminister Manmohan Singh verurteilte die Anschläge und rief seine Landsleute dazu auf, Terrorismus vereint zu bekämpfen.

DPA/AP
 
 
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