. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. September 2007, 21:24 Uhr

Streit über Petraeus' Abzugspläne

Am zweiten Tag der Anhörung von General David Petraeus, dem Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, haben vor allem demokratische Senatoren harsche Kritik an seinem Plan geübt, erst im kommenden Jahr die Truppenstärke zu reduzieren. Doch auch die Republikaner sind sich nicht einig, was sie von dem Plan halten sollen.

General Petraeus wurde an beiden Tagen mehrere Stunden lang befragt© Jim Bourg/Reuters

Der US-Kongress bleibt trotz neuer Pläne für einen Teilabzug von 30.000 Soldaten aus dem Irak weiter zerstritten. Der US-Oberkommandierende im Irak, General David Petraeus, und US-Botschafter Ryan Crocker warben bei einer Anhörung vor dem Auswärtigen Ausschuss des Senats um mehr Zeit und Geduld. Führende demokratische Senatoren machten deutlich, dass sie die Einschätzung einer positiven Entwicklung der Sicherheitslage im Irak nicht teilen. Dagegen begrüßte die Führung in Bagdad den Bericht und sprach von "historischen Fortschritten" auf dem Weg zur Demokratie.

Nach der Anhörung muss die US-Regierung jetzt dem Kongress bis zum 15. September einen neuen Zwischenbericht über die Lage im Irak vorlegen. Die Pläne von Petraeus sehen vor, bis Mitte Juli kommenden Jahres jene 30.000 Soldaten wieder zurückzuholen, die US-Präsident George W. Bush im Januar als Truppenverstärkung abkommandiert hatte. Zur Zukunft der restlichen 130.000 Soldaten will sich Petraeus erst im März 2008 äußern. Die demokratische Mehrheit im Kongress hat dagegen gefordert, dass bis Ende April 2008 alle 160.000 US-Soldaten abgezogen werden.

"Latte niedrig gehängt"

Der demokratische Senator und Präsidentschaftskandidat Barack Obama warf der US-Regierung vor, dass nach dem Chaos im Irak jetzt die Latte so niedrig hänge, dass selbst geringe Fortschritte als Erfolg angesehen würden. Der Irak-Krieg sei ein verheerender außenpolitischer Fehler gewesen und jetzt bleibe nur noch die Wahl zwischen schlechten und noch schlechteren Optionen, sagte Obama. Der Senator kritisierte außerdem, dass die schiitischen Milizen nicht wie gefordert entwaffnet worden seien und die Führung in Bagdad keinerlei Fortschritte bei der nationalen Aussöhnung gemacht habe. "Die Frage ist jetzt, wie lange es noch dauern wird, und wann der Punkt kommt, an dem wir "genug" sagen", sagte Obama. Der republikanische Senator Jim DeMint nannte dagegen die Abzugspläne von Petraeus ermutigend. Weitere Truppenreduzierungen seien willkommen, sagte er. Bei anderen führenden Republikanern im US-Kongress sind Petraeus' Pläne aber auf Skepsis gestoßen. "Wozu sollen wir weiter Blut und Geld im selben Umfang wie bisher investieren?", fragte der republikanische Senator Chuck Hagel.

Crocker warnte vor einem raschen Truppenabzug. Chaos und Bürgerkrieg könnten zu großem menschlichen Leid und einer Intervention der Nachbarländer führen. Gewinner wäre der Iran, der die Kontrolle über die Ressourcen im Irak erlangen würde. Crocker sagte den Senatoren, dass er keinen Erfolg im Irak garantieren könne, aber eine Änderung der gegenwärtigen Strategie aus seiner Sicht noch schlimmere Auswirkungen hätte. Crocker schlug dem Senat außerdem vor, die 18 Zielvorgaben zur Einschätzung der Lage im Irak aufzugeben und Fortschritte flexibler zu messen.

18 Zielvorgaben

Der Kongress hatte die US-Regierung im Mai aufgefordert, bis zum 15. September über die Erfüllung von 18 Zielvorgaben Bericht zu erstatten, mit denen die nationale Aussöhnung im Irak gefördert werden soll. Die drei wichtigsten Zielvorgaben sind ein Gesetz zur Aufteilung der Erdöleinnahmen, ein Gesetz zur Wiedereingliederung von Anhängern des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein sowie die Abhaltung von Provinzwahlen.

Die irakische Führung begrüßte den Bericht von Petraeus. Der nationale Sicherheitsberater Muwaffak al-Rubaie sagte, dass die irakische Regierung und die Sicherheitskräfte weiterhin auf die Unterstützung der Koalitionskräfte angewiesen seien. Bislang hätten irakische Sicherheitskräfte in sieben von 18 Provinzen die Kontrolle übernommen.

 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
mramorak (12.09.2007, 02:54 Uhr)
Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende
Einen Krieg einseitg beenden kann man nur indem man davonläuft. Dann ist der Krieg zuende, aber das Morden nicht, das geht dann erst los. Denken sie an Vietnam, als die Amerikaner weg waren, wurden viele Tausend Menschen in "Umerzihungslager" gesteckt worden, das waren Mordanstlten. Welcher der "Kriegsgener" ging nach Vietnam um zu helfen? Wer also will, dass die USA aufgeben, ist also bereit das Massenmorden im Irak erst richtig losgehnen zu lassen.
Die Demokraten in den USA sind gespalten. Die meisten Kandidaten für die Präsidentschaft sind viel leiser geworden, besonders die Frau Clinton. Der Kongress ist in den Händern anderer. Und dazu kommt noch was, das in unseren medien nicht wahrgenommen wird, und die bringen solche Umfrageergebnisse nicht. Eine große Mehrheit der Amerikaner ist GEGEN einen sofortigen Abzug aller ihrer Trupen. Es waren nur 19%, die an einen Sieg glaubten, heute sind es 39%. Und genau deswegen drehen die Gegner der Demokratie durch! Ich glaube in Deutschland wird man bald viele neue Nervenanstalten brauchen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Irak-Strategie Petraeus deckt seinen Präsidenten

Mit seinem Bericht unterstützt General David Petraeus die Strategie des US-Präsidenten: Nur langsam sollen die Truppen aus dem Irak abgezogen werden. Die Demokraten sind gefangen in der politischen Zwickmühle: Sie können sich nicht gegen einen wie Petraeus stellen - schließlich wollen sie im kommenden Jahr zurück ins Weiße Haus. mehr...

Irak Petraeus für Truppen-Teilabzug im Sommer 2008

General David Petraeus, der Oberbefehlshaber der US-Armee im Irak, hat vor dem US-Kongress eine Reduzierung der Truppenstärke für den Sommer kommenden Jahres vorgeschlagen. Zuvor wurden Antikriegsprotestler aus dem Saal gebracht. mehr...

David H. Petraeus Der General und sein Bericht

Der US-Oberkommandierende im Irak, David Petraeus, wird heute seinen mit Spannung erwarteten Fortschrittsbericht vorlegen. Darin empfiehlt er offenbar keinen raschen Truppenabzug - entgegen der Forderung der Demokraten. Ein Porträt jenes Diplomaten in Uniform, der ein Desaster als ein Projekt der Zukunft verkaufen muss. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe