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29. Dezember 2006, 15:21 Uhr
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Traumjob Saddams Henker

Das Todesurteil gegen Saddam Hussein ist bestätigt worden - der irakische Ex-Diktator wird durch den Strang hingerichtet. Wer das Todesurteil vollstrecken soll, ist noch nicht entschieden, an Freiwilligen aber mangelt es nicht.

Innerhalb von 30 Tagen soll Saddam Hussein hingerichtet werden© David Furst/AFP

Hunderte von Irakern haben sich nach dem Todesurteil gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein als Henker beworben. Dies sagte ein Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki dem US-Fernsehsender ABC. Bassam al-Husseini sagte nach dem Bericht, die Interessenten gehörten allen drei großen Religionsgemeinschaften und allen ethnischen Gruppierungen an. Offiziell gebe es keinen Henker, Die Regierung habe eine solche Position auch nicht ausgeschrieben, hieß es ABC weiter.

Ein irakisches Berufungsgericht hat das Todesurteil gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein und zwei seiner Gefolgsleute bestätigt. Das Urteil werde nun innerhalb von 30 Tagen vollstreckt, erklärte der Vorsitzende Richter des Berufungsgerichts, Munir Haddad, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bagdad. Eine neue Berufung ist nicht möglich. Die US-Regierung lobte die "mutigen Anstrengungen" der irakischen Richter. Dagegen sprachen die Verteidiger Saddam Husseins von "Siegerjustiz".

Drei Todesurteile

Das Sondertribunal für die Verbrechen des alten Regimes in Bagdad hatte Saddam, seinen Halbbruder Barsan al-Tikriti und den früheren Richter Awad al-Bandar am 5. November wegen der Ermordung von 148 angeblichen Verschwörern in der schiitischen Kleinstadt Dudschail 1982 zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Verteidigung hatte vier Wochen später Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Der Leiter des Verteidigerteams Saddams, Chalil al-Duleimi, zeigte sich von der Entscheidung des Berufungsgerichts nicht überrascht. "Dies sind politische Gerichte, die mit Rechtmäßigkeit nichts zu tun haben, denn sie wurden von Invasoren (...) eingesetzt." Das Urteil sei Ausdruck von "Siegerjustiz", sagte Al-Duleimi der Deutschen Presse-Agentur in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Lob aus den USA

Dagegen lobte der Sprecher des US-Außenministeriums, Kurtis Cooper, den couragierten Einsatz der irakischen Richter, der sichergestellt habe, "dass sich die Gerechtigkeit gegen die Gräueltaten, die Saddam Hussein am irakischen Volk verübt habe, durchsetzt".

Ein Termin für die Vollstreckung der Todesurteile war am Dienstagabend noch nicht bekannt. Gegen den 69-jährigen Saddam läuft ein zweiter Prozess wegen Völkermordes an den Kurden, der jetzt höchstwahrscheinlich nicht mehr abgeschlossen werden kann. Dabei geht es um die so genannte Anfal-Militärkampagne, bei der 1987 und 1988 bis zu 100.000 Kurden ums Leben gekommen waren. Weitere Anklagen gegen Saddam und andere Funktionäre sind noch anhängig. Saddam hatte ein Viertel Jahrhundert im Irak mit brutaler Hand geherrscht, bis er durch die US-geführte Militärinvasion im April 2003 gestürzt wurde.

DPA
KOMMENTARE (4 von 4)
 
sanmiguel (27.12.2006, 13:00 Uhr)
Wurst
Alles hat ein Ende, Leute, nur die Wurst hat viele: Aufhängen kann man sie zum Lufttrocknen, Braten, Kochen, Aufessen, Vergammeln lassen oder auch einfach nur bei einem Analyseinstitut abgeben. Keines der vielen Enden wird Allen schmecken.
Nun sind 25 Jahre unkoschere Schlachterei im Irak vorbei, Theater war's eigentlich nie, immer nur Blitz und Donner und viel Zorn von allen möglichen Seiten, und nun hat auch das noch kein Ende: Jetzt kommen die Kommentare zum Todesurteil, gute Menschen analysieren es, viele bewerben sich darum, die Vollstreckung ausführen zu dürfen, und dabei gehen Blitz und Donner und viel Zorn dort einfach weiter, als ginge sie das alles nichts an.
In vielen Kapiteln dieser "regionaler" Geschichte ist schon so viel geschehen, es wurden - sogar "heilige" - Bücher drüber verfasst, allein: "Recht" behalten hat keiner, der ewige Zoff geht weiter.
Vielleicht wär's die beste Lösung, diese aufgeblasene Wurst einfach vergammeln zu lassen? Gut, wir hätten einen Gammelfleischskandal mehr, aber darüber beruhigen sich die Menschen doch immer noch am schnellsten.
catchme (27.12.2006, 12:58 Uhr)
Alle raus aus dem Irak !
Alle Nationen, die Soldaten im Irak haben, sollten ihre Truppen abziehen ... aber auch alle anderen Organisationen sollten ihre Mitarbeiter aus dem Land zurückrufen. Dann sollte das Land ins Mittelalter zurückgebombt werden und dann kann Saddam seine Wiederaufbauqualitäten unter Beweis stellen ...
wmebh (27.12.2006, 12:40 Uhr)
todesurteil
hätte man saddam wieder zum präsidenten eingesetzt gäbe es bald wieder ruhe im irak. er ist der einzige der für ruhe sorgen kann.
Pixelschubser (27.12.2006, 12:05 Uhr)
Was soll denn das?
Racheaktionen wie z.B. die Todesstrafe haben noch nie etwas genützt. Das haben wir Deutschen spätestens bei den Nürnberger Prozessen lernen dürfen.
Dass die Amerikaner bei der Idee, Saddam hinzurichten, diensteifrigst mit dem rasierten schädel nicken, ist für mich ein klares Zeichen dafür, dass auch die zu den Nationen gehören, die es bis heute nicht begriffen haben. Und noch weniger haben sie begriffen, dass sich der Irak mit diesem Todesurteil noch einen Märtyrer geschaffen hat.
Ich kann da nur gratulieren - so viel Dummheit muss doch gefeiert werden...
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