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16. Januar 2003, 19:57 Uhr

UN-Inspekteure finden leere Sprengköpfe

Die UN-Waffeninspekteure haben am Donnerstag in Bagdad elf leere Chemiewaffen-Sprengköpfe und einen Sprengkopf entdeckt, der noch näher untersucht werden muss.

Die UN-Inspekteure sind fündig geworden© dpa

Wie der Sprecher der UN-Waffenkontrollkommission, Hiro Ueki, mitteilte, wurde der Fund auf dem Gelände des Munitionsdepots Ucheidar bei der Durchsuchung mehrerer neuer Bunker gemacht. Die Sprengköpfe seien in einem «ausgezeichneten Zustand und ähnelten den vom Irak in den späten 80er Jahren importieren Sprengköpfen, sagte Ueki. Aus dem Weißen Haus in Washington verlautete ähnlich wie auch aus London, vor einer Stellungnahme wolle man erst weitere Informationen abwarten.

UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix hatte zuvor die Lage als «sehr gespannt und sehr gefährlich» bezeichnet. Bei Gesprächen in Brüssel wies er auf den Truppenaufmarsch rund um den Irak hin und verlangte von Bagdad mehr Kooperation mit den Inspekteuren. Die USA dringen auf ein baldiges Ende der Waffeninspektionen und den Abzug der Inspekteure. Das verlautete am Donnerstag aus diplomatischen Kreisen im UN-Hauptquartier kurz vor überraschend einberufenen Konsultationen des Sicherheitsrates. Neue Spekulationen gab es über einen möglichen Gang von Präsident Saddam Hussein ins Exil.

Blix sagte, die Ungeduld mit Bagdad wachse, zumal der Sicherheitsrat die jetzigen Inspektionen ausdrücklich als letzte Chance bezeichnet habe. «Jeder will eine überprüfbare und glaubhafte Entwaffnung sehen», sagte Leiter der Waffenkontrollkommission UNMOVIC. Blix erwartet aber vom Weltsicherheitsrat noch den Auftrag zu einem weiteren Bericht über die Kontrollen im Irak für Februar. Mit dem für den 27. Januar fälligen Report werde das Thema nicht beendet sein, sagte Blix nach Gesprächen mit Vertretern der Europäischen Union.

Der Beauftragte für die gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik der EU, Javier Solana, sagte ebenfalls, der 27. Januar sei nicht das Ende des Prozesses. Doch sei er ein wichtiger Termin, der berücksichtigt werden müsse.

Die US-Regierung möchte dagegen nach Angaben von Diplomaten, für ein Mandatsende möglicherweise schon bald nach dem 27. Januar einzutreten. Washington wolle sich gegen einen zweiten Bericht von Blix und dem Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el Baradei, Ende März aussprechen, hieß es in New York. Am Mittwoch hatte das Weiße Haus bekräftigt, dass US-Präsident George W. Bush vor einem etwaigen Militärschlag gegen den Irak die Vereinten Nationen konsultieren werde.

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