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21. Juli 2008, 08:59 Uhr

Obama diskutiert Truppenabzug

Weil sein Konkurrent John McCain ihm seit Wochen vorwirft, er habe von Außenpolitik keine Ahnung, klappert US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama die Einsatzgebiete der US-Armee ab. Inzwischen ist er in Bagdad. Mit Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki diskutierte Obama den Rückzug der US-Truppen.

US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama will Truppen aus dem Irak nach Afghanistan verlegen© AP

Bei politischen Gesprächen im Orient nehmen Begrüßungen und höfliche Erkundigungen zum Befinden des Gastes oft viel Zeit in Anspruch. Doch Barack Obama und Nuri al-Maliki hielten sich bei ihrem ersten Treffen in Bagdad nicht lange mit dem Austausch von Nettigkeiten auf.

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber mit dem entwaffnenden Lachen und der meist etwas steif wirkende irakische Ministerpräsident kamen sofort auf das strittigste Thema zu sprechen: Wann soll der Abzug der US-Soldaten aus dem Irak beginnen und in welchem Tempo sollen die amerikanischen Brigaden das Zweistromland verlassen?

Obama hat die irakische Regierung mit seiner Ankündigung, er wolle die Truppen im Falle seines Wahlsieges innerhalb von 16 Monaten abziehen, in eine schwierige Lage gebracht. Denn in ihren öffentlichen Reden fordert die von den Schiiten dominierte Regierung schon seit langem einen genauen Zeitplan für den Abzug der US-Truppen aus dem Irak - also genau das, was Obama vorschlägt. Und auch der Zeitrahmen - zwei Jahre von jetzt an gerechnet - ist nichts, was nicht auch irakische Regierungspolitiker schon ins Spiel gebracht hätten. Insgeheim fürchten sich die irakischen Minister jedoch vor dem Tag, an dem die letzte amerikanische Einheit ihr Land verlässt. Der Maliki-Regierung wäre es wohl am liebsten, wenn die amerikanischen Soldaten mittelfristig in großer Truppenstärke im Land blieben, die Verantwortung für die Sicherheit aber offiziell landesweit den Irakern übertragen würde.

Denn die Sicherheitslage ist im Irak trotz der Erfolge der vergangenen Monate nach wie vor so schlecht, dass wegen des großen Terrorrisikos nicht nur Obama ohne vorherige Ankündigung heimlich in Bagdad landet, sondern auch alle anderen Staatsgäste. Das Vertrauen in die Fähigkeiten und die Loyalität der eigenen Armee ist noch nicht allzu groß. Und auch in seinem Machtkampf mit den radikaleren Schiiten-Gruppen ist es für Al-Maliki momentan noch ganz bequem, wenn ihm die amerikanischen Soldaten den Rücken stärken.

Allerdings gehen in Bagdad ohnehin nur wenige Politiker davon aus, dass Obama, falls er gegen seinen republikanischen Konkurrenten John McCain siegen sollte, wirklich Ernst macht und die große US- Streitmacht an Euphrat und Tigris binnen 16 Monaten zurück beordert. "Wir denken, dass ist vor allem Wahlkampftaktik. Obama kann an der Politik seines Landes nicht allzu viel ändern. Sein Spielraum im Irak ist begrenzt", hatte der schiitische Parlamentarier Abbas al-Bajati vom Verteidigungsausschuss kürzlich erklärt.

Al-Maliki war aber trotz des schwierigen Treffens mit Obama bester Laune. Denn genau wie sein Gast so hat auch der irakische Regierungschef diese Woche ein anspruchsvolles Reiseprogramm. In Berlin trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel. Anschließend wird er in Italien und im Vatikan erwartet. Bei seinem Treffen mit Papst Benedikt XVI. wird sicher auch der Schutz der christlichen Minderheit im Irak vor Verfolgung durch islamistische Terroristen Thema sein.

Anne-Beatrice Clasmann, dpa
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
ecomoc4u (22.07.2008, 15:10 Uhr)
@Franzoesin
nicht ganz richtig. es zeigt sich immer mehr, das nur leute wie "ron paul" die wachsende katastrophe beenden könnte.
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dieser mann vertritt als einer der wenigen politiker, die rückkehr des alten monitären systems vor 1920. wer sich ein bischen informiert, weiss das kurz danach die erste künstliche weltwirtschaftskrise kam. durch massive infiltration von kapitalisten in das ehemals geschützte monitäre system der usa, durch aushöhlung der bundesbank, siehe, entstehung der "federal reserve bank", einer der grössten kapitalistischen verbrechen, die je auf die usa verübt wurden, usw...
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hier kann man lange weiter reden. aber dieser mann hat mit seiner politik den kern des problems getroffen.
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kein obama oder mccain würden sich wagen, was ron paul öffentlich ausgesprochen hat, auch nur zu denken...
ecomoc4u (22.07.2008, 12:53 Uhr)
@Loki-Asgard
auch wenn ich sonst nicht mit ihnen übereinstimme, hier gebe ich ihnen recht. known wird immer plumper in seinen aussagen. ich habe auch manchmal das gefühl, als ob die weltfremden sprüche von regierungseiten runtergebetet werden. hier müsste man mal dringend neue schulungen abhalten, um sich dem weltgeschehen anzupassen. da gibt es noch kader, die in ihrer ideologie, sich noch in den 70ger jahren bewegen.
Loki-Asgard (21.07.2008, 18:59 Uhr)
Der Known ist wieder da.
Sie an der Known, Sind Sie zurück von der USIsraelischen Agentenschulung? Haben Sie neue Wahrheiten mit denen Sie die Menschheit beglücken können?
Known (21.07.2008, 17:23 Uhr)
@Franzoesin
US-Kolonie BRD? Mutterland? Sie sind eine Witzfigur.
Franzoesin (21.07.2008, 12:34 Uhr)
DasBerti
Global gesehen ist Ihre Argumentation in Ordnung - nur: was brächte die Wahl des Herrn Obama der US-Kolonie BRD ? Z.B mehr Souveränität ? - Antwort: nein !!
Daher ist es egal , wer im Mutterland gewählt wird - und ob er sich hierhin oder dorthin begibt - die Amis werden mit Sicherheit ( wie richtig gesagt wird nicht die Dschörmäns fragen, wen sie wählen dürfen.
DasBertl (21.07.2008, 10:51 Uhr)
Wayne Intressierts?
Natürlich die Amis. Und es sollte uns interessieren. Denn durch einige geschickte Schachzüge wie eben grad in Afghanistan hat er sich wichtige Punkte im Kampf um den Posten als Chef der zur Zeit wichtigsten Weltmacht ergattert. Und das könnte im Irak so weiter gehen. Er könnte sie aber ebenso wieder einbüßen. Und NOCHMAL 8 Jahre die Dynasty-Bush-Partei (Republikaner) kann das politische Weltklima wohl kaum mehr vertragen, so knapp wir dem Nuklearen Kollaps bisher entkommen sind. Eine Partei die größenwahnsinnige Ex-Alkoholiker mit Kreuzzugswahn an die Regierung lassen darf einfach nicht wählbar sein. Leider ist das dem geneigten Ami meist wurscht, meine Meinung sowieso. Adolf H. Bush, äh, George W. Bush war schon eine Katastrophe zu viel. Pommes gegen Büsche? Nein Danke. Dann lieber einen B.Hussein O. als Leader der Weltmacht...
Franzoesin (21.07.2008, 10:46 Uhr)
Wayne
Kann man das essen ?
RaBauke83 (21.07.2008, 10:44 Uhr)
Wenn mann keine Ahnung hat...
einfach mal die Fr***e halten. Funzt manchmal recht gut...
Known (21.07.2008, 10:15 Uhr)
@Franzoesin
Kennen Sie Wayne?
mr_s (21.07.2008, 10:14 Uhr)
@Franzoesin
... und wen interessiert Dein Kommentar?
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