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5. August 2009, 09:13 Uhr

Ahmadinedschad legt Amtseid ab

Der umstrittene iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist feierlich vor dem Parlament vereidigt worden. Während der Zeremonie protestierten vor dem Parlamentsgebäude zahlreiche Demonstranten gegen ihn, die Polizei ging hart gegen sie vor. Einige westliche Regierungschefs wollen dem neuen Präsidenten die Glückwünsche verweigern.

Iran, Ahmadinedschad, Präsident, Amtseid, Proteste

Feierliche Vereidigung: Präsident Mahmud Ahmadinedschad (l.) legt vor dem Parlament den Amtseid ab© Behrouz Mehri/AFP

Ungeachtet der Proteste gegen seine Wiederwahl hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch den Eid für eine zweite vierjährige Amtszeit abgelegt. Vor dem Parlament versammelten sich unterdessen Demonstranten, die Slogans wie "Tod dem Diktator" riefen. Die Polizei setzte nach Augenzeugenangaben Pfefferspray ein, um sie auseinanderzutreiben. Augenzeugen berichteten von mindestens einer Festnahme. Anhänger der Opposition haben für Mittwoch zu neuen Demonstrationen aufgerufen. Deshalb hatte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Hundertschaften von Polizei und regierungstreuen Basidsch-Milizen waren rund um das Parlamentsgebäude in Stellung.

Der ultrakonservative Präsident muss jetzt innerhalb der nächsten zwei Wochen sein neues Kabinett vorstellen, das die Billigung des Parlaments benötigt. Ahmadinedschad war nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom 12. Juni offiziell zum Sieger erklärt worden. Die Opposition spricht von Betrug und erkennt die Wahl nicht an. Bei den zum Teil gewaltsam niedergeschlagenen Protesten waren bis zu 30 Menschen getötet worden.

Westliche Regierungschefs wollen nicht gratulieren

In einer Ansprache nach seiner Vereidigung sagte Ahmadinedschad in Anspielung auf die kritische Reaktion des Westens auf seine Wiederwahl: "Niemand im Iran wartet auf irgendwelche Glückwünsche von Euch." US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatten bereits erklärt, Ahmadinedschad entgegen diplomatischer Geflogenheit nicht zur Wiederwahl zu gratulieren.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
max67 (05.08.2009, 10:48 Uhr)
Glückwunsch
Glückwunsche verweigert? Zeigt es ihm Ihr tapferen Helden aus dem Westen. Ohne eure Glückwunsche wird er sehr wahrscheinlich seinen Job und das Atomprogramm aufgeben, nach Israel reisen und seinem Freund und gleichgesinntem in die Arme fallen und bitterlich weinen. Wiedermal Rückgrat bewiesen.
Juris1 (05.08.2009, 10:17 Uhr)
Die Glückwünsche verweigern?
Das ist doch wohl das Mindeste, was mir dazu einfällt. Das Vorgehen dieses Regimes gegenüber dem eigenen Volk sollte eigentlich zum Anlass genommen werden, härtere Sanktionen als "Die Glückwünsche zu verweigern" durchzusetzen.
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