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Holocaust-Karikaturen prämiert

Ein gutes Jahr nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in einer der dänischen Zeitung zelebriert der Iran eine antisemitischen Revanche: In Teheran wurden die gehässigsten Holocaust-Karikaturen ausgezeichnet.

Der Iran hat die Sieger seines umstrittenen Holocaust-Karikatur-Wettbewerbs bekannt gegeben. Der Minister für Kultur und Islamische Führung, Mohammed Hossein Saffar-Harandi, überreichte am Mittwoch den ersten Preis an einen Vertreter des marokkanischen Grafikers Abdellah Derkaoui. Dessen Zeichnung spielte auf das Vernichtungslager Auschwitz an. Der zweite Preis ging an einen Franzosen, dessen Name geheim gehalten wurde, und an einen Brasilianer.

Reaktion auf dänische Mohammed-Karikaturen

Der Wettbewerb war von einer iranischen Zeitung als Reaktion auf dänische Mohammed-Karikaturen ausgerufen worden. Im Westen und in Israel wurde er mit Abscheu und Entsetzen aufgenommen. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Völkermord an den Juden geleugnet und dazu aufgerufen, Israel von der Landkarte zu tilgen.

Derkaouis Karikatur zeigt einen mit einem Davidstern versehenen Kran, der Blöcke zu einer Mauer zwischen den muslimischen Schrein des Felsendoms und Jerusalem aufschichtet. In der Mauer ist ein Tor, das dem von Auschwitz nachempfunden ist. Derkaoui soll umgerechnet etwa 9400 Euro als Preisgeld erhalten.

Von wem die Summe gestiftet wurde, wurde nicht bekannt. Einer der Organisatoren, Massud Schodschai-Tabatabai, betonte, das Geld stamme nicht von der Regierung. Er lehnte es ab, den Namen des zweitplatzierten Franzosen bekannt zu geben. "Sie können den französischen Karikaturisten 'Mr. X' nennen", sagte er. "Wenn ich seinen Namen bekannt gebe, könnte er in Frankreich verhaftet werden."

Holocaustleugner aus europäischen Staaten

Den dritten Preis erhielt ein Iraner. Insgesamt seien etwa 1193 Zeichnungen aus 62 Staaten eingegangen, teilte die Organisatoren mit. Einige stammten aus europäischen Staaten, in denen das Leugnen des Holocausts unter Strafe steht. Etwa 204 Karikaturen wurden ausgestellt. Mehrere Zeichnungen waren offenbar gegen die USA gerichtet.

Die iranische Zeitung "Hamschahri" hatte im Februar zu dem Wettbewerb aufgerufen. Er war umgehend von Israel, Deutschland, Frankreich, den USA und anderen Staaten scharf verurteilt worden.

Parisa Hafezi/Reuters/Reuters
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