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14. Juni 2009, 16:07 Uhr

Ahmadinedschad attackiert Westen

Seine Wiederwahl ist umstritten, der Gegenkandidat unterstellt ihm Wahlbetrug, auf den Straßen Teherans rumort es. Nun hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ausländische Demokratien und Homosexuelle aufs Korn genommen. Letztere verglich der Holocaust-Leugner mit "Bodensatz".

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Ungeachtet der Betrugsvorwürfe bestens gelaunt: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einer Pressekonferenz in Teheran© Kamran Jebreili/AP

Einen Tag nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl im Iran hat Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad bei einer Siegesfeier im Zentrum Teherans die Wahl als fair und gerecht verteidigt und den Westen attackiert. Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo nur zwei oder drei Parteien das Sagen hätten, gebe es im Iran eine echte Demokratie, rief Ahmadinedschad seinen jubelnden Anhängern zu. Zudem würden die Politiker im Ausland um die Gunst von Homosexuellen und anderem "Bodensatz" buhlen, um "ein paar Prozent" mehr Stimmen zu bekommen, sagte Ahmadinedschad. Anhänger des unterlegenen Kandidaten Mir Hussein Mussawi hatten angekündigt, die Siegesfeier der Ahmadinedschad-Anhänger vom Norden Teherans kommend zu stören. Augenzeugen berichteten jedoch, dass die Polizei alle Straßen vom Norden ins Zentrum abgesperrt habe.

Proteste in Teheran

Ahmadinedschad ist für seine Verbalattacken berüchtigt - und nicht zuletzt deshalb international weitgehend isoliert. Er leugnete in der Vergangenheit mehrmals den Holocaust und forderte die Vernichtung des Staates Israel. Mit dem rhetorischen Angriff auf westliche Demokratien weist er den Vorwurf des Wahlbetrugs zurück. Ahmadinedschad hatte die Präsidentschaftswahl vom Freitag mit großem Abstand bereits im ersten Wahlgang gewonnen und so seinen wichtigsten Herausforderer Mussawi bezwungen. Mussawi und seine Anhänger zweifeln das Ergebnis an. In der Nacht zu Sonntag und auch am Sonntag tagsüber kam es deshalb in Teheran zu Ausschreitungen. Am Sonntag steckten junge Oppositionsanhänger Abfalleimer, Bänke und Reifen in Brand. Die Bereitschaftspolizei setzte Schlagstöcke ein.

"Die Wiederwahl war war und frei"

Auf einer Pressekonferenz hatte Ahmadinedschad den Vorwurf des Wahlbetrugs schon zuvor zurückgewiesen. Seine Wiederwahl sei "wahr und frei" und könne nicht infrage gestellt werden, sagte er. "Die Wahl wird die Macht des Landes und seine Zukunft verbessern", sagte Ahmadinedschad. Auf Berichte über Unregelmäßigkeiten angesprochen, antwortete der Präsident: "Einige glaubten, sie würden gewinnen, und dann sind sie wütend geworden." Die Situation sei vergleichbar mit der Leidenschaft nach einem Fußballspiel. "Meiner Ansicht nach ist das nicht wichtig." Der Abstand zwischen ihm und den anderen Kandidaten sei so groß, dass niemand ihn anzweifeln könne. Den ausländischen Medien warf Ahmadinedschad vor, einen "psychologischen Krieg" gegen sein Land zu führen.

Mussawi beantragte am Sonntag die Annullierung des umstrittenen Wahlsiegs Ahmadinedschads. "Ich habe heute beim Wächterrat förmlich den Antrag gestellt, das Wahlergebnis für ungültig zu erklären", schrieb Mussawi am Sonntag auf seiner Internet-Seite. Zugleich rief er die iranische Nation auf, die landesweiten Proteste friedlich und unter Einhaltung der Gesetze fortzusetzen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nannte das harte Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegenüber den Demonstranten inakzeptabel. Das Wahlergebnis selbst wollte er zunächst nicht bewerten. "Wie weit das Bestand haben wird in den nächsten Tagen und Wochen, müssen wir sehen", sagte der SPD-Politiker in Berlin. Die iranische Führung forderte er auf, die Vorwürfe des Wahlbetrugs aufzuklären.

AP/DPA/Reuters/fgüs
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Omom (16.06.2009, 03:50 Uhr)
Zweifelhafte westliche Berichterstattung, Teil 2
Der Internet-Blog "Mein Parteibuch Blog" zu den Wahlen im Iran:
http://www.mein-parteibuch.com/blog/2009/06/15/wahlergebnis-in-den-provinzen-des-iran/
"Mein Parteibuch hat bereits am Sonntag morgen mitgeteilt, dass Mahmud Ahmadinejad die Präsidentschaftswahlen im Iran haushoch gewonnen hat und die “grüne Welle” von Mir-Hossein Moussavi ebenso wie die Psyop der USA mit Pauken und Trompeten gescheitert ist. Daran ändern auch die gewaltigen und zum Teil gewalttätigen Demonstrationen in Teheran nichts, bei denen Unbekannte heute sogar auf Menschen geschossen haben.
So langsam gelangen auch andere kritische deutschen Blogger vorsichtig zu der Ansicht, dass Mahmud Ahmadinejad die Wahlen im Iran wohl tatsächlich dick gewonnen hat und der von Mir-Hossein Moussavi erhobene und von westlichen Medien nur zu gern kolportierte Vorwurf der Wahlfälschung vermutlich eher weniger zutreffend ist. World Content News hat sich die Mühe gemacht, mal nachzuschauen, was für völlig widersprüchliche Zahlen auf US-Webseiten als angebliche Wahlergebnisse von Seiten der Opposition angeblich verbreitet werden.
Nun hat das Innenministerium des Iran die Wahlergebnisse aus den einzelnen Provinzen vorgelegt. Demzufolge hat Mir-Hossein Moussavi - obgleich er in vielen Städten wie zum Beispiel in der Stadt Teheran - leicht vorn liegt - insgesamt lediglich in zwei Provinzen - nämlich in der Krisenprovinz Baluchistan und der Provinz West-Azerbaijan knapp gewonnen. Mahmud Ahmadinejad hingegen hat in allen anderen Provinzen - einschließlich der Provinz Teheran - gewonnen und das oft haushoch. So wird aus der nordöstlichen Provinz Razavi-Chorasan gemeldet, dass Mahmud Ahmadinejad dort einen Vorsprung von 1,3 Millionen Stimmen erzielt habe und auch in den Provinzen Esfahan und Fars jeweils mehr als eine Milion Stimmen Vorsprung erzielt habe."
Omom (15.06.2009, 20:22 Uhr)
Zweifelhafte westliche Berichterstattung
Der "Spiegelfechter" (Jens Berger"
zu den Iran-Wahlen:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/556/there-will-be-blood
"Wer sind eigentlich die „Reformer“, die von einem Großteil der westlichen Medien als Hoffnung für Iran angepriesen werden? Als Graue Eminenz zieht Ajatollah Hashemi Rafsandschani die Fäden hinter den Kulissen der „Reformer“. Rafsandschani gehörte bereits vor der Revolution zum inneren Zirkel rund um Ajatollah Chomeini. Als einflussreicher Politiker und geschickter Geschäftsmann legte er Insidern zufolge nach der Revolution durch Öl- und Waffengeschäfte den Grundstock für seinen Reichtum. Heute gilt er als reichster Mann des Landes und als iranischer Machiavelli, der die Geschicke Irans seit der Revolution aus dem Hintergrund lenkt. ...
Im Jahre 2005 unterlag Rafsandschani im zweiten Wahlgang bei den Präsidentschaftswahlen klar gegen Mahmud Ahmadinedschad. Schon damals streuten sein Umfeld Gerüchte über massive Wahlmanipulationen. Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass der Populist Ahmadinedschad beim iranischen Volk ganz einfach beliebter war als der korrupte Milliardär Rafsandschani. Um vier Jahre später Ahmadindeschad wieder loszuwerden und aus dem Hintergrund die Strippe ziehen zu können, organisierte Rafsandschani ein breites oppositionelles Bündnis, das sich hinter den ehemaligen Premierminister Mir Hossein Mussawi als Präsidentschaftskandidaten stellte. Mussawi, der zwanzig Jahre in der politischen Versenkung verbrachte, galt zu seiner aktiven Zeit von 1981 bis 1989 nicht als Reformer, sondern eher als Hardliner. ...
Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass es bei den iranischen Präsidentschaftswahlen mit rechten Dingen zuging. Da das Ahmadinedschad-Lager über das Innenministerium den nötigen Einfluss besitzt, die Wahlen manipulieren zu können, kann man auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier und da auch manipuliert wurde. Die Frage ist vielmehr, in welchem Umfang dies geschah. Wenn internationale Medien von einer Wahlfarce und komplett manipulierten Wahlen schreiben, so machen sie sich – gewollt oder ungewollt – zu Handlangern der Opposition. Das Ergebnis spiegelt jedenfalls ziemlich genau die Umfrageergebnisse wider, die das unabhängige amerikanische „Center for Public Opinion“ Anfang Mai in Iran durchführte. Landesweit hatte Ahmadinedschad demnach einen Vorsprung von 33%. Die stärkste Zustimmung hat er demnach bei der Gruppe der 18 bis 24jährigen – wenn in den internationalen Medien die Geschichte erzählt wird, dass die jungen Iraner Mussawi haben wollen, so ist dies schlichtweg falsch. Die einzigen Gruppen, die in den Umfragen mehrheitlich Mussawi bevorzugen, sind Studenten, Akademiker und die Reichen des Landes – aber diese Gruppen sind in Iran, wie auch überall sonst auf der Welt, nicht die Bevölkerungsmehrheit. Es ist also wahrscheinlich, dass Ahmadinedschad allen Unregelmäßigkeiten und Indizien auf Wahlfälschungen zum Trotz, die Wahlen auch tatsächlich gewonnen hat.
Der Westen sollte sich mit Wertungen generell zurückhalten – Demokratie ist nun einmal die Herrschaft des Volkes, ob einem dies passt oder nicht. Die Präsidentschaftswahlen in Iran stehen diesbezüglich in einer gewissen Tradition. Auch die Wahlergebnisse im Libanon und in den Palästinensergebieten fielen ganz und gar nicht nach den Vorstellungen des Westens aus. „Dummerweise“ waren dies aber die einzigen Wahlen in islamischen Nahen und Mittleren Osten, die wirklich halbwegs frei waren. Wenn der Muslim nicht so wählt, wie es der Christ gerne hätte, dann sollte es zur demokratischen Etikette gehören, dies als Willensbekundung zu akzeptieren. Die Alternative wären prowestliche Diktaturen, wie sie im Nahen Osten zahlreich vorhanden sind und die zu den besten Freunden des Westens zählen."
Mopar (15.06.2009, 17:35 Uhr)
@ Admins
Ich finde es einfach nur unfassbar dass die Beiträge dieses rassistischen Hetzers gmathol von Ihnen immer und immer wieder gedultet werden, ich werde in Zukunft von jedem seiner Kommentare die Sie nicht löschen, einen Screenshot anfertigen und mich bei Gelegenheit mal erkundigen, ob man das nicht gegen Sie verwenden kann.
hellwachabsolut (14.06.2009, 22:46 Uhr)
Idioten müssn.......
Idioten muss man nicht immer kommentieren. Einer davon ist der Ahmadinedschad.
Schurke (14.06.2009, 20:28 Uhr)
Der Anfang vom Ende
Es wird nicht mehr allzulange dauern und die progressive Demokratie- orientierte iranische Bevölkerung wird Ahmadinedschad mitsamt der Mullahs stürzen. Heißa - das wird ein schöner Tag.
JoeSkeleton (14.06.2009, 19:48 Uhr)
der....
größenwahnsinnige Bergbauer hat doch n Rad ab (mindestens),und genau das macht den Kerl so gefährlich.Wenn man den Vorberichten zur Wahl Glauben schenken darf,dann bleibt einem die Spucke weg bei diesem Ergebnis.Bin gespannt wie es dort weitergeht...
sininen (14.06.2009, 19:47 Uhr)
Zielgruppe?!
Wenn man hier die Kommentare liest, bekommt man ein sehr eigenartiges Bild der Stern.de Zielgruppe.
Es gibt hier tatsächlich keinen Artikel, der auf dieser Site nicht die dämlichsten Polemiker aller radikal politischer Couleur anzieht.
Jedes aber auch jedes Thema wird für die eigene Weltsicht hingebogen und jeder der anderer Meinung ist, wird im besten Falle als "Gutmensch" tituliert.
Stern.de verkommt zur Troll-Site.
antwone (14.06.2009, 19:40 Uhr)
Der amtierende Präsident des Iran
ist und bleibt Ahmadinedjad - meine Gratulation. Wünsche Ihm und seinem Gefolge alles gute auf Ihrem Weg.
Ach-nee (14.06.2009, 19:28 Uhr)
Hallo wachdog39....
Wenn der A. unter einer Phobie leidet, wie du schreibst, dann sollte er mal zum Arzt gehen.Das es sich um eine Phobie handelt weißt du aber schon ganz genau, weil du ihn ja untersucht hast?Ich meine ..oder ist es bloß eine Annahme von dir? Es gibt auch noch einen gewissen Unterschied zwischen einem schwulen Kanzler ,oder einem der an einem Kran so mir nichts dir nichts mausetod rumbaumelt, da wirst du mir doch zustimmen,oder?
Auch finde ich Guido Westerföhnwelle im Röckchen als Kanzler genauso denbar, wie eine Frau in Hosen...ähhh...verstehste.Besser jedenfalls als diesen Ahmadineschad als Deutschen Kanzler. Das würde auch mir nicht wirklich gefallen. Nun ja und was die Presse und den Überwachungsstaat Deutschland angeht....das war ja gar nicht das Thema. Egal was auch hier passiert ,heißt doch nicht, das man im Iran nicht evtl. noch ne klitze Kleinigkeit verbessern kann, oder sehe ich das falsch? Nun ja und was müßte man dir bezahlen, damit du dich blutig schlagen läßt für eine Demonstration im Iran? Was mir noch so einfällt...man sollte nicht alles glauben was man so liest.und sich dann darauf berufen...das..paßt doch nicht..
H.P. (14.06.2009, 19:02 Uhr)
Lügenstaat Iran
Wir wollen uns nichts vormachen, hinter allem stehen die religiösen Führer und Wächter im Iran und die haben das Sagen und das letzte Wort.
Die ganze Wahl ist ist nur eine Demonstration um der Welt zu zeigen das es demokratisch im Iran zugeht, was eine komplette Lüge ist.
Dieses Land wird diktatorisch regiert und nichts anderes.
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