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29. Dezember 2009, 18:23 Uhr

Todesstrafe für Demonstranten gefordert

Die oppositionellen Demonstranten im Iran müssen eine weitere Verschärfung der Lage fürchten: Mehrere Abgeordnete und der Parlamentspräsident wollen sie für die "Entweihung" des Aschura-Festes mit dem Tod bestrafen. Dessen ungeachtet bahnen sich neue Massendemonstrationen an.

Iran, Mussawi, Laridschani, Ahmadinedschad

Ein Fußtritt, der böse Konsequenzen haben kann: ein Demonstrant kickt am Sonntag in Teheran nach einem Polizisten© AP

Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani und andere Abgeordnete setzen sich für die härtest mögliche Bestrafung von Demonstranten ein, die das schiitische Aschura-Fest mit gewalttätigem Verhalten entweiht hätten. Parlamentsvize Mohammed Resa Bahonar kündigte an, die Abgeordneten würden "binnen 24 Stunden" die rechtlichen Möglichkeiten für die Todesstrafe schaffen. Beobachter hatten ihrerseits erklärt, dass die Sicherheitsbehörden mit ihrem brutalen Eingreifen am Aschura-Tag viele Iraner entsetzt hätten.

Im Ausland richtete sich der Zorn Teherans vor allem gegen Großbritannien, die USA und Israel. Präsident Mahmud Ahmadinedschad griff die USA und Israel scharf an. "Das ist ein von den USA und den Zionisten (Israel) inszeniertes Schauspiel, das wir zum Kotzen finden", sagte der Präsident in einer ersten Reaktion auf die jüngsten Proteste gegen ihn, bei denen am vergangenen Wochenende mehr als zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Gleichzeitig warf er den USA und Großbritannien vor, die Demonstranten zu unterstützen, wie die Nachrichtenagentur ISNA berichtete. Beide Länder würden das noch bereuen.

Außenminister Manuchehr Mottaki warnte die Regierung in London derweil, wenn sie weiter "Lügen" verbreite, werde Teheran eine harte Antwort geben. Der britische Botschafter sei ins Außenamt einbestellt worden, andere westliche Botschafter würden folgen, erklärte Mottakis Sprecher.

Westen droht - Teheran handelt

Aber auch der Westen verschärft den Ton. Man sei in großer Sorge über die Entwicklung und verurteile das brutale Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt in Berlin, Werner Hoyer. Nach Hoyers Worten wird Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern über mögliche gemeinsame Reaktionen beraten. Nationale Alleingänge solle es dabei nicht geben. Die Bundesregierung werde alle Kanäle nutzen, um der Führung in Teheran deutlich zu machen, "was wir von der Sache halten".

Im Inland droht die iranische Führung nicht nur - sie handelt auch. Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi, die sich zurzeit in London aufhält, berichtete im US-Fernsehensender CNN, dass ihre Schwester in Teheran festgenommen worden sei. Mehrere Sicherheitsbeamte hätten das Haus, in dem sie auch normalerweise lebe, am Montagabend durchsucht, den Computer beschlagnahmt und ihre Schwester Nuschin abgeführt, erzählte die Menschenrechtsaktivistin. Nuschin sei Wissenschaftlerin, keine politische Aktivistin, deshalb sei das Ziel der Aktion offensichtlich gewesen sie einzuschüchtern, sagte Ebadi.

Zuvor waren bis zu 800 Demonstranten in Teheran und anderen Städten festgenommen worden. Zudem waren mehrere Berater von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi verhaftet worden. Nach unbestätigten Berichten wollen Anhänger Ahmadinedschads vor dem Haus Mussawis demonstrieren, bis der Oppositionsführer ebenfalls verhaftet wird. Am Mittwochnachmittag wollen die Ahmadinedschad-Anhänger eine Kundgebung gegen die Opposition abhalten.

Unter den am Wochenende Getöteten war auch ein Neffe Mussawis. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wurde der 35-jährige Ali Mussawi gezielt getötet. Er sei von fünf Männern in einem Wagen verfolgt und dann von hinten erschossen worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den in Paris lebenden iranischen Filmregisseur Mohsen Mahmalbaf, der als Freund und Sprecher der Familie gilt. Beobachter erwarten, dass die Opposition die Trauerfeier für den Mussawi-Neffen zu neuen Massenprotesten nutzt. Laut Polizei ist er von "Terroristen" erschossen worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Oluja (31.12.2009, 13:47 Uhr)
"Bleiben wir doch in der Gegenwart, und da haben wir einen US-Präsidenten Obama, der ganz sicher nicht diese massiven Fehler seiner Vorgänger widerholen will."

LOL, irak trotz abzugsversprechen wohl noch lange von us truppen besetzt, 30.000 mann mehr schickt obama nach afghanistan in einen schon von anfang an verlorenen krieg und eine beteiligung der usa am angriff gegen dne iran ist sicher, mit oder ohne israel.

"Der Protest im Iran ist zu 90% hausgemacht, der Rest kommt von emigrierten Iranern. "

unsinn, bekannter von uns war gerade erst in teheran familie besuchen und auch er sagt, obwohl ein klarer gegner der mulahs und achmadinedschads, das die demonstrationen von aussen befeuert und auch finanziert werden, denn auch seinem sohn (student) hat man unter der hand geld angeboten für die teilnahme an den "grünen" demos.
das wird wohl ein teil der 400 mio. sien mit welchen die usa die "opposition" "unterstützen".

"Dies ist völlig legitim."

legitim ist einzig der wille des iranischen volkes OHNE anstachelung und befeuerung von aussen, vor alllem nicht von dne usa welche es kaum erwarten wollen die mullahs zu stürzen und erneut eine diktatorische marionette a´la schah einzusetzen.

"Und Ahmadschad ein diktatorisches Großmaul."

blödsinn, er ist wiederholt von einer mehrheit seines volkes gewählt worden und unterliegt der parlamentarischen gewalt und für die nagebliche wahlfälschung gibt e sbis heute keinerlei beweise:

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Iran/wahl2009f.html

p.s.: was mein bekannter noch sagte, weil die westliche propaganda versucht die unruhen als riessige demonstrationen darzustellen von angeblichen massen oder gar mehrheiten der iraner, mehr als 2000 demonstranten der "grünen" habe weder er noch siene angehörigen (alle aus teheran) nicht auf einem fleck gesehen seit monaten, und das bei rd. 14 mio einwohnern teherans und umland.
ganzbaf (30.12.2009, 12:11 Uhr)
Unterstützung...

von Oppositionellen ist ja auch ok.
Aber das Haupt-Protestpotential muß natürlich aus der Bevölkerung kommen.
Und mit alten bis urlaten Geschichten kann man natürlich immer alles belegen und alles widerlegen.
Bleiben wir doch in der Gegenwart, und da haben wir einen US-Präsidenten Obama, der ganz sicher nicht diese massiven Fehler seiner Vorgänger widerholen will.

Der Protest im Iran ist zu 90% hausgemacht, der Rest kommt von emigrierten Iranern.
Dies ist völlig legitim. Und Ahmadschad ein diktatorisches Großmaul.

Meine besten Wünsch an die inländische Opposion.
Alex7272 (30.12.2009, 11:24 Uhr)
Tja...
...wenn man 30 Jahre lang ein Volk ganz derbe unterdrückt,nicht mal die Frauen als Menschen betrachtet,brauchen sich die Mullah wirklich nicht zu wundern wenn das Volk ihre Rechte einfordert.
Oluja (30.12.2009, 10:52 Uhr)
@Malt, wie man bei uns mit demontranten umgeht haben wir hautnah bei g8 in heiligendamm u.ä. veranstaltungen erleben dürfen icl. einsatz von spähpanzern und einem tiefen überflug eines kampfbombers und brutalem einsatz von wasserwerfern und tränen gas.
das es dabei bei uns bisher (noch) keine toten gab ist eher zufall und glück.
habe selbst gesehen wie eine frau vom wasserwerfer fast totgerahren wurde und nur durch das wegziehen durch andere demonstranten knapp gerettet wurde sowie schwerste augen und gesichtsverletzungen gesehen als mit dem wasserwerfer direkt ins gesicht geschossen wurde auf völlig friedliche und nur dasitzende demonstranten geschossen wurde
Malt (30.12.2009, 10:44 Uhr)
Hat sich...
...schon mal jemand gefragt, warum unser Ex-Innenminister unbedingt die Bundeswehr im Inneren auch gegen Demonstranten einsetzen wollte? Damit die die Demonstranten streicheln?
Oluja (30.12.2009, 09:56 Uhr)
" STR_EDDS (29.12.2009, 22:27 Uhr)
@Oluja
Was ein Schwachsinn"

sieht so bei ihnen diskussionskultur und argumentation aus?, armselig und peinlich, noch dazu da sie zigfach belegte historische fakten als unsinn abtun, spricht nicht gerade für ihren politischen bildungsgrad und/oder IQ.
Oluja (30.12.2009, 09:55 Uhr)
@babylon, tut mir ja sehr leid für sie das sie hier eine massive wissenslücke aufweisen und anstatt gegenargumente nichts als plumpe beleidigungen übrig haben:

http://pakalert.wordpress.com/2009/06/18/cia-has-distributed-400-million-dollars-inside-iran-to-evoke-a-revolution/

http://www.handelsblatt.com/politik/international/schah-sohn-plant-umsturz-im-iran;1344990

auch scheint ihnen entgagneg zu sein wer den werten herrn diktator und verbrecher shah von pesien an die macht brachte und dafür einen demokratisch gewählten präsidneten stürzte:

http://www.hersfelder-zeitung.de/politiksolo/00_20091228204246_USA_Umsturz_und_Unterdrueckung.html

faztit: wer keine ahnung hat sollte... oder sich zuerst bildne und dann den mund aufmachen.

die iraner haben seit jahrzehnten erlebt und gespürt zu welchen verbrechen die usa gegenüber diesem land (und vielen nachbarn) in stande sind und sie haben keinen grund daran zu zweifeln das die usa erneut aus eigeninteresse wieder über diesmal iranische leichen gehen werden.
babylon (30.12.2009, 09:32 Uhr)
@Oluja
Die kalte Witterung bekommt nicht jedem!
So einen Schwachsinn habe ich ja lange nicht mehr gelesen.
Natürlich sind wieder einmal nur die USA schuld und dieser iranische Miniadolf ist wie immer ein Unschuldslamm.
Man könnte meinen sie haben eine zu rote Brille auf.
jeweller (30.12.2009, 09:20 Uhr)
was ist verkehrt
moslems bringen moslems um,ist doch gang undgebe.
x-cube (30.12.2009, 07:08 Uhr)
@ Oluja
Das glaube ich auch. Wer sich nur ein wenig (z.B. mit Büchern) mit der CIA beschäftigt kommt zum gleichen Schluss. Es ist ja nicht das erste mal, das der US Geheimdienst ausländische Oppositionelle unterstützt. (Eher das tausendste Mal). So abwegig ist das keinesfalls.
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