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16. Oktober 2007, 08:11 Uhr

USA schließen Militärschlag nicht aus

Die internationale Gemeinschaft soll nach Willen der USA den Druck auf den Iran wegen seines Atomprogramms erhöhen: diplomatisch, politisch und wirtschaftlich, wie US-Verteidigungsminister Robert Gates jetzt sagte. Auch militärischen Druck will die USA nicht ausschließen.

Robert Gates zieht "alle Alternativen" gegen den Iran in Erwägung© Kevin Wolf/AP

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat die internationale Gemeinschaft zu einer gemeinsamen Front im Atomstreit mit dem Iran aufgefordert. Die USA allein könnten Teheran nicht zwingen, seine atomaren Bestrebungen aufzugeben, sagte Gates vor dem Jewish Institute for National Security Affairs. Nur gemeinsam könne man genug Druck auf den Iran ausüben.

Die Verbündeten Washingtons müssten dabei an weitreichenden Wirtschaftssanktionen arbeiten und zudem diplomatisch und politisch Druck erzeugen. Außerdem müssten weiterhin "alle Alternativen" in Erwägung gezogen werden, sagte Gates mit Blick auf einen möglichen Militärschlag gegen Teheran. "Und, wie schon Präsident George W. Bush gesagt hat, bei diesem Regime müssen wir alle Möglichkeiten auf dem Tisch lassen", so Gates.

Erster Besuch eines Kreml-Chef seit 1943

Dieses Thema will auch Russlands Präsident Wladimir Putin bei seinem Besuch im Iran besprechen. Das Staatsoberhaupt landete jetzt in der Hauptstadt Teheran und wurde von Außenminister Manuchehr Mottaki in Empfang genommen, wie auf staatlichen Fernsehbildern zu sehen war. Im Tagesverlauf soll Putin am Rande eines Gipfels der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres mit seinem iranischen Amtskollegen Mahmud Ahmadinedschad zusammenkommen. Auf der Agenda der bilateralen Gespräche stehen unter anderem Beratungen über das umstrittene iranische Atomprogramm. Es ist der erste Besuch eines Kreml-Chefs in der Islamischen Republik seit 1943, als Josef Stalin in das Land reiste.

Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Putin am Montag mit Blick auf die Diskussion über eine Verschärfung der Sanktionen dagegen ausgesprochen, im Atomstreit mit dem Iran auf Einschüchterungsversuche zu setzen. Stattdessen müsse der Dialog mit der Führung in Teheran gesucht werden.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung der Atomenergie nach Nuklearwaffen zu streben. Das Land bestreitet dies. Der UN-Sicherheitsrat verhängte bereits Sanktionen gegen den Iran. Die USA und die europäischen Staaten dringen nun darauf, dass die Strafmaßnahmen ausgeweitet werden, falls der Iran seine umstrittene Urananreicherung nicht aufgibt. Auch die Vetomacht China zögert mit Sanktionen gegen das Land.

 
 
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