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6. August 2006, 10:59 Uhr

"Wir weiten die nukleare Aktivität aus"

Sanktionen? Hilfsprogramme? Die iranische Regierung scheint völlig unbeeindruckt von den Aktionen der internationalen Gemeinschaft. Nun hat sie angekündigt, die Urananreicherung auszubauen.

Der Künder des Atomprogramms: Ali Laridschani© Vahid Salemi/AP

Der Iran will - trotz der Drohungen des UN-Sicherheitsrats - sein Atomprogramm ausbauen. Der iranische Chefunterhändler für Atomfragen, Ali Laridschani, bezeichnete die UN-Resolution am Sonntag als illegal. "Wir werden die nuklearen Aktivitäten wo nötig ausweiten. Das schließt alle Atomtechnologie ein, inklusive der Zentrifugen", sagte Laridschani auf einer Pressekonferenz. Die Zentrifugen werden zur Anreicherung von Uran benutzt.

Laridschani sagte, die Resolution wiederspreche dem internationalen Kompromissangebot. Dieses verpricht dem dem Iran wirtschaftliche und politische Hilfen, falls die Regierung auf die Urananreicherung verzichtet. Man werde dennoch wie angekündigt am 22. August eine Antwort auf das Angebot vorlegen, erklärte Laridschani. Der Sicherheitsrat hatte dem Iran in einer Resolution verlangt, die Urananreicherung bis zum 31. August gesetzt. Falls Teheran diese Frist verstreichen lässt, drohen Sanktionen.

Uran geschmuggelt

Der frühere Außenminister Joschka Fischer ist "tief skeptisch", ob der Iran im Atomstreit einlenken werde. Dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" sagte der Grünen-Politiker, er befürchte zwar keine offene Absage an den UN-Sicherheitsrat, aber eine "nicht zureichende Antwort". Derzeit schienen in Teheran "die Radikalen die Oberhand zu haben". Fischer hatte am Dienstag und Mittwoch politische Gespräche in der iranischen Hauptstadt geführt und einen Vortrag gehalten.

In Tansania wurde nach einem Bericht der Zeitung "The Sunday Times" im vergangenen Jahr eine Uranlieferung an den Iran abgefangen. Das Uran sei von einer kongolesischen Mine, die seit langem geschlossen war, über Sambia nach Tansania gebracht worden. Von der Hafenstadt Daressalam sollte es dann am 22. Oktober 2005 in die iranische Hafenstadt Bandar Abbas transportiert werden. Ein Zollbeamter sagte der Zeitung, das Uran sei in einer Ladung des seltenen Erzes Coltan versteckt gewesen.

US-Regierung sanktioniert Firmen

Wegen Geschäften mit dem Iran verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen zwei russische und fünf weitere ausländische Unternehmen. Das teilte die zuständige Behörde am Freitag in Washington mit. Betroffen sind neben den beiden russischen Firmen je zwei Unternehmen aus Indien und Nordkorea und eines aus Kuba. Sie haben gegen ein US-Gesetz aus dem Jahr 2000 verstoßen, das Geschäfte mit dem Iran im Bereich sensibler Technologie untersagt. Gemäß dem Sanktionskatalog sind die Unternehmen künftig von Aufträgen der US-Regierung ausgeschlossen. Das russische Außenministerium kritisierte die Sanktionen scharf.

AP/DPA
 
 
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