. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. Juli 2009, 10:09 Uhr

Chatami will Volk über Regierung abstimmen lassen

Der Iran kommt politisch nicht zur Ruhe. Der frühere iranische Präsident Mohammad Chatami will das Volk in einem Referendum über die Legitimität der Regierung abstimmen lassen. Falls die Mehrheit der Wiederwahl Ahmadinedschads dann zustimme, werde die Opposition ihren Widerstand dagegen aufgeben, sagte Chatami.

Iran, Chatami, Referendum

"Der einzige Weg aus der Krise ist, das Volk zu fragen, was es will": Mohamed Chatami, der frühere iranische Präsident© Abedin Taherkenareh/DPA

Der iranische Ex-Präsident Mohamed Chatami hat zu einem Referendum über die Rechtmäßigkeit der Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad aufgerufen. Das berichtete die Internetseite der Reformer "Grüne Welle der Freiheit". Chatami sagte demnach bei einem Treffen mit Familienangehörigen von politischen Häftlingen: "Der einzige Weg aus der jetzigen Krise ist ein Referendum, in dem das Volk gefragt werden sollte, ob es mit dem politischen Status quo zufrieden ist oder nicht." Falls die Mehrheit der Wiederwahl Ahmadinedschads dann zustimme, werde die Opposition ihren Widerstand dagegen aufgeben, sagte der dem Reformlager zugerechnete Ex-Präsident.

Der als Reformer geltende Geistliche Chatami hatte die Präsidentenwahlen 1997 und 2001 gewonnen. 2009 wollte Chatami zunächst gegen Ahmadinedschad antreten, zog seine Kandidatur aber zugunsten von Mussawi zurück.

Chatami hat ebenso wie der frühere Präsidentschaftskandidat Mir-Hossein Mussawi und der einflussreiche Ex-Präsident Akbar Rafsandschani die Wiederwahl Ahmadinedschads am 12. Juni nicht anerkannt. In Folge des Wahlergebnisses war es zu schweren Unruhen mit Toten und zahlreichen Festnahmen gekommen. Die Opposition beschuldigt die Regierung des Wahlbetrugs.

Seit den Unruhen haben sich Chatami, der ehemalige Ministerpräsident Mussawi und Rafsandschani als drei Hauptfiguren der Opposition herauskristallisiert. Teile des Machtapparats einschließlich des ultrakonservativen Klerus betrachten die drei trotz ihrer Spitzenpositionen während der letzten 30 Jahre nach der islamischen Revolution 1979 als Dissidenten.

Rafsandschani setzt auf einen Dialog mit anderen führenden Klerikern. Die Rede Rafsandschanis beim Freitagsgebet in Teheran hat unter der politischen und religiösen Führungselite des Landes einen erbitterten Streit ausgelöst.

Konservative Kreise haben sich zutiefst entrüstet über Rafsandschanis Äußerung gezeigt, wonach der Iran nach der Wahl in einer politischen "Krise" stecke. Er habe das Gebet zur Unterstützung von Oppositionsführer Mussawi missbraucht.

Ermutigt durch den Auftritt Rafsandschanis waren am Freitag in der Hauptstadt erneut rund hunderttausend Anhänger der Opposition zu neuen Protesten auf die Straße gegangen. Dabei kam es auch wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei und zu Festnahmen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Konservative Kleriker haben Rafsandschani zudem vorgeworfen, er stelle das gesamte politische System infrage. Ohne die Zustimmung des Volkes könne es keine islamische Regierung geben, hatte er gesagt. Der führende Kleriker Ajatollah Mohammed Yasdi erklärte dazu: "In einem islamischen System erhält die Regierung ihre Legitimität allein durch Gott, nicht durch das Volk."

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
galahad610 (20.07.2009, 15:27 Uhr)
widerspruch!
hier irrt @space76m aber gewaltig!
erstens negiert der iran permanent das streben nach der bombe,und zweitens ist der iran der sich als einziger massiv dazu bekennt(in form von ahmedinedschad) das er gewillt und bestrebt ist israel von der landkarte zu tilgen...dies unterscheidet ihn massiv von anderen demokratischen oder nicht-demokratischen staaten der region.
hinzu kommt das das gleichgewicht des schreckens(ein in-sich bereits perverser begriff)in der region DESWEGEN funktioniert weil die israelis die bombe haben und der rest eben nicht!
die israelis verteidigen sich mit mann und maus um ihr winzterritorium zu halten und pflegen keinerlei großmachtsansprüche,die zu unterlegen sie militärisch ohne probleme im stande wären.das problem ist einzig und allein der iran,denn auch angebote aus dem "befreundeten" russland,die aufbereitung und somit den letzten schritt in der atomkette KOSTENLOS zu übernehmen wird ausgeschlagen,wohl wissend das das ganze natürlich die sorgen des westens und israels nach sich zieht.
meine befürchtung:der iran provoziert bewusst israel zu einem erstschlag konventioneller natur um die bevölkerung hinter ahmedinedschad zu sammeln und den nahen osten zu destabilisieren..nicht umsonst unterstützt der iran ganz offen die hisb-allah und die hamas...und das ganze auch nur im entferntesten mit unserer demokratie zu vergleichen ist eine abwertung selbiger ohnegleichen...sollte jemandem die politik in unserem lande nicht passen gibt es genau 3 möglichkeiten:
1)schnauze halten
2)auswandern
3)sich selbst engagieren und versuchen was zu bewegen!
...nur meckern kann jeder stammtischdepp....MACHEN muss man was!
space76m (20.07.2009, 14:10 Uhr)
also
der Iran ist nach seiner Sicht von vielen Feinden umgeben und jeder würde da eine Atombombe haben wollen, ob wir das so sehen und uns das passt,muss dem Iran als Nationalstaat doch egal sein. Fragt die USA jemandem wenn sie etwas entwickeln wollen? Und zu den freien Wahlen nur soviel, die gibt es nicht in Ägypten und auch nicht beim neuen Freund des Westens Gaddafi in Lybien etc., und da regt sich kein Mensch auf...
Also was macht den Iran anders oder schlimmer? Der Iran will die Bombe doch wie all die anderen auch nur der Abschreckung wegen.Und das passt dem Westen nicht in seine Strategie mehr nicht.Es wir da leider immer mit zweierlei Maß gemessen und das ist das fatale daran, ob man nun für die Bombe den Iran ist oder nicht...und das selbe gilt bei den Wahlen und unserer sogenannten Demokratie.
faustjucken_de (20.07.2009, 13:08 Uhr)
98% Zustimmung
2% Enthaltung
galahad610 (20.07.2009, 12:09 Uhr)
so ist es..
ich kann @gesox nur zustimmen...der letzte satz des artikels ist der entscheidende:die legitimität der regierung wird von gott(in diesem fall also vom iranischen klerus) gegeben,nicht vom volk...ergo:der klerus bestimmt(!) wer die regierung stellt..und so langsam zeigen sich die tiefen brüche innerhalb des iran..innerhalb der schichten,der menschen UND des klerus...und mir ist ein korrupter,aber verlässlicher rafsandschani immer noch lieber als ein non-korrupter,aber durchgenallter ahmedinedschad...oder hat hier jemand ernsthaft einwände?der iran muss wieder in die weltgemeinschaft integriert werden,seine bevölkerung muss die möglichkeit haben so zu leben wie sie es möchte(und nicht,wie der klerus es möchte das sie lebt)und die armut des landes muss bekämpft werden..denn bei allem atomgeschachere darf man nicht vergessen:ausserhalb der städte ist der iran teilweise absolut unterentwickelt und bitterarm...DARAN sollte der iran arbeiten,nicht an der atombombe....
gesox (20.07.2009, 11:46 Uhr)
Schon lustig...
In demokratischen Ländern stimmt man über die Regierung eigentlich immer mit Wahlen ab. Daß man im Iran nach den Wahlen nochmal abstimmen muß, ob die jetzige Regierung denn nun rechtmäßig gewählt wurde, spricht Bände. Wer sagt, daß dieses Referendum nicht auch wieder gefälscht wird? Niemand, weil es sehr unwahrscheinlich ist, daß es mit rechten Dingen zugeht. Internationale Wahlbeobachter werden die Mullah kaum zulassen. Auch echte Oppositionskandidaten, die etwas anderes sagen als das, was die Mullahs wollen, wird es kaum geben.
Demokratie im Iran, das ist eine Farce, die nun von einer Farce gekrönt wird.
MEHR ZUM ARTIKEL
Die Geschichte des Iran, Teil 3 Sehnsucht nach alter Größe

Die Herrscher auf dem Pfauenthron sind für ihre Grausamkeiten und politische Erfolglosigkeit bekannt. Der Iran wird zum Spielball der Kolonialmächte. Dabei geht es vor allem ums Öl. In den 1950er Jahren hilft die CIA, einen Ministerpräsidenten aus dem Amt zu putschen. Und fördert den letzten Schah in seinem Größenwahn. mehr...

Proteste im Iran "Diese Regierung ist nicht mehr islamisch"

Nach Wochen der Ruhe im Iran ist der Protest zurück auf der Straße: Hunderttausende Oppositionelle nutzten die Freitagsgebete mit Ex-Präsident Rafsandschani zum Protest. Dieser griff die Regierung ungewohnt hart an: Er warf Präsident Ahmadinedschad und Ajatollah Chamenei vor, nicht mehr islamisch zu handeln. mehr...

Teheran Polizei treibt Demonstranten auseinander

Erstmals seit über einer Woche haben im Iran wieder Anhänger der Opposition gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl demonstriert - und zugleich der Studentenproteste vor zehn Jahren gedacht. Mehrere hundert Menschen skandierten in Teheran "Tod dem Diktator" - ihre Kundgebung wurde von der Polizei mit Tränengas aufgelöst. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe