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Enttäuschtes IS-Mitglied enttarnt 22.000 Terror-Anhänger

Ein enttäuschter IS-Anhänger soll einem TV-Sender Informationen zu 22.000 Dschihadisten weitergleitet haben. Die Daten sollen aus der internen Sicherheitsabteilung der Terrormiliz stammen.

Islamischer Staat

Einem britischen TV-Sender wurden die Daten von über 22.000 Dschihadisten zugespielt

Der TV-Sender Sky News hat nach eigenen Angaben Daten über 22.000 IS-Kämpfer aus mehr als 50 Staaten erhalten. Damit weitet sich das vor wenigen Tagen bekanntgewordene Leck in der radikal-islamischen Extremistenmiliz IS massiv aus. Die Informationen seien Sky News von einem enttäuschten ehemaligen IS-Anhänger zugespielt worden, teilte der britische Nachrichtensender am Donnerstag mit. Sky News habe die Behörden informiert, teilte der Sender auf seiner Website mit. Unter den übermittelten Namen seien auch die von bislang unbekannten Dschihadisten unter anderem aus Nordeuropa, den USA und Kanada.

In den Bögen, die Kämpfer vor einer Aufnahme in den IS ausfüllen müssen, sind unter anderem Namen, Adressen, Telefonnummern und Angaben zur Familie enthalten. Insgesamt müssen die Anwärter 23 Fragen beantworten, wie auf einigen der von dem Sender veröffentlichten Bögen zu sehen ist.


Daten von IS-Unterstützern als authentisch eingestuft

Dies alles soll dem Chef der internen Sicherheitsabteilung des IS von einem ehemaligen Kämpfer gestohlen worden sein, der sich mittlerweile der vom Westen unterstützten Oppositionsgruppe Freie Syrische Armee angeschlossen habe. Vor wenigen Tagen hatte das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt, dass deutschen Medien zugespielte Daten über IS-Unterstützer in Deutschland als authentisch eingestuft würden. Diese sind offenbar Teil der größeren Datei, die Sky News erhalten hat.

Vor kurzem hatte das Bundeskriminalamt bekanntgegeben, dass der Ermittlungsbehörde brisante Dokumente zu deutschen IS-Kämpfern vorliegen. Demnach verfüge das BKA ebenfalls über IS-Personalbögen, die zur "Strafverfolgung und für gefahrenabwehrende Maßnahmen" verwendet werden. Offenbar sind auch die Dokumente, die dem BKA vorliegen, Teil der geleakten Informationen an den TV-Sender Sky News. Schon in einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", des NDR und des WDR war die Rede davon, dass die Dokumente teil eines größeren Datenlecks seien.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte unterdessen mit, dass der IS-Kommandeur Abu Omar al-Schischani noch am Leben sei. Die US-Regierung hatte am Dienstag mitgeteilt, dass dieser bei einem Angriff getötet worden sei. Der IS-Kommandeur sei schwer verwundet in die vom IS beherrschte Stadt Rakka gebracht worden, teilte die Beobachtungsstelle mit.

amt/Reuters/AFP
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