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Mordanklage, weil er auf eigene Faust gegen den IS kämpfte

Der Niederländer Jitse Akse zog auf eigene Faust in den Kampf gegen den Islamischen Staat. Dafür könnte er nun in der Heimat verurteilt werden.

Kampf gegen den IS auf eigene Faust

Kampf gegen den IS auf eigene Faust: Jitse Akse mit seinem Scharfschützenghewehr in Syrien

Spätestens seit dem Fall von Mossul und dem Mord an den Jesiden hat die Welt erkannt, was die Herrschaft der apokalyptischen Terrorbande Islamischer Staat bedeutet. Die Politik berät und konsultiert, und nach den Terroranschlägen in Paris haben sich einige Staaten Europas zu ein paar Luftschlägen aufgerafft. Deutschland beteiligt sich mit unbewaffneten Aufklärungsflügen daran. Einigen Bürgern ist das nicht genug. 

Manche wollen den Kampf in die eigene Hand nehmen, wollen selbst aktiv gegen den Terror vorgehen. So ein Mann ist der 47-jährige Jitse Akse, ein ehemaliger holländischer Elitesoldat. Er schloss sich im Frühjahr 2015 der kurdischen Miliz YPG (Volksverteidigungseinheiten) an und das obwohl er – nach dem heutigen Kenntnisstand – keine persönlichen Verbindungen zu den Kämpfern hat. Anders also, als die europäischen Jesiden, die in großer Zahl in den Krieg gezogen sind.

Etwa 100 Kämpfer gegen den IS

Kaum war er wieder in Holland, wurde er allerdings nicht für seinen Mut gelobt, sondern verhaftet. Kurz darauf war er zwar wieder auf freiem Fuß. Aber Akse musste seine Papiere abgeben und sich bis zu seinem Prozess bei der Polizei melden. So soll verhindert werden, dass er weiter gegen den IS kämpft.

Die Rolle der YPG in dem Konflikt ist schwer zu bestimmen. Amnestie International wirft auch dieser Gruppierung Menschenrechtsverletzungen vor, andererseits gehört sie zu den starken Kräften in der von den USA kreierten Union der SDF, also der Demokratischen Kräfte Syriens.

Mordanklage möglich

Der Fall ist kompliziert. Das holländische Recht verbietet diese Art von Kampftätigkeit nicht generell. Allerdings genießt der Kämpfer nicht den umfassenden Rechtsschutz von Regierungssoldaten. Für etwaige Verbrechen, die er in Syrien begangen haben könnte, könnte er belangt werden. Genau das will die holländische Polizei nun ermitteln. Einen konkreten Vorwurf gibt es nicht. Allerdings hat Jitse Akse auf seiner Facebookseite von seinen Kämpfen berichtet.

Dabei gab er an, mehrere IS-Kämpfer getötet zu haben. Genau das soll nun gegen ihn verwendet werden. "Holländische Kämpfer gegen den IS fallen unter das normale holländische Strafrecht und sie können verfolgt werden, wenn sie Verbrechen begangen haben," sagte der zuständige Staatsanwalt. "IS-Kämpfer zu töten, kann zu einer Anklage wegen Mordes führen."

Sympathie für den Kämpfer 

Gegen diese Rechtsauslegung regt sich Widerstand. Für viele Holländer sind diese Freiwilligen Helden und keine Verbrecher. Für den Fall Jitse Akse wurde eine Petition eingerichtet und eine Unterstützerseite auf Facebook.  Akse sagte einer lokalen Zeitung: "Wenn ihr sehen würdet, was diese Leute getan haben … Mit jedem toten IS-Kämpfer habe ich Dutzende Unschuldige gerettet." Inzwischen hat er prominente Unterstützer wie etwa Colonel Richard Camp - Schriftsteller, Politiker und erster Task-Force-Kommandeur in Helmand. Er twitterte: "Der Mann hat einen Orden verdient."


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