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Irakische Soldaten lassen IS-Kämpfer via Instagram zum Tod verurteilen

"Ihr könnt abstimmen: Tötet ihn oder lasst ihn gehen". Auf Instagram protokollieren irakische Soldaten ihre Jagd auf IS-Kämpfer. Offenbar lassen sie ihre Follower sogar über Leben und Tod ihrer Gefangenen entscheiden.

Screenshot mit Swat-Soldaten des Irak, die an einem Mann am Boden zerren, daneben der Aufruf zur Wahl auf Instagram.

"Ihr könnt abstimmen": Dieser Screenshot sorgt im Netz für Verwirrung

Die Attentäter der Terrormiliz IS haben unzählige unschuldige Menschen ermordet - zuletzt bei den Anschlägen im Jemen, im Irak und in Brüssel. Die Wut auf den IS ist entsprechend groß. Irakische Soldaten wollen sich nun profilieren, indem sie den Hass der Welt auf die Kämpfer des IS bedienen. Über einen Instagram-Account veröffentlichen sie Fotos von ihrer Jagd auf die Terroristen und von gefassten IS-Kämpfern.

In den sozialen Netzwerken kursieren derzeit Screenshots von Instagram, die nahe legen, dass die Soldaten ihre Follower sogar über das Leben eines gefassten IS-Anhängers haben entscheiden lassen. Zu sehen ist ein Bild von Soldaten der irakischen "Isof", einer der Armee unterstellten Spezialeinheit, die an einem am Boden liegenden Mann zerren - laut eigenen Angaben einem IS-Anhänger. Neben dem Foto des Accounts "iraqiswat" steht der Text: "Wir haben einen vom IS festgenommen im Süden von Mossul. Ihr könnt abstimmen: Tötet ihn oder lasst ihn gehen. Ihr habt eine Stunde, um abzustimmen, wir posten dann in einer Stunde sein Schicksal."

"Diese Typen sind erbarmungslos!"

Tatsächlich wurde über denselben Account später ein Foto von dem offenbar toten Mann veröffentlicht. "Diese Typen sind erbarmungslos", lautet einer der vielen Nutzerkommentare zum Bild. Mehr als 80.000 Abonnenten verfolgen die Posts der Soldaten auf Instagram.

Den Account führen allem Anschein nach Mitglieder der schiitischen Volkswehr, bei der ehemalige Soldaten irakischer Spezialeinheiten kämpfen. Inzwischen sind die Fotos samt Aufruf zur Wahl gelöscht worden; die Echtheit der Screenshots kann damit nicht mehr verifiziert werden. Angezweifelt wird sie jedoch nicht. Ein Blick auf den Account zeichnet ein ähnliches Bild: Die Soldaten posten Fotos von den Opfern des Anschlags im Irak und scheuen sich dabei nicht, die Bilder der Kinderleichen offen im Netz zu zeigen. Neben erschreckenden Videoclips und Bildern der eigenen Soldaten werden über den Account auch Fotos von Männern veröffentlicht, die als gefangen genommene IS-Kämpfer präsentiert werden.

Auch der Account der Betreiber ist nicht verifizierbar. Diese sprechen in der Kurzbeschreibung von einem "privaten" Account. Aufgrund der großen Nachfrage via Google gibt es inzwischen sogar eine zweite Adresse auf Instagram.


Time to hunt some of isis الحشد الشعبي... ملحمة اسطورية ستحكيها الاجيال #iraqiswat

Ein von Iraq Special Operation Force1 (@iraqiswat) gepostetes Foto am


jen

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