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USA und Russland wollen gegen die Terrormiliz kooperieren

Pakistanische Taliban-Anführer unterstützen den IS, die Türkei bombardiert die PKK, und in Kobane melden die Kurden Erfolge. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

  US-Außenminister John Kerry beriet mehr als drei Stunden mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow über den Kampf gegen den IS, die Lage in Syrien und im Irak, aber auch über die Ukraine

US-Außenminister John Kerry beriet mehr als drei Stunden mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow über den Kampf gegen den IS, die Lage in Syrien und im Irak, aber auch über die Ukraine

+++ 22.55 Uhr: USA schätzen Wirkung der Luftangriffe als begrenzt ein +++

Die US-Regierung schätzt die Wirkung der Luftangriffe auf Islamisten-Stellungen in Nordsyrien als begrenzt ein. Es fehlten Kämpfer der syrischen Opposition, um nach den Bombardements die Belagerung der Stadt Kobani zu brechen, sagt ein Sprecher des US-Präsidialamts in Washington. Allerdings scheine die amerikanische Strategie im Kampf gegen den IS aufzugehen. Zuvor hat das US-Militär erklärt, die Luftangriffe hätten offenbar den Vormarsch der IS-Kämpfer auf Kobani verlangsam´t.

+++ 22 Uhr: USA wollen mit Russland den IS bekämpfen +++

Im Kampf gegen den IS wollen die USA und Russland enger zusammenarbeiten. Nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Paris sagt US-Außenminister John Kerry, beide Seiten hätten vereinbart, ihre Geheimdienst-Kooperation zu verstärken. Es werde auch geprüft, ob Russland mehr im Kampf gegen den IS tun könne. Lawrow habe seine Bereitschaft erkennen lassen, mit Waffen oder möglicherweise bei der Ausbildung zu helfen.

Kerry beriet mehr als drei Stunden mit Russlands Außenminister über den Kampf gegen den IS, die Lage in Syrien und im Irak, aber auch über die Ukraine.

+++ 18.15 Uhr: Luftangriffe auf IS zeigen offenbar Wirkung +++

Die Bombardierung von IS-Stellungen in Syrien durch die US-geführte Allianz zeigt offenbar Wirkung. Der Vormarsch der Islamisten in Kobane scheine sich verlangsamt zu haben, teilt das US-Zentralkommando mit. Allerdings bleibe die Lage vor Ort "im Fluss". In den vergangenen zwei Tagen seien 21 Luftangriffe geflogen worden, unter anderem gegen eine Raffinerie in Deir al-Sor. Die Internationale Energie Agentur (IEA) hatte zuvor berichtet, der IS könne wegen der jüngsten Angriffe nicht mehr so viel Öl fördern und verkaufen.

+++ 18.02 Uhr: Anti-IS-Bündnis berät in Washington +++

Mehr als 20 Militärchefs der im Kampf gegen den Islamischen Staat verbündeten Länder beginnen am Militärstützpunkt Andrews bei Washington ihre Strategie-Beratungen. Das bestätigt ein Angehöriger des US-Militärs. Großbritannien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Kanada, Australien sowie fünf arabische Staaten beteiligen sich in Syrien oder im Irak am Luftkrieg der USA gegen den IS. An den Gesprächen nehmen zudem Staaten teil, die sich auf andere Weise im Kampf gegen die Terrormiliz engagieren, darunter Deutschland, das Waffen an die Kurden im Nordirak liefert.

Auch Vertreter der Türkei, Ägyptens und dem Libanon sowie aus Spanien und Italien sind anwesend, so der Militärangehörige. Es gehe darum, eine gemeinsame Vorstellung vom Vorgehen gegen den IS zu entwickeln. Auch US-Präsident Barack Obama wird erwartet. Es ist das erste Treffen auf dieser Ebene seit Beginn der Luftschläge im Irak Anfang August.

+++ 17.42 Uhr: Kauder will Türkei zum Nato-Thema machen +++

Unions-Fraktionschef Volker Kauder fordert, das Agieren der Türkei im Konflikt um den IS zum Thema in der Nato zu machen. "Das kann man so nicht laufen lassen", sagt der CDU-Politiker nach Teilnehmerangaben in einer Fraktionssitzung. Das Verhalten der Regierung in Ankara müsse angesichts von Medienberichten über einen türkischen Beschuss von PKK-Stellungen im Bündnis angesprochen werden. Das Agieren der Türkei in dem Konflikt habe auch Rückwirkungen nach Deutschland, so Kauder mit Blick auf hierzulande lebende Türken und Kurden.

+++ 15.20 Uhr: Illegaler Kunsthandel finanziert Terror +++

Der Handel mit geraubten Kulturgütern ist nach Einschätzung von Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) inzwischen zu einer wesentlichen Finanzierungsquelle des internationalen Terrorismus und besonders der IS-Terroristen geworden. Vor allem Syrien und der Irak erlebten derzeit einen "dramatischen kulturellen Aderlass", sagt Böhmer.

Im Vorfeld einer internationalen Tagung zum Kulturerhalt appelliert die CDU-Politikerin an die Weltgemeinschaft, den Handel zu unterbinden. "Das wäre nicht nur ein Beitrag zum Kulturerhalt, sondern würde auch eine wichtige Finanzierungsquelle des Terrorismus austrocknen."

+++ 15.10 Uhr: Regierung bestätigt Salafisten-Ausreise trotz Fußfessel +++

Hessens Landesregierung räumt ein, dass ein mutmaßlicher radikaler Islamist trotz elektronischer Fußfessel ausgereist ist. Über seinen derzeitigen Verbleib sei aber nichts bekannt, teilt Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden mit. Es habe im Fall des 24-Jährigen weder bei Sicherheitsbehörden noch bei der Justiz Versäumnisse gegeben.

Nach Recherchen des ARD-Magazins "Report Mainz" reiste der Salafist aus Offenbach im Mai nach Syrien aus und schloss sich dort möglicherweise dem IS an.

+++ 14.52 Uhr: PKK wirft Türkei Bruch der Waffenruhe vor +++

Nach den Luftangriffen auf PKK-Stellungen in der Osttürkei wirft die kurdische Arbeiterpartei Ankara einen Bruch der Waffenruhe vor. "Diese Angriffe haben die Waffenruhe verletzt", moniert der bewaffnete Flügel der PKK. Das türkische Militär äußerte sich bislang nicht zu dem Luftschlag, meldete aber Angriffe von Terrorgruppen in der Gegend.

+++ +++ 14.25 Uhr: Pakistanische Taliban-Anführer unterstützen IS +++

Sechs Taliban-Kommandeure in Pakistan erklären dem Islamischen Staat ihre Gefolgschaft. Der Sprecher der pakistanischen Taliban (TTP), Shahidullah Shahid, teilt mit, neben ihm handele es sich um die Kommandeure der Stammesgebiete Orakzai, Kurram und Khyber sowie die Kommandeure des Distrikts Hangu und der Provinzhauptstadt Peshawar. Die TTP als Organisation und ihr Anführer Maulana Fazlullah hätten dem IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi aber nicht formell die Treue geschworen. Fazlullah unterstütze die Terrormiliz allerdings.

Ein pakistanischer Geheimdienstoffizier, der anonym bleiben will, wertet die Erklärung durch die Kommandeure als einen Schlag für das Terrornetz al Kaida. Sie zeige, dass al Kaida in Pakistan an Unterstützung verliere, während der IS als "aufsteigender Stern" des militanten Islamismus wahrgenommen werde. Er gehe davon aus, dass Fazlullah die Erklärung der Kommandeure gebilligt habe.

+++ 14.01 Uhr: Paris fordert Grenzöffnung von Ankara +++

Frankreich ruft die Türkei auf, ihre Blockade der Grenze zu Kobane zu beenden. "Die Türkei muss unbedingt ihre Grenze öffnen", damit den "syrischen Kurden" in der Stadt geholfen werden könne, fordert Präsident François Hollande in Paris. Kobane sei eine "Märtyrer-Stadt, eine symbolische Stadt". "Alle betroffenen Staaten", die derzeit nicht an der internationalen Koalition gegen den IS beteiligt seien, sollten Waffen an die gemäßigte syrische Opposition liefern. Die Türkei weigert sich bisher, die Lieferung von Waffen oder das Nachrücken kurdischer Kämpfer nach Kobane zuzulassen.

+++ 13.53 Uhr: Luftangriffe verringern Öl-Produktion des IS +++

Die Luftangriffe der US-geführten Allianz haben offenbar die Öl-Produktion des IS in Syrien und im Irak schrumpfen lassen. Die Kapazitäten der Islamisten zu Förderung, Verarbeitung und Schmuggel des Öls seien stark eingeschränkt, teilt die Internationale Energie Agentur (IEA) in ihrem Monatsbericht unter Berufung auf westliche sowie irakische Regierungsstellen mit.

Der Öl-Export ist für den IS die wichtigste Finanzierungsquelle. Geschätzt wurden tägliche Einnahmen von bis zu drei Millionen Dollar. Die Luftangriffe der Allianz hatten daher auch die Öl-Produktionsstätten und Pipelines zum Ziel. Der IEA zufolge ist die Förderung von Rohöl nun von 70.000 auf 20.000 Fass pro Tag zurückgegangen. Der Schmuggel sei von 30.000 auf 10.000 Fass geschrumpft.

+++ 12.17 Uhr: Angriffe auf Islamisten in Deutschland befürchtet +++

Islamisten könnten in Deutschland bald Opfer von Gewalttaten werden. Das gehe aus einer Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Verfassungsschutz hervor, berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument der Behörde. Bei Kurden, Jesiden und Schiiten in Deutschland gebe es "eine wachsende Bereitschaft, mit Gewalt gegen erkannte Salafisten vorzugehen".

Gefährdet sind dem Bericht zufolge vor allem salafistische Missionierungstrupps, deren öffentliche Betätigung von kurdischen Kreisen als Propaganda des Islamischen Staates wahrgenommen werde. Der Hass auf vermeintliche IS-Sympathisanten könne sich "jederzeit durch Handgreiflichkeiten entladen". Als alarmierend werteten die NRW-Behörden ein Video des Kölner Rappers "Bero Bass", in dem der Deutsch-Kurde seine Gefolgsleute auffordere, Salafisten zu ermitteln sowie ihre Adressen und Auto-Kennzeichen festzuhalten. "Der von ihm genannte Zweck, nämlich alsdann die Polizei über salafistische Umtriebe zu unterrichten, wird hier als Vorwand gewertet", heiße es in der Analyse.

+++ 10.27 Uhr: Neue Luftangriffe auf IS in Kobane +++

Die internationale Koalition hat den IS in Kobane wieder aus der Luft attackiert. Dabei seien mindestens drei Stellungen der Dschihadisten im Osten der Stadt getroffen worden, teilen die syrischen Menschenrechtsbeobachter mit. Die Gefechte zwischen kurdischen Kämpfern und den sunnitischen Extremisten gehen den Angaben zufolge mit unverminderter Heftigkeit weiter. Ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane berichtet, dass kurdische Kämpfer dank der Luftschläge den strategisch wichtigen Hügel bei Tel Shair, sieben Kilometer von der Grenzstadt entfernt zurückerobern konnten.

+++ 9.40 Uhr: Türkei bombardiert PKK-Stellungen +++

Die türkische Luftwaffe hat erstmals seit Ausrufung einer Waffenruhe vor anderthalb Jahren Stellungen kurdischer Rebellen im Südosten des Landes angegriffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskreise. F-16-Kampfjets hätten am späten Montagabend Bomben auf Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) abgeworfen. Angaben zu Opfern lagen zunächst nicht vor. Zuvor hätten PKK-Rebellen drei Tage lang einen Posten der türkischen Sicherheitskräfte im Dorf Daglica angegriffen, heißt es weiter.

+++ 8.15 Uhr: Trotz Fußfessel in den Krieg +++

Ein Radikal-Islamist aus Hessen ist nach Recherchen von "Report Mainz" trotz einer elektronischen Fußfessel nach Syrien ausgereist, um sich dort einer Terrorgruppe anzuschließen. Der 24-jährige Salafist hatte dem ARD-Politmagazin zufolge im Juni 2013 ein ARD-Kamerateam in Offenbach angegriffen. Nach Ermittlungen wegen Einbruchs hatte ein Ermittlungsrichter den Mann nicht dauerhaft in Untersuchungshaft geschickt, sondern angeordnet, ihn mit einer sogenannten kleinen Fußfessel auszustatten. Diese garantiert aber keine lückenlose 24-Stunden-Überwachung. Der junge Mann sei vermutlich nach Syrien gereist, zitiert der Hessische Rundfunk den Leiter der gemeinsamen Überwachungsstelle der Länder (GÜL) für die Fußfessel, Hans-Dieter Amthor.

+++ 5.41 Uhr: Amnesty wirft Irakern Menschenrechtsverletzungen vor +++

Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen schiitische Milizen im Irak: Die Gruppen, die auf Seiten der Regierung in Bagdad gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) kämpfen, würden schwere "Kriegsverbrechen" begehen, erklärt die Menschenrechtsorganisation. Die Gruppen hätten als Vergeltung für den IS-Vormarsch dutzende sunnitische Zivilisten entführt und ermordet, ihre Familien würden zur Zahlung von Lösegeld gezwungen. "Die wachsende Macht der schiitischen Milizen hat zu einer allgemeinen Verschlechterung der Sicherheit und zu einer Atmosphäre der Gesetzeslosigkeit beigetragen", kritisierte Amnesty. Die Milizen würden den Kampf gegen den Terror als Vorwand für Angriffe auf Sunniten nutzen.

Lesen Sie hier Details zu dem Amnesty-Bericht

+++ 4.23 Uhr: USA und Türkei streiten um Militärbasen +++

Parallel zu hochrangigen Militär-Beratungen über das weitere Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat streiten sich die USA und die Türkei über die Nutzung von Stützpunkten in dem Nato-Land. Ankara dementiert US-Angaben, wonach sich die türkische Regierung bereiterklärt habe, Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Am Dienstag soll in den USA ein erstes Bündnistreffen fortgesetzt werden, bei dem es um langfristige Strategie gegen den IS im Irak und in Syrien geht. Berichten zufolge setzten die Extremisten ihren Vormarsch im Westen des Iraks fort und griffen auch die Kurden in Kobane erneut an.

+++ 3.30 Uhr: IS rückt wieder in Kobane vor +++

Trotz erbitterten Widerstands kurdischer Kämpfer nehmen Kämpfer des Islamischen Staats im Häuserkampf einige Gebiete in der seit langem umkämpften Stadt Kobane ein, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Kurden hatten zuvor angegeben, Teile der Stadt vom IS zurückerobert zu haben. Unterstützt wurden sie dabei von Luftangriffen des internationalen Bündnisses.

+++ 2.38 Uhr: UN reduzieren Lebensmittelhilfe für Syrien +++

Die Vereinten Nationen beginnen wegen Geldmangels damit, ihre Lebensmittelhilfe für die notleidende Bevölkerung in Syrien zu reduzieren. Die Hilfsleistungen würden diesen Monat um 40 Prozent gesenkt, sagt die Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Elisabeth Rasmusson. Demnach wird die UN-Organisation zwar wie bisher Lebensmittel verteilen, doch werde sie die individuelle Menge stark reduzieren. Auch die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge außerhalb des Landes seien von November an von den Kürzungen betroffen.

+++ 1.00 Uhr: Zahlreiche Deutsche kämpfen an der Seite der Islamisten +++

Auf Seiten des Islamischen Staates kämpfen fast 400 Deutsche. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sind die meisten deutschen Kämpfer jünger als 30 Jahre. Das Blatt beruft sich auf Unterlagen deutscher Sicherheitsbehörden, in denen die Daten von 380 Dschihadisten ausgewertet sind. Die meisten sind demnach 15 bis 30 Jahre alt - ihr Anteil beträgt 65 Prozent. Wie es weiter hieß, sind 89 Prozent der deutschen Kämpfer Männer und elf Prozent Frauen. Knapp jeder Vierte (116 Kämpfer) hat dem Bericht zufolge einen Schulabschluss; 41 haben Abitur und 31 einen Realschulabschluss. Von den Ausgereisten haben demnach 23 eine Ausbildung und acht ein Studium abgeschlossen.

+++ 0.01 Uhr: Familie von britischer IS-Geisel fleht Kidnapper an +++

Die Familie der britischen IS-Geisel John Cantlie fordert die Kidnapper des Journalisten auf, wieder in Kontakt mit ihnen zu treten. "Wir flehen den IS an, den direkten Kontakt wieder aufzunehmen", erklärte Cantlies Schwester Jessica. Der Vater des entführten Fotoreporters sei unheilbar krank, sie spreche daher im Namen der gesamten Familie. In der Vergangenheit habe bereits ein direkter Kontakt zwischen dem IS und der Familie bestanden, dieser sei aber "abgebrochen worden".

mad/nik/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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