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IS drängt Kurden zunehmend in die Enge

Kein Ende in Sicht: Auch am Donnerstag ist es in der syrischen Grenzstadt zu erbitterten Kämpfen gekommen. Trotz der Luftangriffe eroberten die IS-Kämpfer ein Drittel Kobanes. Die Ereignisse vom Tag.

  Türkische Soldaten beobachten den Kampf in Kobane von der Grenze aus. Die IS-Milizen kontrollieren inzwischen den Osten der Stadt.

Türkische Soldaten beobachten den Kampf in Kobane von der Grenze aus. Die IS-Milizen kontrollieren inzwischen den Osten der Stadt.

+++ 20.21 Uhr: Kurden demonstrieren erneut gegen IS +++

In mehreren deutschen Städten sind erneut tausende Kurden auf die Straße gegangen, um gegen die Angriffe der islamischen Terrormiliz IS zu protestieren. In Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe zählt die Polizei rund 2400 Teilnehmer bei Demos. Sie verlaufen nach Angaben der Beamten alle friedlich. In München geraten demonstrierende Kurden mit Türken aneinander. Nach Angaben der Polizei hatte es Provokationen gegeben, als die Demonstranten durch eine Straße mit vorwiegend türkischen Geschäften zogen. Daraufhin seien mehrere Kurden auf die Passanten losgegangen, vier Kurden seien festgenommen worden.

+++ 19.30 Uhr: Erbitterte Kämpfe in Kobane +++

Die Terrormiliz IS drängt die sich verzweifelt wehrenden Kurden in der Grenzstadt Kobane immer weiter in die Enge. Trotz erbitterter Gegenwehr und US-Luftangriffen erobern die Dschihadisten im Häuserkampf weitere Viertel der Stadt. Sie kontrolliert nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ein Drittel der Grenzstadt. Die USA greifen weiterhin Stellungen des IS mit Kampfjets, Bombern und Drohnen an. Das Zentralkommando in Tampa im US-Bundesstaat Florida teilt mit, ein IS-Trainingslager, eine von den Dschihadisten genutztes Gebäude und zwei Fahrzeuge seien zerstört worden.

+++ 18.00 Uhr IS erneut auf dem Vormarsch in Kobane +++

Trotz weiterer Luftangriffe der USA und unter den Augen türkischer Panzertruppen ist die Extremistenmiliz IS in Kobane wieder auf dem Vormarsch. Nach Einschätzung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kontrolliert der IS inzwischen den Osten der syrisch-kurdischen Stadt sowie kleinere Gebiete im Nordosten und Südosten. Der Kommandeur der Verteidiger Kobanis, Esmat al-Scheich, berichtet der Nachrichtenagentur Reuters, die IS-Kämpfer hätten rund ein Viertel der Stadt besetzt. "Die Kämpfe halten an - Straßenkämpfe."

+++ 17.50 Uhr: Nato lehnt Flugverbotszone über Syrien ab +++

Der Vorschlag des türkischen Präsidenten Erdogan, in Syrien eine Flugverbotszone oder eine Pufferzone zum Schutz der Flüchtlinge einzurichten, wird von der Nato abgelehnt. In der Allianz gebe es keine Diskussion darüber, wird Stoltenberg zitiert. Eine Flugverbotszone hätte die syrische Luftwaffe gezwungen, am Boden zu bleiben und so den Gegnern Assads einen Vorteil verschafft. Ein solches Flugverbot müsste aber auch mit Waffengewalt gegen Syrien durchgesetzt werden. Die USA und ihre Verbündeten könnten nach Ansicht von Militärexperten dabei in einen Luftkrieg mit einer der größten Luftstreitkräfte im Nahen Osten gezwungen werden.

+++ 15.20 Uhr: Polizeigewerkschaft warnt vor "Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden" +++

Aufgrund der gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Kurden, Jesiden und mutmaßlichen radikalen Muslimen in Hamburg und Celle warnen die Polizeigewerkschaften vor weiteren Konfrontationen in deutschen Städten. "Hier droht ein Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden", zitiert die "Passauer Neue Presse" den Chef der deutschen Polizeigewerkschaft, Reiner Wendt. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow warnt, sollte es nicht gelingen, Ausschreitungen zu stoppen, könnten diese "negative Auswirkungen auf unsere momentane Willkommenskultur" gegenüber Flüchtlingen haben.

+++ 14.50 Uhr: Union will Strafrecht deutlich verschärfen +++

Die Union strebt im Kampf gegen gewaltbereite Extremisten eine deutliche Verschärfung des Strafrechts an. So solle künftig bereits der alleinige Besuch eines Terrorcamps strafbar sein, schreibt die CDU/CSU-Fraktion in einem Positionspapier. Der Besuch eines Terrorcamps ist zwar grundsätzlich bereits strafbar. Voraussetzung ist aber bislang, dass dem Betroffenen eine Anschlagsabsicht nachgewiesen wird und er sich dort an Waffen ausbilden lassen will. Der Nachweis einer Anschlagsabsicht sei oft nicht zu führen, heißt es in dem Positionspapier der Union. Es gebe aber "keinen anderen Grund, solche Terrorcamps zu besuchen, als selber ein Terrorist zu sein". Das Mindeststrafmaß für die Vorbereitung von Anschlägen soll nach dem Willen der Union auf ein Jahr angehoben werden. Außerdem soll auch die Sympathiewerbung für Terrorvereinigungen wieder unter Strafe gestellt werden.

+++ 14.20 Uhr: Erdogan verurteilt Kurden-Proteste als "Schauspiel" +++

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilt die Proteste als "Schauspiel", das zum Ziel habe, den Friedensprozess mit den Kurden in der Türkei zu sabotieren und warnt, Angriffe auf "Frieden, Stabilität und Sicherheit" der Türkei würden nicht geduldet. Die Regierung werde "zur "Bekämpfung solcher Akte die notwendigen Schritte ergreifen". Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hingegen stellt sich trotz der tödlichen Ausschreitungen hinter den Friedensprozess mit den Kurden. "Wir opfern den Friedensprozess keinem Vandalismus", so Davutoglu.

+++ 12.20 Uhr: Zahl der Todesopfer bei Protesten in der Türkei steigt auf 22 +++

Die Zahl der Toten in der Türkei bei Demonstrationen für den Schutz der syrisch-kurdischen Stadt Kobane vor der Terrormiliz IS ist auf mindestens 22 gestiegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur DHA. Viele der Opfer kamen bei Zusammenstößen von Islamisten mit Anhängern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im kurdisch geprägten Südosten des Landes ums Leben.

Am Mittwochabend hat die Regierung die Zahl der Toten noch mit 19 angegeben. In der Nacht zu Donnerstag blieb es deutlich ruhiger als in der Nacht zuvor, als es in zahlreichen Städten und Bezirken zu Unruhen kam. In mehreren Provinzen haben die Behörden Ausgangssperren verhängt.

+++ 11.40 Uhr: IS-Miliz kontrolliert ein Drittel von Kobane +++

Nach heftigen Kämpfen mit kurdischen Milizionären erobert der IS laut syrischen Aktivisten etwa ein Drittel der Grenzstadt Kobane. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt, übernehmen die Dschihadisten auch das Hauptquartier der kurdischen Polizei im Nordosten der syrischen Ortschaft. Damit rücken die Extremisten auch näher an die türkische Grenze heran.

Die Kurden melden auch Erfolge. Idris Nassan, Vizeaußenminister der Regionalregierung von Kobane, sagt, dass kurdische Kämpfer mehr als elf IS-Angriffe auf Ostkobane abgewehrt hätten. "Unsere Kämpfer haben es geschafft, den Vormarsch tief in die östlichen Bezirke Kobanes hinein zu bremsen" sagt er.

+++ 11 Uhr: Türkei nicht zu Alleingang bei Bodenoffensive bereit +++

Die Türkei ist nicht bereit, alleine mit Bodentruppen gegen den IS im benachbarten Syrien vorzugehen. Das sei kein realistischer Ansatz, sagt Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach einem Treffen mit dem neuen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Ankara. Das internationale Bündnis gegen den IS müsse sich erst auf eine gemeinsame umfassende Strategie einigen. Stoltenberg sagt: "Die Nato steht bereit, alle Alliierten dabei zu unterstützen, ihre Sicherheit zu verteidigen."

+++ 10 Uhr: Französische Großfamilie mutmaßlich auf dem Weg nach Syrien +++

Eine elfköpfige Großfamilie aus Nizza ist nach Einschätzung der französischen Justiz auf dem Weg nach Syrien, um sich dem Dschihad in Syrien anzuschließen. Die Familie soll mit mehreren Kindern bereits in der Türkei angekommen sein, wie die Zeitung "Le Figaro" berichtet.

Es gebe eine Menge Indizien dafür, dass die Familie auf dem Weg nach Syrien sei, verlautet aus Justizkreisen. Der Fall werde deshalb untersucht. Eine zum Islam konvertierte 27-jährige Mutter zweier Kinder könnte nach den Angaben diese Reise organisiert haben. Aus Nizza lassen sich immer wieder junge Leute für den Dschihad anwerben.

+++ 8.45 Uhr: IS schießt irakischen Militärhubschrauber ab +++

IS-Kämpfer haben nach eigener Darstellung einen Hubschrauber des irakischen Militärs abgeschossen. Im Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte die Extremisten-Organisation Fotos, die die Trümmer des Helikopters und die Leiche eines Piloten zeigen sollen. Ein Armeevertreter sagt, beim Absturz eines Hubschraubers am Mittwoch in der Nähe der nördlich von Bagdad gelegenen Öl-Raffinerie Badschi seien zwei Militärangehörige getötet worden. Die Ermittlungen zum Absturz dauern an.

Bei Twitter kursieren diese Bilder, die den Absturz des Helikopters zeigen sollen.

+++ 2 Uhr: Kurden kontrollieren weiter größten Teil von Kobane +++

Die kurdischen Milizen kontrollieren nach Einschätzung des US-Zentralkommandos in Tampa (Florida) weiter den größten Teil der an der syrisch-türkischen Grenze gelegene Kurden-Bastion Kobane. Sie hielten den Attacken der Terrormiliz Islamischer Staat stand, schreibt das Zentralkommando in einer Mitteilung. Das US-Militär würde die Lage in Kobane genau verfolgen, heißt es.

Bei acht Angriffen der USA und der jordanischen Luftwaffe nahe Kobane seien unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, ein Nachschubdepot sowie ein Kommandozentrum und Baracken der IS zerstört worden. Insgesamt seien am Mittwoch in Syrien neun Luftangriffe gegen die IS geflogen worden. Die USA hätten zudem drei Luftschläge im Irak ausgeführt.

+++ 0.45 Uhr: Obama sagt einen langen Kampf voraus +++

US-Präsident Barack Obama bittet im Kampf gegen den IS um Geduld. "Es bleibt eine schwierige Mission", sagt Obama nach Beratungen mit ranghohen Militärvertretern im Pentagon. "Ich habe von Beginn an gesagt, dass dies nicht etwas ist, was über Nacht gelöst wird." Der Präsident begrüßt, dass die internationale Gemeinschaft sich der Gefahr der Dschihadisten vereint entgegenstelle. Die "gute Nachricht" sei, dass es einen "breiten Konsens" im Nahen Osten und "unter den Nationen der Welt" gebe, dass die IS-Miliz den Frieden und die globale Sicherheit bedrohe.

+++ 0.30 Ihr: Erneut Ausschreitungen in Hamburg +++

Die dritte Nacht in Folge halten Proteste von Kurden die Hamburger Polizei in Atem. Nach den Auseinandersetzungen mit 14 Verletzten in der Nacht zum Mittwoch kommt es erneut zu Ausschreitungen. Fast 1300 Beamte sind im Einsatz. Nach dem offiziellen Ende einer friedlichen Demonstration gegen die Angriffe des IS auf kurdische Städte in Syrien zieht ein Teil der Demonstranten weiter in den Stadtteil St. Georg, wo sie nach Polizeiangaben Flaschen und auch einige Steine werfen. Mindestens ein Mensch sei am Kopf verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden.

ivi/AFP/DPA/DPA
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