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IS-Kämpfer zerstören antike Statuen in Palmyra

Die Zerstörungswut der Dschihadisten-Miliz findet kein Ende: Nun haben IS-Kämpfer in Palmyra erste Statuen zerschmettert - und es soll zu Hinrichtungen im antiken römischen Theater gekommen sein.

Auf diesem Bild spazieren noch Touriste durch die Ruinenstätte von Palmyra. Inzwischen wurden Teile des UNESCO-Weltkulturerbes von IS-Kämpfern zerstört.

Auf diesem Bild spazieren noch Touriste durch die Ruinenstätte von Palmyra. Inzwischen wurden Teile des UNESCO-Weltkulturerbes von IS-Kämpfern zerstört.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben eines syrischen Provinz-Gouverneurs antike Statuen in einem Museum der Welterbestätte Palmyra zerstört. Einige der Skulpturen in der Ausstellung seien von Extremisten zerschmettert worden, sagte der Chef der Provinz Homs, Talal Barazzi. "Wir haben unbestätigte Berichte erhalten, dass auch einige Statuen im Baal-Tempel zerstört worden sind."

Der IS hatte die historische Oasenstadt in Zentralsyrien #link;http://www.stern.de/politik/ausland/nach-eroberung-palmyras-is-extremisten-kontrollieren-haelfte-syriens-2195479.html;vor knapp einer Woche# von Regimetruppen erobert. Die gleichnamige Ruinenstätte gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und gilt als eine der bedeutendsten Kulturstätten im Nahen Osten. Über Beschädigungen der Bauten wurde zunächst nichts bekannt. Im Nordirak hatten IS-Anhänger bereits im Frühjahr Kulturstätten vernichtet, etwa die Ruinen der Jahrtausende alten Stadt Nimrud.

IS erlebt Rückschläge in Nordsyrien

Kurz vor dem Einfall der Dschihadisten waren laut Unesco allerdings etwa 400 in Sicherheit gebracht worden. Nach einer radikalen Islam-Interpretation sind Bilder und figürliche Darstellungen von Menschen verboten.

Während der Islamische Staat in Zentralsyrien zuletzt Erfolge verzeichnen konnte, musste die Terrorgruppe am Mittwoch im Norden des Landes zurückweichen: Kurdische Kämpfer eroberten den Ort Mabrukeh nahe der Stadt Ras al-Ain an der türkischen Grenze, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mabrukeh sei als regionales Verwaltungszentrum des Islamischen Staates wichtig für die . Nun sei der Weg geebnet, um in Richtung des IS-Hauptquartiers in Tel Abbajid vorzustoßen.

IS soll 20 Männer in Palmyra erschossen haben

Nach Angaben von Aktivisten hat der IS 20 Männer im antiken römischen Theater der Oasenstadt Palmyra erschossen. Die Männer seien beschuldigt worden, Schiiten und Alawiten zu sein, die für die Regierung gekämpft hätten, so der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Die Beobachtungsstelle hatte am Sonntag gemeldet, dass die IS-Miliz seit der Einnahme der Wüstenstadt mehr als 200 Menschen ermordet habe. Demnach wurden in und um Palmyra seit dem 16. Mai 67 Zivilisten sowie 150 Kämpfer der Regierungstruppen hingerichtet. Unter den Opfern seien 14 Kinder und zwölf Frauen, teilte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle mit, die sich auf ein Netzwerk von Ärzten und Aktivisten in stützt. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nicht geprüft werden. Staatsmedien hatten zuvor berichtet, die IS-Miliz habe in Palmyra etwa 400 Zivilisten getötet.

amt/las/DPA/DPA

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