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Eltern von US-Geisel flehen IS um Gnade an

In einem Youtube-Video flehen die Eltern der US-Geisel Peter Kassig den IS an, ihren Sohn freizulassen. In Syrien sterben 35 Dschihadisten bei Luftangriffen. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

  Vor einem Jahr wurde Ed und Paula Kassigs Sohn entführt. Er hatte eine Hilfsorganisation für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs gegründet.

Vor einem Jahr wurde Ed und Paula Kassigs Sohn entführt. Er hatte eine Hilfsorganisation für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs gegründet.

+++ 19.13 Uhr: Eltern von US-Geisel Peter Kassig flehen IS um Gnade an +++

Nach der Enthauptung des Briten Alan Henning flehen die Eltern der US-Geisel Peter Kassig die IS-Miliz an, ihren Sohn freizulassen. "Wir bitten seine Entführer inständig, Gnade zu zeigen und ihre Stärke zu nutzen, um unseren Sohn gehen zu lassen", sagen Ed und Paula Kassig in einem auf YouTube veröffentlichten dreiminütigen Video. Ihr Sohn Peter Kassig war zuvor in dem Video zu sehen, in dem der IS am Freitag die brutale Ermordung Hennings zeigte.

Der 26-jährige frühere US-Soldat Peter Kassig hatte in der Türkei eine Hilfsorganisation für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs gegründet. Nach Angaben seiner Eltern entwickelte er mit der Zeit eine tiefe Bindung zu den Menschen in Syrien, so dass er schließlich "den Islam annahm". Vor einem Jahr, am 1. Oktober, sei er verschleppt worden. Laut den Eltern hatten sie mehrere Botschaften von ihrem Sohn erhalten. Sie hätten zudem vergeblich versucht, Einfluss auf Washington auszuüben.

+++ 15.56 Uhr: Deutsche Islamisten in Pakistan wechseln offenbar zum IS nach Syrien +++

Dschihadisten aus Deutschland ziehen nach Beobachtung der Sicherheitsbehörden zunehmend von Pakistan nach Syrien. Deutsche Nachrichtendienste gingen davon aus, dass einige Dschihadisten, die vor Jahren in Terrorcamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet auswanderten, sich inzwischen in Syrien befänden oder auf dem Weg dorthin seien, berichtet die "Welt". Derzeit sollen sich nur noch rund 20 Islamisten aus Deutschland in der Grenzregion aufhalten. Ursprünglich seien bis zu 100 Extremisten in die Ausbildungslager des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer Gruppen gezogen. Einige von ihnen kehrten wieder nach Deutschland zurück und wurden zu Haftstrafen verurteilt. Andere seien bei Gefechten und durch Drohnenangriffe getötet worden oder hätten Selbstmordanschläge verübt.

+++ 14.58 Uhr: Luftangriffe töten 35 IS-Dschihadisten +++

Mindestens 35 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) werden durch Luftangriffe der USA und ihrer arabischen Verbündeten in Syrien getötet. Fünf der Dschihadisten seien bei Bombardements nahe der kurdischen Enklave Kobane in Nordsyrien getroffen worden, berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. 30 weitere Kämpfer werden demnach bei mehreren Luftangriffen in der Provinz Hasaka im Nordosten von Syrien getötet. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle sterben zehn kurdische Kämpfer durch Beschuss der IS-Dschihadisten.

+++ 13.25 Uhr: Erdogan warnt Dschihadisten vor Angriff auf Mausoleum +++

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan warnt die Dschihadisten vor einem Angriff auf das Grabmahl von Suleiman Schah. Das Mausoleum für den Großvater von Osman I., dem Begründer des Osmanischen Reichs, liegt in Syrien, gehört aber zum türkischen Territorium und wird von 40 türkischen Soldaten bewacht. "Wenn man unseren Soldaten auch nur ein Haar krümmt, wird die Türkei mit ihrer Armee das Notwendige tun und schlagartig wird sich alles ändern", sagt Erdogan.

+++ 12.15 Uhr: Briten empört über IS-Enthauptung +++

Die mutmaßliche Enthauptung eines weiteren Briten durch Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) löst eine Welle der Empörung im Heimatland des Opfers aus. Premierminister David Cameron Trifft sich mit Geheimdienstlern, Armeeoffizieren und Vertretern des Außenministeriums, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Der ehemalige Taxifahrer Alan Henning hatte sich im vergangenen Jahr einem Hilfskonvoi für syrische Flüchtlinge angeschlossen und war dabei am zweiten Weihnachtstag in die Hände der Terroristen gefallen.

+++ 11.51 Uhr: Neue Luftangriffe auf IS-Dschihadisten nahe Kobane +++

Nahe der umkämpften syrischen Stadt Kobane greift das US-geführte Militärbündnis erneut Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erneut an. Nach übereinstimmenden Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte und eines Augenzeugen in Kobane richten sich die Angriffe in der Nacht zu Samstag gegen mindestens vier Ziele im Süden und Osten der Stadt an der Grenze zur Türkei. Laut der Beobachtungsstelle wird dabei Kampfmaterial des IS zerstört. Berichte über Tote liegen zunächst nicht vor.

+++ 10.04 Uhr: Deutschland will militärisches Engagement im Irak deutlich ausweiten +++

Die Bundesregierung will das Engagement der Bundeswehr im Nordirak deutlich ausweiten. Geprüft wird unter anderem der Aufbau eines militärischen Ausbildungszentrums in der Kurden-Hauptstadt Erbil, die Beteiligung an der Ausbildung der von Bagdad geführten irakischen Streitkräfte und die Entsendung zusätzlicher Offiziere in Führungsstäbe, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen dem Bundestags-Verteidigungsausschuss mitteilt.

  Ursula von der Leyen unterhält sich mit einem kurdischen Soldaten. Die Verteidigungsministerin will mehr Offiziere in den Irak schicken.

Ursula von der Leyen unterhält sich mit einem kurdischen Soldaten. Die Verteidigungsministerin will mehr Offiziere in den Irak schicken.

+++ 05.15 Uhr: IS-Extremisten drohen mit Enthauptung eines US-Elitesoldaten +++

In dem Internetvideo, das die Enthauptung des Briten Alan Henning zeigen soll, drohen die Extremisten zugleich mit der Ermordung eines ehemaligen US-Elitesoldaten, der sich in ihren Händen befindet. Eine Sprecherin des US-Außenministerium sagt, momentan gebe es keinen Grund, an der Echtheit des Videos zu zweifeln.

Bei der 26 Jahre alten Geisel handelt es sich nach Angaben der "Washington Post" um ein früheres Mitglied des bekannten 75. Ranger Regiments. Der Infanterist habe mit seiner Einheit von April bis Juli 2007 im Irak gedient.

  Bewaffenete Rebellen auf einem Pickup-Truck in der Nähe von Handarat .

Bewaffenete Rebellen auf einem Pickup-Truck in der Nähe von Handarat .

+++ 00.14 Uhr: Cameron verurteilt Hinrichtung des Briten Alan Henning +++

Premierminister David Cameron hat die mutmaßliche Hinrichtung des Briten Alan Henning durch die IS-Terrormiliz verurteilt. "Die brutale Ermordung von Alan Henning durch den IS zeigt einfach, wie grausam und abscheulich diese Terroristen sind", teilt Cameron mit. "Meine Gedanken sind in dieser Nacht bei Alans Frau Barbara, ihren Kindern und allen, die ihn geliebt haben." Cameron kündigt an: "Wir werden alles tun, um diese Mörder zu jagen und sie zur Rechenschaft zu ziehen."

+++ 23.25 Uhr: Briten prüfen Echtheit des Videos +++

Das britische Außenministerium erklärt in einer Stellungnahme, man habe das Video zur Kenntnis genommen und arbeite mit Hochdruck daran, seine Echtheit zu prüfen. Sollte es sich bewahrheiten, wäre es ein weiterer "widerlicher Mord", heißt es in dem Statement. US-Präsident Barack Obamas Heimatschutz-Beraterin Lica Monaco sagt, dass das Video - sollte seine Echtheit bestätigt werden - ein "weitere Beispiel für die Brutalität dieser Gruppe" sei.

+++ 23.07 Uhr: IS enthauptet weitere Geisel +++

Die IS-Terrormiliz hat nach einem im Internet verbreiteten Video mit dem Briten Alan Henning eine weitere westliche Geisel auf barbarische Weise enthauptet. Das US-Terrorforschungszentrum SITE berichtet über das Video. Sollte es sich als echt erweisen, wäre der Engländer nach den beiden Amerikanern Jim Foley und Steven Sotloff sowie dem britischen Entwicklungshelfer David Haines die vierte westliche Geisel innerhalb kurzer Zeit, die auf bestialische Weise getötet wurde.

Henning, ein ehemaliger Taxifahrer aus Salford bei Manchester in Alter von 47 Jahren, war seit Dezember 2013 in der Gefangenschaft der Miliz. Er hatte sich einem Hilfskonvoi für syrische Flüchtlinge angeschlossen und war dabei in die Hände der Terroristen gefallen.

Das Video, nur eine Minute und elf Sekunden lang, folgt in der Aufmachung seinen Vorgängern: Das Opfer kniet in orangefarbener Häftlingskleidung auf dem Erdboden. Neben ihm ist ein in schwarz gekleideter, völlig vermummter IS-Kämpfer zu sehen.

Noch drei Tage vor der Veröffentlichung des Videos hatte Hennings Ehefrau Barbara in einer Videobotschaft an die Entführer um die Freilassung ihres Mannes angefleht. Er sei auch nach den Maßstäben der islamischen Scharia-Gesetzgebung unschuldig. Seine Familie brauche ihn.

Wie in vorausgegangenen Videos wird auch in dem neuen Machwerk eine weitere Geisel als mögliches neues Opfer vorgeführt. Es handelt sich dabei um einen Entwicklungshelfer aus den USA in IS-Gefangenschaft.

car/lie/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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