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Dschihadisten stürmen das Zentrum von Kobane

Die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat sollen bereits die Hälfte der Stadt Kobane kontrollieren. Sie sind bis in das Zentrum vorgedrungen. Die Ereignisse im Rückblick.

  Die Extremisten der Terrorgruppe IS haben große Teile der Stadt Kobane erobert. Mittlerweile sind sie auch in das Zentrum vorgerückt.

Die Extremisten der Terrorgruppe IS haben große Teile der Stadt Kobane erobert. Mittlerweile sind sie auch in das Zentrum vorgerückt.

+++ 23.38 Uhr: Obama berät mit Militärs über Vorgehen gegen IS +++

Im internationalen Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat berät US-Präsident Barack Obama am Dienstag mit Spitzenmilitärs aus rund 20 Ländern das weitere Vorgehen. Das erste derartige Treffen seit der Bildung der internationalen Allianz gegen den IS findet auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews in der Nähe von Washington statt. Viele Länder schicken ihre Generalstabschefs, auch Deutschland ist dabei. Obama bringt seinerseits unter anderem Generalstabschef Martin Dempsey zu dem Treffen mit.

+++ 21.18 Uhr: IS rückt ins Zentrum von Kobane vor +++

Nach Angaben von Aktivisten dringen IS-Kämpfer erstmals ins Zentrum von Kobane vor. Sie hätten das Kulturzentrum von Kobane erobert und sich in der Stadtmitte festgesetzt, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die IS-Milizionäre seien vom Osten aus in der Stadt vorgerückt und kontrollierten nun die Hälfte der einstigen Kurden-Hochburg, erklärt der Leiter der Beobachstungsstelle, Rami Andel Rahman.

+++ 20.31 Uhr: 30 Tote bei Anschlägen in Bagdad +++

In der irakischen Hauptstadt Bagdad kommen bei drei Bombenanschlägen in überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen 30 Menschen ums Leben. In Sadr City seien zwei Sprengsätze detoniert, teilen die Polizei und Mediziner mit. Allein bei der Explosion einer Autobombe an einer Kontrollstelle der Polizei seien 16 Menschen getötet und 30 verletzt worden. Bei einem Anschlag in der Nähe eines Markplatzes seien sechs Menschen ums Leben gekommen.

Zudem sei an einem Kontrollposten im Viertel Kahdimija im Westen Bagdads eine Autobombe detoniert. Dabei seien acht Zivilisten getötet und 21 verletzt worden, berichten Polizei und Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes. Zunächst bekennt sich niemand zu den Anschlägen. Die von Schiiten geführte Regierung in Bagdad führt seit längerem Krieg gegen die überwiegend sunnitische Extremistenmiliz Islamischer Staat im der Mitte und im Westen des Landes.

+++ 20:02 Uhr: Baden-Württemberg will geflüchtete Frauen aufnehmen +++

Baden-Württemberg will ein Sonderkontingent von Frauen und Mädchen aus dem Nordirak und Syrien aufnehmen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Dazu gebe es Gespräche mit dem Bundesinnenministerium - die konkreten Zahlen seien daher noch offen, sagt ein Regierungssprecher nach einem Flüchtlingsgipfel in Stuttgart. Zudem will Baden-Württemberg in den kommenden Monaten 3000 Plätze in Notunterkünften

+++ 18.46 Uhr: Von der Leyen schließt Bodentruppen aus +++

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich gegen die Entsendung deutscher Soldaten ausgesprochen. "Es wird keine Kampftruppen in Syrien und im Irak geben", sagte sie in der ZDF-Sendung "Was nun, Frau von der Leyen?". Den Vorschlag aus den Reihen der Grünen, die Bundeswehr könne im Rahmen eines UN-Mandats in der Region aktiv werden, nannte sie "wohlfeil". Auf die Frage, ob die aktuellen Pannen bei der Bundeswehr nicht zeigten, dass ihr Anspruch, Deutschland müsse sich international stärker engagieren, zu ambitioniert gewesen sei, antwortete die Ministerin: "Kann man sich vorstellen, dass sich Deutschland bei Ebola, in der Ukraine oder im Nordirak heraushält?"

+++ 17.41 Uhr: Freigelassene Reporter dürfen weiterarbeiten +++

Die drei in der Türkei vorübergehend festgenommenen Fotoreporter aus Deutschland, Björn Kietzmann, Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer sind nach ihrer Freilassung von der Staatsanwaltschaft vernommen worden. "Wir sind ohne Auflagen freigelassen worden. Wir haben unsere Ausrüstung aber noch nicht wieder", sagt Chris Grodotzki, einer der Journalisten, der Nachrichtenagentur DPA. Die drei wollen trotz ihrer Festnahme noch im Land bleiben. "Wir wollen noch einmal an die Grenze zu Kobane fahren und dort eine Geschichte fertig machen", so Grodotzki. Die türkischen Behörden hätten ihnen zugesagt, dass sie vor weiterer Strafverfolgung sicher seien. Auch dürften sie sich weiterhin frei im Land bewegen.

+++ 16.39 Uhr: IS brüstet sich mit Versklavung von Jesidenfrauen +++

Der Islamische Staat brüstet sich mit der Versklavung jesidischer Frauen und Kinder. In einem im Internet kursierenden Propagandamagazin rechtfertigen die Extremisten die Gefangennahme und den Verkauf von "Abtrünnigen" mit dem islamischen Recht. Ketten müsse jeder um den Hals tragen, "bis er zum Islam finde", heißt es in dem Magazin "Dabiq", das dem IS zugeschrieben wird. Gefangene jesidische Frauen und Kinder seien daher den IS-Kämpfern zugeteilt worden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) schätzt, dass die Miliz über 1000 Jesiden in ihrer Gewalt hält. Die Extremisten hätten "systematisch junge Frauen und Mädchen von ihren Familien getrennt, um sie mit Kämpfern zwangsweise zu verheiraten", heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten HRW-Bericht.

+++ 15.51 Uhr: 180.000 Menschen aus Hit geflohen +++

Nach UN-Angaben sind seit dem Einmarsch des IS in Hit wegen der Kämpfe und der Luftangriffe durch die Regierung und der von den USA angeführten Verbündeten bis zu 180.000 Menschen aus der irakischen Stadt auf der Flucht.

+++ 14.30 Uhr: Türkei dementiert Abkommen mit USA +++

Die Regierung in Ankara widerspricht der von den USA verkündeten Darstellung, wonach die internationale Militärkoalition im Kampf gegen den Islamischen Staat türkische Militärstützpunkte nutzen kann. Die Verhandlungen darüber dauerten an, heißt es aus dem Amt des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu. Hingegen gebe es eine Vereinbarung mit den USA über die Ausbildung gemäßigter syrischer Rebellen im Kampf gegen den IS.

US-Sicherheitsberaterin Susan Rice, hatte am Sonntagabend in einem TV-Interview erklärt, Ankara habe zugestimmt, dass von Incirlik aus Angriffe auf Ziele im Irak und in Syrien geflogen werden dürften. Militärexperten hatten dies als entscheidenden Fortschritt im Kampf gegen den IS gewertet, da die USA damit bei ihren Luftangriffen gegen den IS in Kobane auch Kampfhubschrauber einsetzen könnten, die die Milizen noch zielgenauer und flexibler angreifen könnten.

+++ 13.31 Uhr: Island schließt mutmaßliche IS-Website +++

Die isländischen Netz-Behörden löschen erstmals eine Website wegen ihres Inhalts, weil der Islamische Staat mutmaßlich die nationale Domain-Endung .is ausnutzte. Eine unter dem Namen der Dschihadisten eingetragene Organisation betrieb seit Mitte September die Website mit der Adresse www.khilafah.is. Die Domains seien eingestellt worden, teilt die Netz-Behörde ISNIC mit. Arabischsprachige Websites mit der Endung .is würden künftig genauer überwacht, so Behördenchef Jens Petur Jensen im isländischen Rundfunk.

Es sei "widerlich", dass eine Organisation, die sich IS nenne, die isländische Domain benutzt habe, zitiert die Zeitung "Morgunbladid" Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson. Das habe nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern sei ein "kriminelles und monströses Verhalten"

+++ 11.40 Uhr: IS erobert Militärbasis im Westirak +++

Der Islamische Staat nimmt weitere Gebiete in der westirakischen Provinz Anbar ein. Die Dschihadisten hätten das Militärlager der Stadt Hit erobert, berichtet die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News unter Berufung auf Militärquellen. Die irakischen Truppen hätten demnach beim Vorrücken der IS-Miliz einen "strategischen Rückzug" angetreten. Nach Angaben der Nachrichtenseite Al-Mada hatten sich Armee und Angreifer "mehrere Stunden lang" Gefechte geliefert.

Hit liegt knapp 150 Kilometer nordwestlich von Bagdad. Bereits vor einer Woche nahmen IS-Kämpfer einen Großteil der Stadt ein, die Militärbasis blieb zunächst in Armee-Hand. Hit hat strategisch größere Bedeutung, da sich der Haditha-Damm in der Nähe befindet. Mit dem wiederum lässt sich der Fluss Euphrat kontrollieren. Die Terrormiliz hält bereits große Teile der Provinz Anbar. Seit einigen Tagen versucht sie in Richtung Bagdad vorzudringen.

+++ 11.00 Uhr: Kurden erobern Teile von Kobane zurück +++

Kurdische Kämpfer haben den IS wieder aus Teilen Kobanes zurückgedrängt. Einheiten der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hätten in der Nacht im Nordosten und Südwesten der Stadt Gebiete der Terroristen zurückerobert, teilt ein Sprecher mit. Die YPG-Miliz habe IS-Kämpfer nach "schweren Gefechten" aus beiden Vierteln vertreiben können.

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden die Gefechte am Montagmorgen mit mindestens fünf Luftschlägen der von den USA angeführten Koalition unterstützt. Vier Angriffe seien unmittelbar südlich der Stadtgrenze auf IS-Stellungen erfolgt, ein fünfter Schlag habe auf einen vom IS eroberten Hügel im Süden von Kobane gezielt.

+++ 10.32 Uhr: Steinmeier gegen Bodeneinsatz +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier schließt die Entsendung von deutschen Bodentruppen nach Syrien aus. "Das lässt sich leicht fordern in Deutschland, wenn man weiß, dass ein solches Mandat nicht zustande kommt", kommentiert der SPD-Politiker in Saudi-Arabien die Grünen-Forderung nach einer UN-Mission mit deutscher Beteiligung. Die Bundesregierung habe entschieden, "dass wir unter den gegebenen Voraussetzungen keine Bodentruppen nach Syrien entsenden werden". Steinmeier verweist darauf, dass auch andere Staaten keine Bodentruppen nach Syrien schicken.

Der Außenminister hält sich noch bis heute Abend in Saudi-Arabien auf, unter anderem um sich mit der dortigen Regierung über das weitere Vorgehen gegen den IS zu beraten. Das Land beteiligt sich an der Seite der USA auch an den Luftschlägen gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak.

+++ 10.21 Uhr: Deutsche Reporter wieder frei +++

Die drei im Südosten der Türkei festgenommenen deutschen Fotoreporter Björn Kietzmann, Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer sind unter Auflagen wieder freigelassen worden. Sie seien in ihr Hotel in Diyarbakir gebracht worden, berichtet ein ausländischer Journalist in der Türkei, der mit den Deutschen in Kontakt ist, aber nicht namentlich genannt werden will. Die Fotoreporter würden sich mit Anwälten beraten. Ihnen werde vorgeworfen, Spione und Provokateure zu sein. Kietzmann twitterte, in Kürze würden er und die beiden anderen Reporter von der Staatsanwaltschaft vernommen werden.

Die drei Männer waren am Samstag in Diyarbakir festgenommen worden. Die Bevölkerung Diyarbakirs ist überwiegend kurdischstämmig. In den letzten Tagen hatte es in mehreren Städten der Türkei Proteste von Kurden gegeben. Sie richteten sich gegen die Zurückhaltung der Regierung angesichts des Vormarschs des IS in den nordsyrischen Kurdengebieten.

+++ 8.04 Uhr: Grüne für Bundeswehreinsatz gegen Dschihadisten +++

Die Bundestagfraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, fordert eine UN-Militärmission gegen die Terrormiliz Islamischer Staat - unter Beteiligung der Bundeswehr. Angesichts der Kämpfe um die nordsyrische Stadt Kobane sagte sie der "Süddeutschen Zeitung". "Deutschland muss initiativ werden bei den Vereinten Nationen. Es muss ein robustes Mandat geben, Isis ist nur militärisch zu bekämpfen." Deutschland müsse "gegebenenfalls bereit sein, sich mit der Bundeswehr an einem Einsatz zu beteiligen." Und: "Wir brauchen eine gemeinsame Strategie. Wenn dabei herauskommt, dass am Boden agiert werden muss, würden wir das unterstützen."

+++ 4.19 Uhr: USA dürfen türkische Luftbasen nutzen +++

Die Türkei geht auf die Militärkoalition gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) zu: Vor dem Hintergrund der schweren Gefechte um die syrische Kurdenstadt Kobane erlaubt das Land nach Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium der US-Luftwaffe die Nutzung ihrer Stützpunkte für Angriffe auf IS-Stellungen. Zudem dürfen in den Militäreinrichtungen Vertreter der gemäßigten syrischen Opposition untergebracht und ausgebildet werden.

+++ 5.21 Uhr: Philosoph stellt Nato-Mitgliedschaft in Frage +++

Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy stellt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP die Mitgliedschaft der Türkei in der Nato in Frage, sollte Kobane fallen. "Die Position der Türkei würde problematisch, wenn sie Kobane fallen ließe", sagte er.

+++ 1.37 Uhr: de Maizière warnt vor Anschlägen +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnt erneut vor Terroranschlägen in Deutschland durch heimkehrende Islamisten. Ein Anschlag sei "nicht auszuschließen", sagte de Maizière in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Gefahr gehe vor allem von Kämpfern aus, die aus Syrien und dem Irak heimkehren und "hier Anschläge begehen können". Deutschland stehe im Fokus des Terrorismus, dies sei bereits in der Vergangenheit so gewesen. Indes mahnte der Minister zur Ruhe. Die Arbeit der Sicherheitsbehörden sei gut und ihnen müsse Vertrauen entgegen gebracht werden.

+++ 0.08 Uhr: Kerry fordert Iraker zum Widerstand auf +++

US-Außenminister John Kerry ruft die Iraker zum Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auf. "Letztlich sind es die Iraker, die den Irak zurückerobern müssen", sagt Kerry in Kairo nach der Geberkonferenz zum Wiederaufbau des Gazastreifens. Zugleich zeigt er sich zuversichtlich, dass die Strategie der US-geführten Koalition gegen die IS-Miliz erfolgreich sein werde. Die Dschihadisten würden "mehr und mehr isoliert" werden, sagt Kerry.

mad/nik/mka/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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