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Kopfschuss-Soldat: "Ich habe das Richtige getan"

Ein israelischer Soldat hat in Hebron einen verletzten Attentäter per Kopfschuss hingerichtet. Der Soldat wurde verhaftet, ist sich aber keiner Schuld bewusst.

Der Moment kurz bevor der israelische Soldat den offensichtlich verwundeten Mann am Boden erschießt

Der Moment kurz bevor der israelische Soldat den offensichtlich verwundeten Mann am Boden erschießt

Ein israelischer Soldat hat in Hebron einen verletzten palästinensischen Attentäter mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Zu sehen ist das auf einem Video, das am Donnerstag von der israelischen Menschenrechtsorganisation Betselem veröffentlicht wurde. Nachdem er verhaftet wurde, beriet sich der Schütze mit seinen Angehörigen und danach hat sich der Soldat in der "Jerusalem Post" verteidigt: "Ich habe das Richtige zur richtigen Zeit getan, um Schlimmeres zu verhindern." Nach Meinung des Soldaten ging von dem Liegenden nämlich weiterhin eine Gefahr aus. "Er hat eine dicke Jacke getragen und darum fürchtete ich, dass er einen Sprengstoffweste trug." "Als er sich dann bewegte, habe ich ihn erschossen. Ich fürchtete einfach, er würde eine Explosion auslösen."

Verstoß gegen die Vorschriften

Der Vorfall sorgte für Aufsehen. Das  Militär sprach von einem "schwerwiegenden Vorfall, der gegen die Werte der israelischen Armee verstößt". Auch Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilte die Tat. Diese sei nicht mit den "Werten des Jüdischen Staates und seines Militärs" vereinbar. Inzwischen wird der Soldat von einem Anwalt vertreten. In einem Interview mit dem Armee Radio betonte er, sein Klient sei "nicht schuldig". "Wir sind zu schnell damit zu sagen, er hat Schuld wegen des Videos. Vergesst aber nicht, wer hier euch und eure Kinder verteidigt."

Ein Armeesprecher betonte dagegen, die Untersuchung des Vorfalls werde weiter vorangetrieben. "Wir müssen das Geschehene im Licht der klaren Befehle und Anordnungen sehen. Nachdem sie eine Bedrohung neutralisiert haben, müssen Soldaten medizinische Hilfe leisten, selbst wenn es sich um Terroristen handelt. Da ist kein Raum für Interpretationen."

Gernot Kramper/DPA
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