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15. September 2006, 08:44 Uhr

Falsche Karten schuld am Beschuss von UN-Posten

Laut einem israelischen Untersuchungsbericht haben fehlerhafte Landkarten zu dem Beschuss des UN-Postens Ende Juli geführt. Vier Blauhelm-Soldaten waren bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Der UN-Posten wurde durch den israelischen Angriff komplett zerstört© UN Press Office

Der tödliche Beschuss eines UN-Beobachterpostens im Südlibanon durch das israelische Militär ist einer Untersuchung zufolge auf fehlerhafte Karten der Region zurückzuführen. Bei dem israelischen Angriff waren am 25. Juli vier Mitarbeiter der Vereinten Nationen (UN) ums Leben gekommen.

Israel stellte die Ergebnisse seiner Untersuchung des Vorfalls Diplomaten aus Österreich, Kanada, China und Finnland vor - den Herkunftsländern der Opfer. Mark Regew, Sprecher des israelischen Außenministeriums erklärte, die Karten der Gegend seien vervielfacht worden, um sie den Soldaten mitzugeben. "Es gab ein Malheur bei der Vervielfältigung der Karten, der UN-Posten war darauf nicht so markiert, wie er hätte sein sollen, und das verursachte die Tragödie."

Israel hatte seinen Krieg gegen die Hisbollah im Libanon begonnen, nachdem die radikale Organisation zwei israelische Soldaten entführt hatte. Regew zufolge wurde während der Untersuchung festgestellt, dass sich rund 100 Meter hinter dem UN-Posten eine Station der Hisbollah mit "feindlicher Aktivität" befand. Deswegen sei der Angriff angeordnet worden. "Wenn das israelische Militär gewusst hätte, dass das Ziel ein UN-Posten war, wäre der Angriff nicht angeordnet worden", sagte Regew.

Bedauern über Vorfall

Die Vereinten Nationen haben eigenen Angaben zufolge Israel rund ein Dutzend Mal angewiesen, das Bombardement auf den Posten einzustellen. Israel hatte tiefstes Bedauern über den Vorfall geäußert und erklärt, die Todesfälle seien auf einen "tragischen, operativen Fehler" zurückzuführen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte Israel vorgeworfen, den Beobachtungsposten in der libanesischen Stadt Chiam "offenbar vorsätzlich" angegriffen zu haben. Die UN haben zu dem Zwischenfall eigene Untersuchungen eingeleitet.

Reuters/AP
 
 
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