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5. Januar 2006, 08:09 Uhr

Korruptionsskandal um Scharon

Wenige Wochen vor der israelischen Parlamentswahl ist der Korruptionsskandal um die Familie von Ministerpräsident Ariel Scharon mit neuen Einzelheiten angeheizt worden. Scharons Söhne sollen illegale Spenden erhalten haben.

Die Affäre um seine Söhne könnte Ariel Scharon sehr schaden© DPA

Die Affäre könnte die Chancen des 77-Jährigen mindern, der mit einer neuen Partei antritt. Scharon hat in der Affäre um seine Söhne stets jede Schuld von sich gewiesen. Der israelische Generalstaatsanwalt hatte im vergangenen Jahr eine entsprechende Untersuchung gegen den Regierungschef aus Mangel an Beweisen fallen gelassen.

Israelische Medien berichteten, die Polizei habe den Computer eines österreichischen Geschäftsmannes beschlagnahmt. Von dessen Daten erhoffe sie sich Hinweise zur Herkunft von rund drei Millionen Dollar, die die Scharon-Familie 1999 möglicherweise von ausländischen Unterstützern erhalten hat. Scharon soll damit illegale Spenden für einen parteiinternen Wahlkampf des Likud zurückgezahlt haben, für die sein Sohn Omri inzwischen verurteilt worden ist.

Politische Motivation der Polizei

Einem Polizeisprecher zufolge erhielten die Ermittler allerdings keine richterliche Erlaubnis, die Daten des auf einer Israel-Reise des Geschäftsmannes beschlagnahmten Computers auszuwerten. Es sei nicht möglich gewesen, dem Verdacht einer Verbindung zu der gezahlten Millionensumme nachzugehen, sagte der Sprecher. Scharon war Ende vergangenen Jahres aus dem Likud ausgetreten und hat die neue Partei Kadima gegründet.

Ein Sprecher Scharons schloss nicht aus, dass das Vorgehen der Polizei wenige Wochen vor der Wahl politisch motiviert war. Der Regierungschef sei in der Angelegenheit nicht befragt worden, sagte er dem Armeerundfunk weiter. Abgeordnete der Opposition forderten den Generalstaatsanwalt auf, die Ermittlungen an sich zu ziehen und vor der Wahl im März zu Ende zu führen.

Reuters
 
 
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