. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. Juni 2007, 13:49 Uhr

Katzav gesteht sexuelle Belästigung

Mosche Katzav hat die sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen zugegeben und will zurücktreten. Dank eines Deals mit der Staatsanwaltschaft entgeht der israelische Präsident aber dem Gefängnis. Frauenorganisationen protestierten gegen die Entscheidung.

Katzavs Amtszeit wäre normalerweise Mitte Juli ausgelaufen© Jim Hollander/EPA

Israels Präsident Mosche Katzav hat sexuelle Vergehen eingestanden, um einer Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung zu entgehen. Katzav werde einer Vereinbarung mit der Generalstaatsanwaltschaft zufolge zudem zurücktreten, teilte der Chef der Anklage, Menachem Masus, mit. Medienberichten zufolge sollte Katzav seinen Rücktritt noch am selben Tag erklären. Er würde innerhalb von 48 Stunden in Kraft treten. Das Parlament hat bereits den bisherigen Vize-Ministerpräsidenten Schimon Peres zum Nachfolger gewählt. Katzavs Amtszeit wäre regulär Mitte Juli ausgelaufen. Wegen der Vorwürfe lässt er das Amt aber bereits seit Monaten ruhen.

Katzav soll mehrere Mitarbeiterinnen sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt haben. Der scheidende israelische Präsident hat mit Blick auf Vorwürfe wegen sexueller Nötigung eine Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft getroffen. Katzav hat demnach schriftlich sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen in zwei Fällen sowie Zeugenbelästigung eingeräumt und muss Entschädigung zahlen. Dafür sind weitere Anklagepunkte wegen Vergewaltigung und Korruption fallen gelassen worden. Katzav, der sein Amt seit Januar ruhen lässt, soll laut Masus eine Bewährungsstrafe erhalten und als "Akt der Verantwortung" in aller Form zurücktreten. Zu seinem Nachfolger wurde kürzlich Schimon Peres gewählt, der vom 15. Juli an Israels Staatsoberhaupt sein wird.

Prosteste gegen Vereinbarung

Der Generalstaatsanwalt erklärte, er habe sich bei einer Anhörung in einigen Punkten von den Anwälten Katzavs überzeugen lassen, die auch neue Beweise vorgelegt hätten. Eine außergerichtliche Einigung habe er jedoch abgelehnt. Man habe sich letztlich auf eine abgeschwächte Anklageschrift geeinigt. Die erste Beschwerdeführererin gegen Katzav, deren Vorwürfe fallen gelassen werden sollen, hat bereits eine Klage vor dem Obersten Gericht in Jerusalem gegen die Vereinbarung angekündigt. Auch israelische Frauenorganisationen laufen Sturm gegen die Übereinkunft zwischen dem Präsidenten und der Staatsanwaltschaft.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Malt (29.06.2007, 10:59 Uhr)
Aber von Koksfriedel...
... und Co. vom Zentralrat der Juden hört man dazu garnichts! Sonst immer die ersten, wenn auch nur ein deutscher Politiker einen Israeli nur aus dem Augenwinkel ansieht, hört man jetzt NICHTS von dieser Seite an Kritik an dem israelischen Staat und seinem Rechtssystem. Verdammte Doppelmoralisten!
Latze (28.06.2007, 21:26 Uhr)
Pfui Teufel
es kommt einem das kalte kotzen hoch wenn man sowas liest. Ich hoffe es gibt noch einen Gott da oben und dieser Ekelerregende notgeile alte Drecksack bekommt noch seine gerechte Strafe.
Prometheus90 (28.06.2007, 21:14 Uhr)
Was für ein SKANDAL!!!
Ich gestehe den Missbrauch von zwei Frauen, dafür werde ich nicht wegen Vergewaltigung angeklagt. Und so was nennt sich RECHTSSTAAT...
MEHR ZUM ARTIKEL
Israel Katzav verteidigt sich aus dem Amt

Die Vergewaltigungsvorwürfe haben dem israelischen Präsidenten Mosche Katzav bisher nur eine dreimonatige Beurlaubung beschert - er genießt weiterhin Immunität. Auf Rücktrittsforderungen reagierte Katzav mit einer wütenden Verteidigungsrede. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe