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Lufthansa setzt Flüge nach Tel Aviv aus

UN und USA bemühen sich vergeblich um eine Waffenruhe im Gaza-Streifen. 600 Menschen sollen bei den Kämpfen bisher gestorben sein. Der Flugverkehr kappt die Verbindung. Die Ereignisse des Tages.

  Lufthansa-Maschinen am Boden: Wie viele internationale Airlines hat die Fluggesellschaft ihre Flüge nach Israel wegen der Gaza-Krise vorerst ausgesetzt

Lufthansa-Maschinen am Boden: Wie viele internationale Airlines hat die Fluggesellschaft ihre Flüge nach Israel wegen der Gaza-Krise vorerst ausgesetzt

Angesichts immer höherer Opferzahlen im Gazakonflikt wird der Ruf nach einer Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensern lauter. Dennoch deutet nichts auf eine unmittelbare Lösung hin.

Die "New York Times" zitierte namentlich nicht genannte US-Beamte mit der Aussage, dass die Situation zur Zeit weitaus schwieriger als beim Gazakonflikt im Jahr 2012 sei, als die damalige Außenminister Hillary Clinton ein Ende der Feindseligkeiten auf dem Verhandlungsweg erreicht hatte. "Bemühungen um eine Waffenruhe werden dieses Mal in mancher Hinsicht schwieriger sein, als 2012", sagte ein Ansprechpartner aus dem State Department der Zeitung. Die Region sei heute stärker zerrissen. Die Ereignisse des Tages im stern-Newsticker.

+++ 19.23 Uhr: Lufthansa fliegt vorerst nicht nach Tel Aviv +++

Die Lufthansa-Gruppe stellt ihre Flüge nach Tel Aviv für zunächst 36 Stunden ein. Das Unternehmen teilt mit, dass davon die Flüge der Lufthansa, Germanwings, Austrian Airlines und Swiss betroffen sind. Begründet wird die Entscheidung mit der "unsicheren Lage" am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv, dem einzigen internationalen Airport des Landes. Auch Air Berlin hat alle Flüge nach Tel Aviv ausgesetzt - ebenfalls für zunächst 36 Stunden. Fluggäste können sich bei der Hotline 00800 5737 8000 informieren.

+++ 18.18 Uhr: Palästinenserführung schlägt Waffenruhe vor +++

Nach zweiwöchigen Kämpfen zwischen Israel und den radikal-islamischen Machthabern im Gazastreifen hat die Palästinenserführung nach eigenen Angaben einen Plan für eine Waffenruhe vorgelegt. Der an die als Vermittler tätige ägyptische Regierung unterbreitete Vorschlag sehe eine Waffenruhe und unmittelbar anschließend eine fünftägige Verhandlungsphase vor, erklärte ein Vertreter der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Dienstag in Kairo.

+++ 17.35 Uhr: USA stoppen Flüge nach Israel +++

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat amerikanischen Fluggesellschaften wegen der Raketengefahr Flüge nach Israel vorübergehend untersagt. Die Anweisung gelte für 24 Stunden, teilte die FAA am Dienstag mit.

+++ 16.40 Uhr: Ban fordert in Israel ein Ende der Kämpfe +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Israel und die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas zur Beilegung ihres blutigen Konflikts aufgefordert. "Beenden Sie das Kämpfen, beginnen Sie miteinander zu sprechen!", sagt er am bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Tel Aviv. Ban bezeichnet den Raketenbeschuss israelischer Orte durch palästinensische Militante als "schockierend". Weiter sagt er: "Militärische Aktionen werden Israels Stabilität nicht stärken."

+++ 14 Uhr: Auswärtiges Amt bestätigt Tod von Deutschen +++

Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen ist auch eine siebenköpfige Familie mit deutscher Staatsangehörigkeit getötet worden. "Wir müssen aufgrund mehrfacher Hinweise davon ausgehen, dass es sich bei den Toten um diese Familie handelt", bestätigt eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin.

+++ 13.23 Uhr: Mehr als 600 Tote im Gazastreifen +++

Die Zahl der Toten in dem blockierten Palästinensergebiet steigt auf mehr als 600, die der Verletzten auf mindestens 3700, teilen Rettungskräfte mit. Heftige Kämpfe in den Außenbezirken der Stadt Gaza dauern an. Für Berichte über eine neue humanitäre Waffenruhe gibt es keine Bestätigung.

+++ 12.08 Uhr: Israel greift 3000 Ziele im Gazastreifen an +++

Binnen zwei Wochen hat die israelische Armee im Gazastreifen nach eigenen Angaben mehr als 3000 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser hätten in dem Zeitraum über 2500 Raketen auf Israel abgefeuert, sagt Militärsprecher Arye Shalicar. Davon habe die Raketenabwehr mehr als 350 in der Luft abgefangen. Etwa 1400 seien in offenen Gebieten eingeschlagen. Im Gazastreifen habe die Armee bislang 23 Tunnel mit 66 Eingangspunkten gefunden und davon sechs zerstört. "Wegen der Gefahr, sie könnten vermint sein, dauert es lange", sagt Shalicar.

+++ 11.57 Uhr: Versuchte Selbstverbrennung vor israelischer Botschaft in Berlin +++

Nach einer Demonstration vor der israelischen Botschaft in Berlin hat ein Mann versucht sich selbst zu verbrennen, berichtet der Berliner Kurier. 300 Menschen hatten gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen protestiert. Gegen Mitternacht überschüttete er sich mit einer Flüssigkeit und setzte sie mit einem Feuerzeug in Brand. Objektschützer konnten die Flammen schnell löschen. Der Mann kam in ein Krankenhaus.

+++ 11.14 Uhr: El Al erwartet Umsatzeinbruch +++

Die israelische Fluggesellschaft El Al verzeichnet wegen der anhaltenden Kämpfe im Gazastreifen eine Stornierungswelle und erwartet deutliche Einbußen. Der Umsatz im dritten Quartal werde um 40 bis 50 Millionen Dollar niedriger ausfallen als vor einem Jahr, erklärt das Unternehmen. Die Absagen seien von in- und ausländischen Passagieren gekommen. Außerdem erhalte El Al auch weniger Buchungen.

+++ 10.35 Uhr: Deutsche Familie im Gazastreifen getötet +++

Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben auch eine siebenköpfige Familie mit deutscher Staatsangehörigkeit getötet worden. Der 53-jährige Ibrahim al-Kilani aus Beit Lahia im nördlichen Teil des Palästinensergebiets sowie seine 47-jährige Frau Taghrid und fünf Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren seien unter den Toten, bestätigen die Rettungsbehörden in Gaza.

Die Familie sei am Montagabend bei einem Luftangriff auf ein Gebäude in der Stadt Gaza getötet worden. Der Ingenieur habe 20 Jahre lang in Deutschland gelebt und in der Zeit auch die Staatsangehörigkeit für sich und seine Angehörigen erworben, sagt ein Familienmitglied in Gaza.

+++ 10.24 Uhr: Israel verhindert Waffenschmuggel ins Westjordanland +++

Die israelische Armee unterbindet nach eigenen Angaben einen Waffenschmuggel aus Jordanien in die Palästinensergebiete. "Unsere Einheiten haben in der Nacht zum Dienstag in der Region am Toten Meer eine Waffenlieferung aus Jordanien verhindert", erklärt ein Armeesprecher. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Zuvor erklärt Chefsprecher Moti Almos im Militärradio, auf einem Gewässer nahe des Toten Meeres sei ein Boot aufgebracht worden. Woraus dessen Ladung bestand, sagt er nicht.

+++ 10.16 Uhr: Sieben Tote bei neuen Luftangriffen +++

Bei neuen israelischen Luftangriffen im Gazastreifen werden sieben Palästinenser getötet, darunter fünf Mitglieder einer Familie. Dies erklärt der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf al-Kudra. Damit steigt die Gesamtzahl der getöteten Palästinenser auf 583 seit Beginn der "Operation Schutzlinie" vor zwei Wochen.

Al-Kudra erläutert, bei einer Attacke im Ort Deir al-Balach im mittleren Abschnitt des Gazastreifens seien vier Frauen und ein männliches Mitglied der gleichen Familie getötet worden. Die beiden weiteren Todesopfer habe es am Morgen bei Luftangriffen im Flüchtlingslager Nusseirat und in der Stadt Chan Junis gegeben.

+++ 9.26 Uhr: Israelischer Soldat im Gazastreifen vermisst +++

Bei der israelischen Offensive im Gazastreifen wird nach Presseberichten ein Soldat vermisst. Er sei vermutlich tot, berichten lokale Medien unter Berufung auf Militärkreise. Zwei Tage zuvor hatte die radikal-islamische Hamas erklärt, sie habe einen israelischen Soldaten gefangen genommen.

Den Berichten zufolge geht das Militär davon aus, dass der vermisste Soldat zusammen mit sechs anderen bei einem Angriff auf ein gepanzertes Fahrzeug am Sonntag umgekommen ist. Identifiziert hat die Armee bislang aber nur sechs Leichen.

+++ 8.36 Uhr: Gewalt im Westjordanland +++

Die Gewalt springt auch auf das Westjordanland über. Nach Berichten von Sanitätern wird dort ein Palästinenser von Soldaten erschossen. Sie hätten versucht, eine Gruppe von Demonstranten zu vertreiben, die Steine gegen ein Militärfahrzeug geworfen hätten. Bei Nablus beschießt nach israelischen Angaben ein Palästinenser ein Auto. Dabei sei ein Israeli schwer verletzt worden.

+++ 7.59 Uhr: 20.000 Israelis bei Begräbnis von Soldaten +++

Etwa 20.000 Israelis nehmen an dem Begräbnis eines Soldaten teil, der bei Gefechten im Gazastreifen getötet wurde. Der 21-jährige Sean Carmeli, der auch US-Staatsbürger war, wird auf einem Militärfriedhof in der Hafenstadt Haifa beigesetzt, berichtet der israelische Rundfunk. Seine Familie lebe den USA. Der in Texas geborene Soldat wurde am Sonntag bei schweren Kämpfen in dem Stadtteil Sadschaija getötet.

+++ 7.34 Uhr: Bislang fast 570 Tote im Gazakonflikt +++

Israel setzt seine Angriffe im Gazastreifen fort. Mindestens drei Palästinenser werden dabei getötet. Die Toten in Chan Junis, Beit Hanun und Beit Lahija lassen die Opferzahl seit Beginn der Offensive am 8. Juli nach palästinensischen Angaben auf 539 ansteigen. Darunter sind rund 100 Kinder und zahlreiche Zivilisten. Die Zahl der getöteten Israelis steigt auf 29, darunter zwei von Raketen getötete Zivilisten.

Nach Berichten des israelischen Rundfunks signalisiert die militante Gruppe Islamischer Dschihad im Gazastreifen, dass es eine fünfstündige humanitäre Waffenruhe geben könnte, um den Menschen Gelegenheit zu geben, sich mit Lebensmitteln einzudecken.

+++ 2.19 Uhr: Abbas und Maschaal erörtern Waffenstillstand +++

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Führer der Hamas-Exilorganisation, Chaled Maschaal, erörterten in der katarischen Hauptstadt Doha Möglichkeiten für einen Waffenstillstand. Palästinensische Offizielle sprachen von gewissen Fortschritten, wiesen aber darauf hin, dass eine Einigung zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas weiterhin nicht in Reichweite sei.

+++ 0.20 Uhr: USA geben 47 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe +++

Die USA geben 47 Millionen Dollar (34,7 Millionen Euro) für humanitäre Hilfe im Gazastreifen. Das kündigt Außenminister John Kerry in einer schriftlichen Erklärung an. 15 Millionen Dollar gingen an die UN-Organisation UNRWA zur Hilfe für Palästinenserflüchtlinge, der Rest an die US-Hilfsorganisation USAID. Kerry befindet sich derzeit in Kairo und tritt dort für eine Waffenruhe zwischen Israel und den radikalen Hamas im Gazastreifen ein.  

mka/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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