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19. Dezember 2006, 15:00 Uhr

Arrivederci, Signor Berlusconi

Lange wollte er seine Niederlage bei der Parlamentswahl nicht wahr haben und versuchte mit allen Mitteln, an der Macht zu bleiben. Doch letztendlich musste Silvio Berlusconi klein beigegeben und den Chefsessel räumen.

Tat sich mit dem Eingeständnis seiner Wahlniederlage schwer: der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi© Gregorio Borgia/AP

Mehrere Wochen dauerte es, ehe Silvio Berlusconi einsah: Er hatte die italienischen Parlamentswahlen verloren. Obwohl neun Tage nach dem Urnengang das oberste Gericht dem Mitte-Links-Bündnis von Romano Prodi eine knappe Mehrheit zugesprochen hatte, leistete Berlusconi weiterhin Widerstand. Dem Urteil zufolge gewann der 66-jährige Wirtschaftsprofessor Prodi in der Abgeordnetenkammer mit 24.755 Stimmen Vorsprung vor dem Parteienbündnis von Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Erst Anfang Mai - knapp vier Wochen nach der Wahl - beendete Berlusconi den Streit um den Wahlausgang und machte den Weg für seinen Nachfolger Romano Prodi frei. Berlusconis Eingeständnis der Niederlage erhöhte gleichzeitig den Druck auf Präsident Carlo Azeglio Ciampi, dessen Amtszeit am 18. Mai endete, Prodi zügig mit der Regierungsbildung zu beauftragen und diese Aufgabe nicht seinem Nachfolger zu überlassen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Die 61. Nachkriegsregierung

Es wurde Aufgabe des neuen italienischen Staatspräsidenten Girogio Napolitano, den Auftrag zur Regierungsbildung zu erteilen. Nur einen Tag später legte Prodi seine Kabinettsliste für die 61. italienische Nachkriegsregierung vor: Dem Kabinett gehören zwei ehemalige Regierungschefs an. Zum Außenminister ernannte Prodi den Exkommunisten Massimo D'Alema, der Sozialist Giuliano Amato wird Innenminister. Das Amt des Wirtschaftsministers übernahm der renommierte Ökonom Tommaso Padoa Schioppa, ein früheres Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank. Prodis enger Berater Arturo Parisi wurde zum Verteidigungsminister ernannt.

tk mit Agenturen
 
 
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