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14. Juli 2008, 21:00 Uhr

Berlusconis spezielle Freundin

Italien ergötzt sich an einer vermeintlichen Affäre: Es geht um eine schöne Moderatorin, einen Spion - und um Italiens schillernden Ministerpräsidenten. Silvio Berlusconi, stets für eine Schlagzeile gut, wird eine Liebschaft mit der Schönen unterstellt, die sogar strafrechtlich relevant sein könnte. Von Andre Tauber

Hat seine Immunität durchgesetzt und kann sich nun umso stärker auf die privaten Aspekte seiner angeblichen Affären konzentrieren: Silvio Berlusconi© Dario Pignatelli/Reuters

Der Regierungschef war galant wie immer. Am Tag nach einem gemeinsamen Fernsehauftritt schickte Silvio Berlusconi der schönen Moderatorin Virginia Sanjust di Teulada Blumen. Als die 26-Jährige per Brief mit ihrer Handynummer antwortete, zögerte Berlusconi nicht anzurufen. Doch was Sanjust und der italienische Premier als Beginn einer Freundschaft darstellen, sieht der frühere Ehemann der Schönen eher als heiße Liebesaffäre. Berlusconi habe die Frau in seinem Regierungssitz mit Juwelen verführt und ihr zu einer Wohnung am romantischen Campo de' Fiori in Rom verholfen, klagt der ehemalige Geheimagent Federico Armati.

Immer wieder hat Berlusconi in der Vergangenheit mit Frauengeschichten auf sich aufmerksam gemacht. Dieses Mal geht es aber um strafrechtlich relevante Vorwürfe. Denn Armati will nachweisen, dass Berlusconi seiner Ex-Frau auch einen lukrativen Beratervertrag der Regierung anbot. Das Magazin "Espresso" druckte am Wochenende einen Regierungserlass von Ende 2003 ab, der das belegen soll.

Anwälte reagieren gelassen

Die Anwälte Berlusconis reagieren gelassen. Das Dekret sei nicht angewendet worden, Sanjust habe keinen Cent von der Regierung erhalten, so die Rechtsberater des Premiers. Es habe niemals sexuelle Kontakte zwischen Sanjust und Berlusconi gegeben. Und da auch die Staatsanwälte kein Interesse an dem Fall zeigen, wird er juristisch wahrscheinlich folgenlos bleiben. Politisch dagegen ist Berlusconi wieder einmal in der Defensive. Die angesehene Zeitung "La Repubblica" fordert bereits, ein Parlamentsausschuss müsse die Angelegenheit jetzt untersuchen.

Das Liebesleben des Premierministers steht in Italien derzeit im öffentlichen Interesse wie nie zuvor. Für Aufregung im Land gesorgt hatten jüngst bereits öffentlich gewordene Protokolle von Gesprächen zwischen Berlusconi und Agostino Saccà, Direktor des Staatsfernsehens Rai. Die Polizei wollte Saccà eigentlich wegen des Verdachts der Korruption abhören, bekam aber auch mit, wie Berlusconi Ende 2006 mehrmals anrief, um mehrere Frauen für Schauspielkarrieren zu empfehlen. In der vergangenen Woche unterstellte die bekannte italienische Komikerin Sabina Guzzanti der Ministerin für Gleichstellung Mara Carfagna, 32 Jahre alt und ehemaliges Nacktmodell, eine Affäre mit dem Premier.

Berlusconi juristisch abgesichert

Juristisch hat sich Berlusconi mehr als abgesichert. Erst in der vergangenen Woche boxte die Regierungsmehrheit im italienischen Parlament eine rechtliche Immunität für die Inhaber der vier höchsten Staatsämter durch. So kann sich Berlusconi künftig umso stärker auf die privaten Aspekte seiner angeblichen Affären konzentrieren. Welche Konsequenzen seine Ehefrau Veronica aus dem neuerlichen Fall zieht, ist bislang nicht bekannt.

Von Andre Tauber
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
shine (15.07.2008, 10:12 Uhr)
re: Wie krank muß ein Volk sein...
Hier sieht man doch deutlich, wie groß die (Medien-)Macht Berlusconis ist! Der hat seine Medienmacht in den Wahlen geschickt ausgenutzt und sein Volk zugelullt. Eine neue Variante von "Brot und Spiele fürs Volk" :)
Clemens1964 (15.07.2008, 10:03 Uhr)
hihihi
b. ist zweifellos einer der hauptdarsteller der politischen realsatire (europas).
etobicoke (15.07.2008, 09:58 Uhr)
Wie krank muss ein Volk sein...
..um es zuzulassen, daß so ein Möchtegern-Mugawe den Staat anführt? Jeder weiß, daß er zur Mafia gehört, er ist vorbestraft, korrupt, hochgradig kriminell. Ich weiß nicht, wie oft er bereits vor Gericht stand, und ich verstehe auch nicht, warum sich z.B. Deutsche Politiker mit diesem Gernegroß unterhalten. Italien, das dümmste Volk Europas.
exiled (15.07.2008, 09:15 Uhr)
?
Was soll denn immer dieses Gysigestalke?
Klar, er kommt aus einem diktatorischen Regime, aber wenigstens sagt er, was er denkt. Und selbst wenn er hier und da IM-Arbeit erledigt haben sollte...ws soll's? Es ist wohl kaum jemand an denen vorbei gekommen.Die wirklichen Stasiganngster sind doch eh alle in die CDU eingetreten, genauso wie die ganzen Nazigrößen in den 50ern in die CDU eingetreten sind. Da hat auch niemand rumgejammert......
Und Berlusconi ist um Welten schlimmer, denn der hat die Macht, sich seine eigenen Gesetzte zusammen zu schustern, damit man ihn nicht strafrechtlich belangen kann.
ganzbaf (15.07.2008, 09:05 Uhr)
Gysi hat...

die Millionen seinerzeit an ein CDU-Treuhänderkonto weiterüberwiesen.
Ist das denn immer noch nicht bis zu ihnen durchgedrungen...?! ;-PP
vegefranz (15.07.2008, 08:28 Uhr)
wir haben eigene Skandale
wir brauchen nicht mit den Fingern auf Italien zu zeigen, da wir eigene Skandale haben. Beispielsweise läuft hier ein Herr Gysi von der Ex SED frei rum, der Abermillionen an SED Parteivermögen versteckt hat. Unsere mainstream-Medien trauen sich jedoch nicht, diesen Skandal mal zu thematisieren. Gegen Gysi ist Berlus harmlos.
utospatz (15.07.2008, 00:02 Uhr)
Es doch wunderschön
die Annäherung der deutschen an die italienische Mafia annähern zu sehn.
Hast du das erst mal erkannt, wirst im Nachhinein du nicht verbrannt!
exiled (14.07.2008, 22:20 Uhr)
gangster
..dr kerl ist nun wirklich ein richtiger gangster! allerdings sind mir solche allemal lieber, die wenigstens keinen hehl daraus machen, dass sie gierig und machtbesessen sind. solche leute sind wenigstens berechenbar. unsere gangster dagegen tun so, als währen sie die heilsbringer schlechthin und verzapfen genau so viel verbrechen wie dieser kerl, bloß verpackt, damit das volk der lemminge(deutschland) sie auch weiterhin schluckt.
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