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Sieben Tote nach Explosionen und Schießerei - Deutscher verletzt

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat es mehrere Explosionen gegeben. Dabei starben mindestens sieben Menschen, darunter fünf Attentäter. Unter den Verletzten ist auch ein Deutscher. Der IS bekannte sich zu dem Anschlag.

  In der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat es mehrere Explosionen gegeben, danach lieferten sich die Angreifer eine Schießerei mit der Polizei

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat es mehrere Explosionen gegeben, danach lieferten sich die Angreifer eine Schießerei mit der Polizei

Bei einem Terroranschlag mit mehreren Explosionen und Schusswechseln sind im Zentrum der indonesischen Hauptstadt Jakarta mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien fünf Attentäter, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung, Mohammad Iqbal, dem Sender TVOne. Präsident Joko Widodo rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Inzwischen teilte die Polizei mit, die Situation sei unter Kontrolle.

"Fünf Terroristen sind tot", sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Luhut Panjaitan. Zudem seien ein niederländischer und ein indonesischer Zivilist getötet worden, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Luhut Panjaitan. Fünf Polizisten, ein Deutscher und vier Indonesier seien verletzt worden, erklärte die Polizei. Auch ein niederländischer UN-Mitarbeiter wurde schwer verletzt.

Mindestens zwei Angreifer hatten sich in die Luft gesprengt. Die Terrormilz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag bekannt. Kämpfer des IS hätten ausländische Bürger und Sicherheitskräfte angegriffen, meldete die als Sprachrohr der Extremisten geltenden Nachrichtenagentur Al-Amak.

Angreifer sollen Berichten zufolge eine Granate auf einen Polizeiposten geschleudert haben. Eine weitere Detonation soll direkt vor oder in einem Starbucks-Café passiert sein. Nach unbestätigten Berichten sollen Bewaffnete in ein nahe gelegenes großes Einkaufszentrum geflüchtet sein. In der Umgebung liegen zahlreiche Hotels und Bürogebäude. Die deutsche Botschaft ist 1200 Meter entfernt. Jakarta ist im Gegensatz zu anderen Metropolen in Südostasien als Touristendestination nicht sehr populär. 

Schießerei der Attentäter mit der Polizei 

Nach den Explosionen sei es zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen, sagte Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. "Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse. Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte. Sie sahen aus wie Ausländer."

In Live-Sendungen des Fernsehens war zu sehen, wie schwer bewaffnete Polizisten und Anti-Terroreinheiten im Einsatz waren. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt.

Jeremy Douglas, Regionalvertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung war nach eigenen Worten im UN-Büro gegenüber des Einkaufszentrums Sarinah, als sich die Explosionen ereigneten. "Wir sitzen hier im zehnten Stock fest", sagte er dem Fernsehsender BBC. "Wir sehen auf der Straße jede Menge Spezialeinheiten. Uns hat man gesagt, im Einkaufszentrum hätten sich Terroristen verschanzt."

Sprengsatz in Polizeiposten 

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind Muslime. Muslimische Extremisten verübten nach der Jahrhundertwende mehrere blutige Anschläge. 2002 kamen auf der Ferieninsel Bali bei Sprengstoffanschlägen 202 Menschen um, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert.

Das Sarinah liegt im Herzen der Millionenmetropole und ist wegen seiner großen Souvenir-Abteilung bekannt. Ein Sprengsatz soll nach Medienberichten in einem kleinen Polizeiposten auf dem Mittelstreifen der vielbefahrenen mehrspurigen Straße vor dem Sarinah explodiert sein. Das Gebäude war im Fernsehen zu sehen. Die Wände waren nicht eingestürzt.

jen/DPA/AFP
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