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20. Januar 2009, 18:36 Uhr

Entführer lassen deutsche Geisel frei

Die Entführer des im Jemen entführten Deutschen haben ihn und zwei jemenitische Kollegen am Dienstagabend freigelassen. Die drei Ingenieure wurden noch in der Nacht zum Mittwoch in der Hauptstadt Sanaa erwartet. Inzwischen bestätigte auch das Auswärtige Amt die Freilassung.

Ein deutscher Ingenieur, der im Jemen entführt worden ist, ist angeblich wieder auf freiem Fuß© Nasser Nasser/AP

Die Entführer des im Jemen gekidnappten Deutschen haben den Ingenieur und zwei jemenitische Kollegen nach zwei Tagen wieder freigelassen. Die drei Ingenieure waren am Dienstagabend bereits mit einem Militärkonvoi nach Ataq, der Hauptstadt der Provinz Schabwa, unterwegs, wie ein jemenitischer Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Freilassung des am Sonntag entführten Bundesbürgers: "Der deutsche Botschafter im Jemen hat bereits mit ihm telefoniert. Wir sind sehr erleichtert über seine Freilassung." Die drei sollten noch in der Nacht zum Mittwoch in der Hauptstadt Sanaa eintreffen, meldete die staatliche jemenitische Nachrichtenagentur Saba.

Die Freilassung sei das Ergebnis von Verhandlungen, die Montagnacht begonnen hätten, sagte ein Regierungsbeamter unter Berufung auf Vermittler. Seinen Angaben zufolge hatte General Ali Mohsen al-Ahmar, ein Halbbruder von Präsident Ali Abdullah Salih, zuvor versprochen, dass die Behörden die Forderung der Entführer wohlwollend prüfen werden. Al-Ahmar habe einen Gesandten in das von den Sicherheitskräften umstellte Dorf der Entführer geschickt. Diesem sollte die deutsche Geisel übergeben werden, hieß es.

Bewaffnete Angehörige des Lakmusch-Stammes hatten den deutschen Ingenieur und zwei seiner jemenitischen Kollegen am vergangenen Sonntag in der Provinz Schabwa, rund 570 Kilometer südöstlich von Sanaa, verschleppt und in ein Versteck in den Bergen gebracht. Sie forderten die Freilassung eines nahen Verwandten, der wegen eines 1989 begangenen Mordes an einem Angehörigen des gleichen Stammes im Polizeigefängnis sitzt. Dieser war nach dem Mord nach Saudi-Arabien geflohen und erst vor einem Monat illegal in den Jemen zurückgekehrt, wo er prompt verhaftet wurde.

Der aus Niedersachsen stammende Ingenieur, der nach Informationen der "Bild"-Zeitung 56 Jahre alt ist, arbeitet im Jemen für das Unternehmen Amec Spie Hawk am Bau einer 320 Kilometer langen Gas- Pipeline. Der Gouverneur von Schabwa sagte nach Angaben des Verteidigungsministeriums: "Den drei Ingenieuren ist kein Leid zugefügt worden."

Im vergangenen Dezember hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen drei Deutsche aus Kiel entführt, die nach fünf Tagen freikamen. Auch damals hatten die Entführer versucht, Angehörige ihres Clans freizupressen. Diese sitzen allerdings nach Angaben von Beobachtern in Sanaa immer noch im Gefängnis. Offiziell nicht bestätigt wurde damals, dass die Entführer vor der Freilassung der deutschen Architektin und ihrer Eltern 100.000 US-Dollar als "Kompensation" für ein Immobiliengeschäft erhalten haben sollen, bei dem sie sich übervorteilt gefühlt hatten.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
botoxia (21.01.2009, 11:06 Uhr)
Jemen
Das einzige, was man je über dieses Land hört: Deutsche werden entführt. Ansonsten Armut, Steine, Sonne, nichts. Werden andere Nationalitätsangehörige eigentlich auch gekidnappt? Würde z.B. Kongo seine Bürger auch freikaufen, oder lohnen sich solche Entführungen nicht?
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